Feuerwehrball 2019: Fürstenwalder Feuerwehr feiert feucht und fröhlich

Hat Verständnis für die vielen Einsätze ihres Mannes: Susan Roscher mit ihrem Mann Marco Roscher. Der 41-jährige Stadtjugendwart wurde beim Ball zum Brandmeister befördert.
Ruth BuderJede Dame bekommt eine Rose. Auch Susan Roscher freut sich über die freundliche Begrüßung. Die Krankenschwester im Pünktchenkleid begleitet ihren Mann Marco zum Fürstenwalder Feuerwehrball, der am Sonnabend im Seeblick in Trebus stattfand. Der 41–jährige Vater von drei Kindern, zwei, sieben und zehn Jahre alt, ist seit einigen Monaten Stadtjugendwart und fährt natürlich auch Einsätze.
Erst kürzlich war er bei dem Wohnungsbrand in der Grünstraße dabei, wo mehre Menschen betroffen waren. Nachts um drei kam der Alarm. „Natürlich bekomme ich alles mit“, sagt seine Frau. „Marco lebt nun mal für die Feuerwehr. Aber das ist für mich nichts Besonderes, ich habe ihn ja so kennengelernt“, zeigt sie großes Verständnis. „Das geht auch nur, weil meine Frau mir den Rücken freihält“, lobt er. „Aber bei allen Verpflichtungen: Meine Familie steht an erster Stelle“, setzt Marco Roscher Prioritäten. Beruflich ist er mit der Feuerwehr ebenfalls eng verbunden: Als Disponent in der Leitstelle Oderland koordiniert er die Rettungseinsätze.
Marco Roscher, der an diesem Abend zum Brandmeister befördert wird, und alle anderen Feuerwehrleute an den festlich gedeckten Tischen bekommen viel Lob und Anerkennung für ihre ehrenamtliche Arbeit beim Retten, Bergen, Löschen und Schützen — vom Ersten Beigeordneten der Stadt, Stefan Wichary, und Detlef Korn, dem Vorsitzenden des Kreis–Feuerwehrverbandes. Eine ganze Reihe von ihnen wird ausgezeichnet für treue Dienste, immer hängt eine Geldprämie an der Urkunde. Das löst stets Jubel aus — in der Hoffnung, dass der Geehrte eine Runde schmeißt. Den meisten Applaus erhält Karl–Heinz Reibsch, der 60 Jahre bei der Feuerwehr ist.
Zwischen leckerem Büfett und Tanz erinnert Feuerwehrchef Jörn Müller an die 651 Einsätze in diesem Jahr. Obwohl die technischen Hilfeleistungen an erster Stelle stünden, habe es auch wieder mehr Wohnungsbrände gegeben, bei denen auch zwei Tote zu beklagen seien. Die größte Sorge bereitet dem Feuerwehrchef die hohe Fluktuation von hauptamtlichen Feuerwehrkräften. Seit 2018 hätten zehn Männer Fürstenwalde verlassen. „Das sind nicht nur menschliche Verluste, sondern auch Verluste an Wissen“, so Müller. Jede Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann koste 10 000 Euro. „Das hat auch negative Auswirkungen auf den Stadthaushalt.“ An der Problemlösung werde gearbeitet. Müller setzt auch auf den Nachwuchs und erinnert an zehn Jahre Kinder–Feuerwehr und gute Jugendarbeit.
Raum für Ausbildung fehlt
Den Wermutstropfen dabei sprach Stephan Bartsch, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, an: Es fehlen Räumlichkeiten für die Ausbildung und das gesellige Miteinander. Dem kann Jugendwart Roscher nur beipflichten: „Einen solchen Raum brauchen wir dringend, auch für die sozialen Kontakte untereinander.“ Aber heute Abend will er nicht mehr an Probleme denken, sondern feiern, mit den Kameraden klönen und mit seiner Frau Susan tanzen.