Erneuerbare Energien
: Geplanter Windpark ist umstritten

Einige Bürger sind aufgebracht, die Abgeordneten machtlos. Teile Biegens sind als Windenergieflächen ausgewiesen.
Von
Stefanie Ender
Briesen
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Symbolfoto

pixabay

Das war einigen Besuchern, von denen viele aus Biegen kamen, an diesem Abend nicht klar. Lautstark beschwerten sie sich über die Pläne, einen Windpark in Biegen zu errichten. „Sie sitzen hier arrogant und verhindern das nicht“, schimpfte eine Biegenerin, die durch den geplanten Park Lärm und Schattenschlag befürchtet. „Wir hören jetzt schon den Lärm der Rotoren aus Müllrose“, sagt sie.

Ihr Mann spricht von Enteignung, da sein Grundstück durch die Windräder an Wert verliere. Laut mitdiskutiert hat an diesem Dienstag auch der Biegener Ortsvorsteher Björn Haenecke, der den anderen Abgeordneten und Bauamtsleiter Ron Gollin teilweise ins Wort fiel und plakativ Fragen stellte, deren Antworten er nicht abwartete, sondern einfach weiter schimpfte. "Ein großer Frust hat sich unter den Biegenern angestaut“, erklärt er.

Abgeordnete verständnisvoll

„Kein Gemeindevertreter wollte, dass hier ein Windpark entsteht. Aber wir können nicht mehr machen“, sagt Bodo Blume, der an diesem Tag den Ausschuss leitete. Die Krux an der Sache ist, dass Windeignungsgebiete vom Land Brandenburg, konkret dem Landesamt für Umwelt, entschieden werden.

Regionale Planungsgemeinschaften prüfen die Standorte vorab nach verschiedenen Kriterien. Die Planungen dauerten acht Jahre, erklärt Abgeordneter Hans–Detlef Bösel. Ein Mitspracherecht in der Planungsgemeinschaft haben Gemeinden erst ab einer gewissen Größe. Die Biegener Bürger wurden zu diesem Thema vorab nicht befragt.

„Lass uns eine Unterschriftenaktion starten“, sagt eine aktive Biegenerin. Man wolle sich hier nicht so leicht unterkriegen lassen. Die Abgeordneten winkten den Antrag durch. Grund: „Geht keine Bauleitplanung von der Gemeinde aus, laufen wir Gefahr, dass uns Ausgleichszahlungen verloren gehen“, so Gollin.