Erinnerungen: Kaiserhof sollte Kaufhaus werden
Denkmäler werden abgerissen
Der Platz vor dem Gründerhaus war schon damals der Mittelpunkt der Stadt. Gleich zwei Kriegerdenkmäler waren aufgestellt worden. Im vorderen Bereich thronte „Germania“ auf einem Sockel. „Das Denkmal wurde 1887 für die gefallenen Fürstenwalder Soldaten in den Deutschen Einheitskriegen 1864, 1866 und 1870/71 erbaut“, sagt Guido Strohfeldt vom Museum. „Dieses Denkmal wurde 1945 abgerissen, man wollte sich vom preußischen Militarismus befreien.“ Der dahinter stehende Obelisk aus Ziegelsteinen für die Gefallenen der Weltkriege überlebte bis 1977. Dann wurde Platz für eine große Aufmarschfläche für Kundgebungen gebraucht. Im Zuge der Umgestaltung musste auch dieses Denkmal weichen.
Vom 16. bis zum 22. April 1945 wurde die Innenstadt von Fürstenwalde in Schutt und Asche gebombt. Vom repräsentativen Gründerhaus blieb nur noch ein Trümmerhaufen. Viele Jahrzehnte war die Fläche ein trister Anblick, nur die Imbissbude „Pappel-Eck“, an der die Fürstenwalder Bockwürste auf die Hand bekamen, lockerte die Atmosphäre auf.
Pläne für Kaufhaus scheitern
In den 1990er Jahren wurde die mit großen Pappeln bewachsene Fläche gerodet und vom Investor Richard Becker aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Der Österreicher trug damals auch mit anderen Projekten zur Stadtentwicklung bei. Die ursprünglichen Pläne für den Neubau über Eck beinhalteten ein Kaufhaus. 1993 konnte kein Betreiber gefunden werden und so wurde umgedacht, was in Fürstenwalde noch gebraucht würde, heißt es in einem Zeitungsbericht zur Eröffnung des Hotels Kaiserhof 1996. Mit 67 Zimmern und 120 Betten ist es bis heute das größte Hotel der Stadt. Mit dem italienischen Restaurant „Marco Polo“, dem Café „Herrlicher“ und dem Schnellimbiss „Extra-Wurst“ bietet das neu erbaute Areal auch Kulinarisches.




