Erntefest in Fürstenwalde
: Neue Braukönigin gekürt – worauf die Veranstalter stolz sind

Fürstenwalde hat gefeiert und eine neue Braukönigin gekürt. Auf eine andere Erntefest-Tradition sind die Veranstalter aber gerade in diesen Zeiten besonders stolz.
Von
Angela Boll
Fürstenwalde
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Auf dem Erntefest gekrönt: Monika Grasnick ist die neue Bierkönigin in Fürstenwalde.

Auf dem Erntefest gekrönt: Monika Grasnick ist die neue Bierkönigin in Fürstenwalde.

Alexander Winkler

Kein Jahr vergeht in Fürstenwalde ohne Erntefest. Selbst während der Corona-Pandemie brachte die Veranstalter Optimismus in die Stadt und Menschen zusammen. So auch jetzt. Trotz Hitze. Schweißtreibende 30 Grad hatte das Thermometer bisweilen angezeigt - sich dann in die Menschenmenge und nicht in den frischen See zu stürzen, dazu bedarf es wohl der Gewissheit, dass es sich lohnt. Und das hat es. Das zumindest bestätigt ein euphorisierter Bernd Norkeweit am Sonntagnachmittag.

Er und seine Kolleginnen und Kollegen aus dem Fürstenwalder Tourismusverein und von den Braufreunden haben das Fest auf die Beine gestellt, finanziert durch das Bürgerbudget, über dessen Verwendung traditionell beim Erntefest abgestimmt wird. „Alles hat wieder einmal wunderbar geklappt“, sagt Norkeweit. Bei der Schlemmermeile am Rathaus waren fünf Brauereien vertreten, es wurde Fisch, Fleisch, Wild, Gemüse und Obst aus den hiesigen Seen und Wäldern, von den Äckern und Felden in und um Fürstenwalde. Auch ein Imker war vor Ort, ein Korbflechter präsentierte sein Handwerk und es gab eine Töpfergasse.

Einen großen Auftritt hatte Monika Grasnick in diesem Jahr, die 70-Jährige ließ am Samstag zur neuen Fürstenwalder Braukönigin küren und sie will sich nun ganz im Zeichen ihres Amtes bei öffentlichen Terminen für die Fürstenwalder Braukunst stark machen.

Trotz Hitze gute Stimmung beim Erntefest in Fürstenwalde, hier beim Auftritt von Joe's Bigband.

Trotz Hitze gute Stimmung beim Erntefest in Fürstenwalde, hier beim Auftritt von Joe's Bigband.

Joachim Eggers

Wenig verwunderlich: Zwei Wochen vor der Landtagswahl präsentierten sich mehrere Parteien mit ihren Ständen, allerdings nicht direkt auf dem Marktplatz, sondern davor auf der Mühlenstraße.

Eine Annemarie-Polka zum Abschluss

Mitgefeiert haben auf dem Marktplatz übrigens auch wieder alle Freunde und die Brauerei der Fürstenwalder polnischen Partnergemeinde Sulechow. Und auf eine Tradition sind Norkeweit und viele Fürstenwalder besonders stolz: In jedem Jahr gibt es am Sonntagmorgen, mitten in den Feierlichkeiten, eine Andacht, und weiße Tauben gehen mit einem Friedensgruß vom Fürstenwalder Marktplatz auf die Reise. „Ich freue mich, dass wir uns das bewahrt haben, gerade in diesen Zeiten“, so Norkeweit. Und mit einer Annemarie Polka über den Marktplatz tanzten die Fürstenwalder schließlich aus dem Wochenende.