Einzelhandel: Umsatz steigt zu Weihnachten

Düfte zum Fest: Daniela Kott, Teamleiterin in der Parfümerie Köhler, zeigt Kundin Maria Sauer (rechts) hochwertiges zum Verschenken. Der Nagellack in der Weihnachtskugel ist dagegen ein kleines Mitbringsel.
Bettina WinklerIn der Fürstenwalder Innenstadt ist am Montag spürbar mehr Betrieb als an anderen Tagen. Ob in der Eisenbahnstraße oder in der Fürstengalerie, überall sind Menschen zu sehen, die in die Läden strömen und oft mit Einkaufstüten wieder herauskommen. In der Parfümerie Köhler und in der Confiserie Arko in der Einkaufspassage am Markt stehen um die Mittagszeit meist mehrere Kunden zugleich vor den Regalen, einen Tag vor Toresschluss auf der Suche nach passenden Geschenke. „Wir sind für den Ansturm heute gerüstet“, sagt Jaqueline Kutschinski, Verkäuferin in der Parfümerie. Aus Erfahrung weiß sie, dass meist Männer auf den letzten Drücker Geschenke besorgen. Manche haben ein Foto vom Lieblingsduft ihrer Frau dabei. Bei der großen Auswahl keine schlechte Idee. „Im Winter trägt Frau eher ein kräftig, würziges Parfüm“, sagt die Fachfrau.
Zwei Sträuße aus Tanne, Zapfen und Kugeln hat Yvonne Schäfer aus Jänickendorf für ihre Mutter und Schwiegermutter im Blumenladen besorgt. „Das bekommen sie jedes Jahr zu Weihnachten“, erzählt die 47–Jährige. Rund 50 Bestellungen an festlichen Weihnachtssträußen hat Floristin Petra Baganz vorzubereiten. In der Buchhandlung Wolff in der Eisenbahnstraße bilden sich zeitweise Schlangen an der Kasse. "Das war vorher klar, dass heute besonders viel los ist. Es ist jedes Jahr so“, sagt Inhaberin Diana Wolff. In ihrer Filiale in Erkner, die in diesem Jahr neu eröffnet hat, sei es genauso. Und was wählen die Kunden einen Tag vor dem Fest? „Das geht querbeet“, so die Buchhändlerin. Oft werde sie auch nach Tipps gefragt — dann nennt sie zum Beispiel eine Geschenkebox von Bestsellerautor Sebastian Fitzek, die als "Limited Edition“, also mit begrenzter Auflage, beworben wird, oder verweist auf ihre Auswahl regionaler Titel. Zahlreiche Kunden nutzen nach dem Bezahlen auch noch den Einpackservice des Hauses. Auch für Heiligabend erwartet Diana Wolff noch einmal viel Andrang.Aber auch Ladeninhaber, bei denen man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde, berichten von Umsatzsteigerungen durch das Weihnachtsgeschäft. „Heute Vormittag war sehr viel los. Besonders beliebt vor Weihnachten sind Gutscheine“, berichtet Michael Brosig, Shop–Leiter von Highendsmoke, einem Fachgeschäft für E–Zigaretten in der Eisenbahnstraße.
Desillusioniert zeigt man sich hingegen schräg gegenüber in der Linden–Apotheke. „Natürlich haben wir auch Geschenke–Angebote und stellen unseren Kunden auch gerne etwas zusammen. Früher wurde das stark angenommen, aber im Internet–Zeitalter hat die Nachfrage leider stark nachgelassen“, sagt Annette Dombrowski, während sie auf den nächsten Kunden wartet.
Basteln und fertiger Braten
Aber es müssen nicht immer die großen und hochwertigen Geschenke sein. „Ich verschenke nur Handgemachtes“, sagt Marina Müller (52), die in diesem Jahr für ihre Lieben bunte Papiersterne gebastelt hat. Für Brigitte Dörfert (67) aus Fürstenwalde fällt derweil das große Kochen zum Fest aus. Ihr Sohn Enrico (38) hat für das traditionelle Familienessen einen fertig gebrutzelten Gänsebraten mit Rot–und Grünkohl bestellt. „Das ist eine sehr schöne Idee, zumal ich gesundheitlich angeschlagen bin“, freut sich Brigitte Dörfert.