Förderung
: Bund gibt 85 000 Euro für Herrenhaus

Das leerstehende Heinersdorfer Anwesen bekommt Fördergeld. Benötigt werden Millionen, um das Haus nutzbar zu machen.
Von
Stefanie Ender
Heinersdorf
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Einst noble Residenz: Vermutlich im 16. Jahrhundert wurden erste Teile des Heinersdorfer Herrenhauses errichtet. Heute gehört es der Gemeinde, die um die Erhaltung des Gebäudes kämpft.

Stefanie Ender

„Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, schränkt Marco Jonscher, der stellvertretende Bauamtsleiter, ein. Er weiß, dass Millionen für das denkmalgeschützte Objekt gebraucht werden, damit grundsätzlich irgendeine Nutzung möglich ist. „Wir sind froh, dass überhaupt etwas Geld kommt“, sagt Renate Wels, die Leiterin der Steinhöfeler Verwaltungsstelle. Eigentlich habe sich die Gemeinde für eine Förderung von 170 000 Euro beworben, erzählt Wels. Dass nun nur die Hälfte ankommt, soll die Bauarbeiten nicht stoppen: „Wir haben einen Eigenanteil im Haushalt festgelegt. Deshalb ist der Bau abgesichert. Sobald der Bescheid da ist, geht es los“, so Wels.

Ein weiterer Antrag auf Förderung für das Herrenhaus wurde aktuell abgelehnt. „Bei den Projekten, die aus dem Bundestopf für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur Geld bekommen, sind wir nicht dabei“, ergänzte Marco Jonscher.

Mehr als zehn Jahre lang beschäftigt sich die Gemeinde nun intensiv mit dem Herrenhaus. Schon 2010 gab es erste Kostenschätzungen. Danach wurde das Nutzungskonzept ausgearbeitet, das auch heute noch gilt. 2013 wurde der Antrag auf Baugenehmigung gestellt, ein Jahr darauf bewilligt. „Ab dann begannen die Versuche, Fördermittel einzutreiben“, sagt Jonscher, der in seinem Büro in Steinhöfel die Planzeichnungen hervorsucht, die bis 2013 in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde, dem Heinersdorfer Verein „Denk-mal-Kultur“ und einem Planungsgremium ausgearbeitet wurden.

Große Pläne brauchen Geld

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Auf den großen Zeichnungen ist jeder Zentimeter genutzt. Im Keller des Hauses werden technische Räume eingerichtet, zum Beispiel für Heizungsgeräte. Das Erdgeschoss soll eine Arztpraxis beherbergen, ein Tourismuscafé, Wohnungen für Senioren, ein Büro für den Ortsvorsteher und einen etwa 68 Quadratmeter großen Raum für Dorfveranstaltungen. Das 53 Quadratmeter große Foyer kann für Ausstellungen genutzt werden.

Im Obergeschoss sollen Räume für den Seniorentreff, den Chor und ein Jugendclub mit Wintergarten gebaut werden. 42 Quadratmeter stehen Kulturverein und Heimatmuseum zur Verfügung. Mit 82 Quadratmetern gibt es einen großen Veranstaltungssaal auf dieser Etage. Weitere Einheiten für betreutes Wohnen sollen im Seitenflügel auf dieser Etage geschaffen werden. Das Dachgeschoss der Seitenflügel ist für altersgerechtes Wohnen vorgesehen. So die Pläne von 2013.

Wirklichkeit werden sie nur, wenn eine Grundsanierung finanzierbar ist. „Die ersten zwei bis drei Millionen brauchen wir in einem Stück, denn alles an dem Haus ist sanierungsbedürftig“, sagt der Bauamtsmitarbeiter. Mit dem aktuellen Zuschuss können nur die Stuckdecken restauriert werden.

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