Als um 0 Uhr die Türen des Feuerwerksverkaufs an der Puschkinstraße in Fürstenwalde öffneten, standen bereits Leute davor. Wer nicht ganz so lange wach bleiben wollte, machte sich am Morgen auf, um Raketen, Böller und anderes Feuerwerk für Silvester zu ergattern. Nach zwei Jahren Corona ist es heiß begehrt.
Knapp 100 Euro hat René Röhsgen aus Langewahl am Vormittag für Feuerwerkskörper ausgegeben. Mit dabei eine Batterie mit 49 Schuss für 52,95 Euro. Für Röhsgen haben die Batterien einen klaren Vorteil: „Einmal anzünden und zuschauen“. Mit Raketen braucht man ihm nicht zu kommen. Denn auch er will schließlich das Feuerwerk genießen können. Silvester gefeiert wird in kleinem Rahmen. „Mit der Familie, die Nachbarn kommen rum“, berichtet Röhsgen.

Preise für Feuerwerk zu Silvester stark erhöht

Die Batterie in Röhsgens Einkaufstüte hat im vergangenen Jahr noch 39 Euro gekostet, wie Tino Weise erklärt. Seit 2016 verkaufen er und seine Frau Michaela Abel zusammen an der Puschkinstraße in Fürstenwalde Feuerwerkskörper. „Die Ware ist fast doppelt so teuer geworden“, sagt er. Hauptverantwortlich seien dafür die hohen Frachtkosten für den Transport aus China. Infolgedessen hat Weise die Preise anheben müssen – auch die Batterie mit 100 Schuss gibt es nun für 169 Euro statt für 119 Euro.
Als sein Laden um 0 Uhr öffnete, kamen etwa 50 Personen in den ersten 45 Minuten, schätzt er. „Die Leute freuen sich, dass sie die ersten sind, die etwas kaufen können“. Darunter seien auch die „Pyromanen“, die sich gerne gleich mehrere große Batterien für 600 Euro holen. Immerhin: 100 Schuss-Batterien mit 30 Millimeter Kaliber gibt es nicht überall zu kaufen.
Feuerwerksverkauf seit 2016: Michaela Abel bietet zusammen mit ihrem Mann Tino Weise in Fürstenwalde Raketen, Batterien und anderes Knallwerk an.
Feuerwerksverkauf seit 2016: Michaela Abel bietet zusammen mit ihrem Mann Tino Weise in Fürstenwalde Raketen, Batterien und anderes Knallwerk an.
© Foto: Andreas Schmaltz

Regale in Supermärkten bis Mittag fast leergekauft

Nur eine mittlere Batterie und „ein paar Raketen für unsere Tochter“ sollten es bei Dajana Poeschke sein. Doch als ihr Mann diese kurz nach Öffnung des Lidl gegen 7 Uhr kaufen wollte, seien die Regale bereits zum Teil leer gewesen. „Da hat man nicht mehr viel gekriegt“, sagt Poeschke. Also ist sie nochmal mit dem Fahrrad los. Im Netto hat sie kurz vor Mittag noch das Gewollte bekommen. Doch auch da würden die Bestände langsam schwinden.
Im Lidl an der August-Bebel-Straße sind die Regale mit den Feuerwerkskörpern gegen Mittag tatsächlich wie leergefegt. „Holen Sie noch etwas raus“, fragt eine Kundin die Filialleiterin Marian Weishäupl, die mit neuen Kisten mit Knallzeug aus dem Lager kommt. „Ich warte nur auf den Lkw“, sagt sie. Der soll den Nachschub bringen. Weil die Lagerkapazitäten fehlen, werde die Filiale mehrmals beliefert. Dass die Nachfrage groß ist, wundert die Filialleiterin nicht. „Es ist schön, dass wir wieder knallen können“, sagt sie.

Die günstigen Angebote an Raketen und Batterien sind schnell vergriffen

Ähnlich sieht die Lage bei Netto aus. Auf dem Parkplatz lädt Guide Lerch zusammen mit seinem Sohn Friedrich gerade Raketen in den Kofferraum. Das sei das Einzige, was sie noch bekommen hätten. „Die günstigen Sachen sind weg“, sagt er. Auch sie waren zuvor schon bei Lidl gewesen. Der 13-jährige Friedrich hätte am liebsten Böller – richtige Kanonenschläge. Das ist sein Lieblingsfeuerwerk. Dem Vater ist das aber doch eine Nummer zu gefährlich. Jetzt wollen die Beiden auf dem Weg nach Hause in Fürstenwalde-Mitte die Läden abklappern und schauen, was zu kriegen ist – „viel und günstig“ heißt ihre Devise.
Gerade noch rechtzeitig: Kurz vor Mittag hat Dajana Poeschke aus Fürstenwalde am 29. Dezember noch eine Batterie und Raketen für Silvester kaufen können.
Gerade noch rechtzeitig: Kurz vor Mittag hat Dajana Poeschke aus Fürstenwalde am 29. Dezember noch eine Batterie und Raketen für Silvester kaufen können.
© Foto: Andreas Schmaltz
Ein Kaufansatz, den auch Tino Weise für seinen Laden bestätigen kann. „Die Leute wollen viele Schüsse für wenig Geld“, sagt er. Die Effekte würden da weniger eine Rolle spielen. Die Kunden schätzen die Breite des Angebots. So würden Batterien und Raketen zusammen mit Jugendfeuerwerk gekauft. „Dann ist für die ganze Familie etwas dabei“, sagt er. Neu im Sortiment sei dieses Jahr das umweltverträgliche Feuerwerk ohne Plastik. Es verspricht weniger Müll und Lärm. „Da ist alles aus Pappe“, erklärt Weise. Selbst die Großpackung sei mit Recycling-Klebeband eingewickelt gewesen.

Knallerei schadet Haustieren schon vor Silvester

Weniger Müll, würde sich auch Dajana Poeschke zu Silvester wünschen. „Ich räume alles immer wieder weg“, sagt sie. Das sei längst nicht bei allen der Fall. Dennoch freut sie sich auf das Feuerwerk und die Feier im kleinen Kreis. „Ich freue mich, dass es wieder erlaubt ist“, sagt sie. Nach zwei Jahren Corona sei klar, dass alle wieder mit den Kindern knallen wollen, erklärt sie sich den Ansturm auf die Geschäfte. Ginge es nach Poeschke, könnte der Verkauf aber auch erst am 31.12. beginnen. Das Geböller vor Silvester sei gerade für die Haustiere schwer zu ertragen. Auch an diesem Morgen seien gegen 5.45 Uhr vor ihrem Haus am Paul-Frost-Ring bereits der erste Knall zu hören gewesen.