Bundeswettbewerb
: Zeitungsmacher mit Umweltfaible

Zehntklässler recherchieren, schreiben und fotografieren zum Thema Plastikfrei. Ihre Beiträge werden in der MOZ veröffentlicht.
Von
Annemarie Diehr
Fürstenwalde
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Ihre eigenen Beiträge stehen bald in der MOZ: Charlotte Glaser (16, v.l.), Marie Mooz (15) und ihre Mitschüler der Klasse 10c am Katholischen Gymnasium Bernhardinum gestalten für das Projekt "Umwelt macht Schule" eine eigene Zeitungsseite.

Annemarie Diehr

Zehntklässler des Katholischen Gymnasiums Bernhardinum erstellen im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Umwelt macht Schule“ eine Zeitungsseite zum Thema Plastikfrei. Ihre Interviews, Reportagen und Fotos erscheinen vor den Sommerferien in der MOZ.

Beim Umweltschutz hört für Charlotte Glaser der Spaß auf. Statt abzuwarten, bis die Großen in den Parlamenten sich von sich aus regen, hat die 16-Jährige in ihrer Klasse getrommelt und zwei Drittel ihrer 23 Mitschüler am Bernhardinum dazu gebracht, sich an der Klimabewegung „Fridays for Future“ zu beteiligen. Inspiriert von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg demonstrieren jeden Freitag weltweit tausende Schüler für den Klimaschutz.

„Die Klasse interessiert sich sehr für Umwelt-Themen“, sagt Elke Herrgesell. Sie unterrichtet Mathe und Chemie und ist die Klassenlehrerin der 10c am Katholischen Gymnasium Bernhardinum. Es sei daher keine Frage gewesen, sich am Projekt „Umwelt macht Schule“ unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt zu beteiligen. Die Fürstenwalder Schule ist eine von drei im Land Brandenburg, die sich zum Ziel gemacht hat, bis zu den Sommerferien eine Themenseite zum Umweltschutz zu erstellen.

Über verschiedene Schwerpunkte wie Klima und klimafreundlicher Tourismus habe die Klasse diskutiert, schließlich, sagt Elke Herrgesell, sei die Wahl auf das Thema Plastikfrei gefallen. „Im Unterricht haben wir uns mit Plastik schon im Rahmen eines Projektes befasst, dazu einen Film gesehen und am Ende eine Talkshow auf die Beine gestellt, in der die Schüler die Rolle verschiedener Experten hatten.“

Ist es möglich, auf Plastik zu verzichten? Welche Vor- und Nachteile hat das? Antworten auf diese Fragen möchte eine Gruppe um Marie Mooz nachspüren. Die 15-Jährige kennt jemanden, der versucht hat, ohne Plastik zu leben. „Mit ihr könnte man ein Interview führen“, schlägt Elke Herrgesell vor. Fünf bis sechs verschiedene Beiträge unterschiedlicher journalistischer Stilformen, dazu Fotos und Info-Grafiken soll die Klasse in den nächsten Wochen erstellen. „Man könnte beschreiben, wie Plastik recycelt wird“, schlägt Justin Jim Blasig vor. Stadtpolitiker wollen die Schüler nach ihren Strategien für die Vermeidung von Plastikmüll fragen.

Ziel von „Umwelt macht Schule“ ist zum einen, das Umweltwissen und -bewusstsein von Schülern zu stärken, sie zum anderen mit dem Medium Tageszeitung vertraut zu machen. Die Märkische Oderzeitung ist Medienpartner des Projekts; jeder Jugendliche erhält bis zum Abschluss täglich ein Exemplar. Ab und zu werfe er schon einen Blick in die Zeitung, wenn sie zu Hause herumliege, erzählt einer der Zehntklässler am Bernhardinum. Viele nicken bei der Frage, ob ihre Eltern eine Tageszeitung abonniert haben.

So richtig loslegen werde die Klasse wohl erst im Mai – wenn die Prüfungen hinter ihr liegen, sagt Lehrerin Elke Herrgesell. Bis dahin haben die Schüler kleine Hausaufgaben wie diese: In Supermärkten und Bioläden sollen die Zehntklässler recherchieren, wie groß der Anteil der Lebensmittel ist, die dort in Plastik verpackt sind.

Das Projekt

■ "Umwelt macht Schule" ist ein Umwelt- und Medienprojekt, das vom Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) Aachen in Zusammenarbeit mit zehn Tageszeitungen und 30 Lerngruppen aus weiterführenden Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet realisiert wird.

■ Es steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Umwelt, Svenja Schulze (SPD).

■ Die Schüler recherchieren aktuelle Umweltthemen in ihrer Region und berichten zum Abschluss auf bis zu einer Seite in der Zeitung über ihre Ergebnisse.

■ Systematisch werden die Schüler in einem medienpädagogischen Lehrgang mit dem Medium Tageszeitung vertraut gemacht. Sie lernen, mit der Zeitung kritisch umzugehen und ihre Lesekompetenz zu verbessern. ⇥Quelle: IZOP