Digitalisierung: Canel steht auf Virtual Reality im Klassenraum

Teilen sich das Computerkabinett mit den Oberschülern des FAWZ: Sechstklässler der Martin-Anderson-Nexö-Grundschule in Briesen. Sie hätten viele Ideen, womit man die digitale Ausstattung der Schule verbessern könnte.
Uwe StemmlerIhre Vorstellungen weichen gar nicht so weit ab von denen, die Schulleiterin Katrin Büschel hat. Nicht nur im PC–Raum mache das oft zu langsame, manchmal sogar unterbrochene Internet Probleme. Und das WLAN sei auch nicht gerade leistungsfähig. Wünschenswert, sagt sie, wäre zudem ein mobiler Computerraum, sprich: Laptops oder Tablets, mit denen man auch in anderen Klassenzimmern arbeiten könnte. Denn den Computerraum teilt sich die Grundschule mit der Oberschule des FAWZ.
Was sich von all dem verwirklichen lässt, wird sich zeigen. An der Grundlage wird derzeit gearbeitet. Am 31. Juli veröffentlichte das Land die Richtlinie über die Digitalisierung in Schulen; bis 2024 soll sie umgesetzt sein. Die Budgets für die beiden staatlichen Schulen im Amt Odervorland stehen fest. Für die Grundschule in Briesen, deren Träger das Amt ist, beträgt es rund 122 659 Euro, für die Grundschule in Heinersdorf, deren Träger noch die Gemeinde Steinhöfel ist, 83 395 Euro. Jeder Schulträger muss einen Eigenanteil von zehn Prozent aufbringen.
Mit den Schulleiterinnen wurden bereits ausführliche Gespräche geführt, sagt Amtsleiterin Marlen Feichtinger. Sie hatte diese Woche im Hauptausschuss in Steinhöfel und im Sozialausschuss in Briesen über den Digitalpakt informiert. Zunächst müsse eine Steuerungsgruppe gebildet werden, in der Lehrer, Eltern und Vertreter des Schulträgers mitwirken. Die Schulkonferenz in Heinersdorf habe dazu bereits einen Beschluss gefasst, die in Briesen werde das am 25. November tun. Aufgabe der Steuerungsgruppe ist, ein Medienkonzept zu erarbeiten.
Am Anfang steht dabei die Erfassung des Ist–Zustandes. Dann folgt die genaue Analyse, was gebraucht wird. Das alles muss in Formblätter eingetragen werden. Bei dem Medienkonzept geht es jedoch nicht in erster Linie um Endgeräte. Schwerpunkte sollten laut Richtlinie die Verbesserung der Vernetzung, schulisches WLAN, Cloudlösungen, interaktive Tafeln und Steuerungsgeräte sein. Für Computer, Laptops oder Tablets dürfen maximal 20 Prozent des Budgets ausgegeben werden. „Aber da sind wir in den Schulen bislang auch gar nicht so schlecht aufgestellt“, sagt Marlen Feichtinger.
Geld für Wartung nötig
Wenn dann alles angeschafft und das Budget ausgeschöpft ist, wird weiterhin Geld gebraucht – für Wartung und Pflege und gegebenenfalls auch für Ersatz der neuen Technik. Die Lehrer könnten da sicher viel übernehmen, zum Beispiel die Nutzerverwaltung, sagt die Amtsleiterin. Die dafür notwendige Weiterbildung der Pädagogen liegt allerdings nicht in der Befugnis des Amtes, sondern in der des staatlichen Schulamtes. Das Amt Odervoland will rechtzeitig vorsorgen, damit bei technischen Problemen Hilfe da ist. Gegenwärtig bietet es zwei Plätze für das Duale Studium an, einen davon im Bereich IT. So dass man nach dem Abschluss einen Experten auch für die IT in den Schulen hat. Die Digitalisierung wird also auch künftig Geld kosten, wenn dafür keine Fördermittel kommen. Das müsse im Amtshaushalt und im Haushalt von Steinhöfel berücksichtigt werden, sagt Helen Feichtinger.