Fernleitung: Sonnenstrahlen heizen Erdgas umweltfreundlich auf
An eben dieser Stelle unweit von Kienbaum soll die deutschlandweit größte Prozess–Solarthermie–Anlage entstehen. „Eine solche Innovation geht in die richtige Richtung“, sagt Arne Christiani, Bürgermeister der Gemeinde Grünheide, die mit der kürzlich verkündeten Ansiedlung des amerikanischen Autoherstellers Tesla in aller Munde ist. „Grünheide ist jetzt weltweit bekannt, wir haben unseren Standort richtig gewählt“, sagt darauf Ontras–Geschäftsführer Uwe Ringel scherzhaft. In Sichtweite befindet sich die Baustelle für die Erdgastrasse Eugal, die in der Region ordentlich Fahrt aufnimmt. Dafür werden zwei Stränge im Erdreich versenkt. Im Dezember soll der erste Strang fertig sein, Ende 2020 der zweite. Damit könnte die Trasse 2021 ans Netz.
Die Gasdruckregel– und Messanlage vom Fernleitungsnetzbetreiber Ontras steht dafür in Kienbaum in den Startlöchern und wurde in den vergangenen Monaten um zwei Regelschienen erweitert. Elektriker montieren an den Armaturen die Steuerelektronik. Große Filteranlagen, in denen das Gas, bevor es zum Endverbraucher strömt, gereinigt wird, sind einsatzbereit. „Stündlich wird in Zukunft Gas im Wert von 1,5 Millionen Euro durch die schallisolierten Rohre transportiert“, erläutert Päßler. Die Anlage stellt einen wichtigen Knotenpunkt im Ontras–Leitungsnetz für den nationalen und grenzüberschreitenden Gastransport dar.
Um das Gas an den Endverbraucher zu bringen, muss eine Druckreduzierung erfolgen. Die Energie für die Vorwärmung des Gases, die beim Reduzieren des Drucks notwendig ist, wird künftig teilweise mit standorteigenen Sonnenkollektoren erzeugt. Auf 4000 Quadratmetern werden 165 Sonnenkollektoren mit einer Nennleistung von zwei Megawatt, hergestellt bei der Angermünder Firma Ako Tec, installiert. „Die wartungsfreien Module mit einer Nutzungsdauer um die 40 Jahre sind für Großanlagen konzipiert“, erläutert Geschäftsführerin Katrin Sprenger und betont: Solarwärme ist CO2–frei.
Inbetriebnahme im Sommer
Dieser Aspekt ist für Ontras von Bedeutung und damit zukunftsweisend. „Durch die Einbindung der solarthermischen Wärme bei der Gasvorwärmung werden künftig Einsparungen von etwa 160 000 Kubikmeter Gas pro Jahr am Standort erfolgen. Etwa 370 Tonnen CO2 pro Jahr werden weniger an die Luft abgegeben“, sagt Ontras–Geschäftsführer Uwe Ringel. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2020 vorgesehen. „Der Einsatz innovativer Technologien ist unverzichtbar auf dem Weg in eine erneuerbare Gaswirtschaft. Wir wollen diesen Prozess aktiv mitgestalten, wie hier in Kienbaum, an unserer zweitgrößten Anlage“, sagt Ringel.


