Trauer in Fürstenwalde
: Anschlag in Magdeburg – Friedenslicht und Gedenkminute für die Opfer

Der Weihnachtszauber wird durch den Anschlag in Magdeburg getrübt. Die Menschen in Bad Saarow, Briesen und Fürstenwalde gedenken.
Von
Susanne Hübscher
Fürstenwalde
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Mit dem Friedenslicht aus Bethlehem nimmt das Ehepaar Regina und Bernd Korbanek aus Fürstenwalde ihr persönliches Stück Frieden mit nach Hause. Ihre Kinder werden es nach Weihnachten mit nach Dresden nehmen.

Reaktion auf Anschlag in Magdeburg: Mit dem Friedenslicht aus Bethlehem nimmt das Ehepaar Regina und Bernd Korbanek aus Fürstenwalde ihr persönliches Stück Frieden von Pfafferin Cornelia Behrmann (rechts). Ihr Sohn wird es nach Weihnachten mit nach Dresden nehmen.

Susanne Hübscher
  • Bürger in Fürstenwalde entzünden Friedenslicht aus Bethlehem, um der Opfer in Magdeburg zu gedenken.
  • Schweigeminuten und Gebete für Opfer und Angehörige auf Weihnachtsmärkten in Fürstenwalde und Briesen.
  • Gemeinschaft steht im Fokus, um Angst zu überwinden; Veranstaltungen betonen Zusammenhalt.
  • Blumen und Kerzen als Trauersymbole am Großen Stern in Fürstenwalde.
  • Kinderfeiern trotz ernster Nachrichten; unbeschwerte Momente auf dem Weihnachtsmarkt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Ende des Jahres kommen die Menschen zusammen, um im Kreise von Familie und Freunden das Jahr friedlich ausklingen zu lassen. Die 24 Tage vor dem Fest laden zum Wünschen ein – die Vorfreude steigt und soll alljährlich an Weihnachten ihren Höhepunkt finden. Die jüngsten Ereignisse in Magdeburg finden vielerorts Einzug in die Gespräche und Gedanken zur Weihnachtszeit.

„Dieses Lichtlein lass' Frieden in uns wachsen“, klingt es über den Marktplatz am Dom in Fürstenwalde. Das kleine Licht, geschützt in einer Laterne, kam gestern über die polnische Grenze nach Frankfurt (Oder) und am Sonntagabend (22.12.) nach Fürstenwalde. Beim ersten Friedenslichtfest entzündeten rund 50 Menschen ihre Kerze an der Flamme aus Bethlehem.

Pfarrer bringen Licht aus Betlehem nach Fürstenwalde

„Wir wollen damit ein Zeichen für Freundschaft und Gemeinschaft setzen“, erklärt Pfarrerin Rahel Rietzl, die für die Gemeinden Fürstenwalde, Heinersdorf, Demnitz-Berkenbrück und Buchholz zuständig ist. So konnten die Fürstenwalder dem Glockengeläut des Doms und der Blasmusik lauschen.

„Wir denken an die Menschen in der Ukraine, in Palästina und in Magdeburg. Möge dieses Licht für die Verletzten, Hinterbliebenen, Verwundeten und Angehörigen in Magdeburg leuchten“, spricht Pfarrer Kevin Jessa in die friedliche Runde. Auch im Gottesdienst werde der Opfer und Hinterbliebenen gedacht, verspricht Rietzl.

„Der Vorfall ist nicht weit weg, deshalb kann ich mir vorstellen, dass Menschen wegen der Ereignisse in Magdeburg hier sind und eine Kerze anzünden“, so die Pfarrerin. Für Gedanken, die in einer Andacht oder einem Gottesdienst aufgegriffen werden sollen, können Bürger ihre Sorgen, Wünsche und Anregungen in einen Briefkasten im Dom einwerfen.

Anschlag in Magdeburg – Blumen und Kerzen in Fürstenwalde

Eine Anlaufstelle für Trauernde und Mitfühlende finden Bürger am Großen Stern in Fürstenwalde. Dort werden seit dem Anschlag in Magdeburg Blumen und Kerzen abgelegt. Die Flammen können der Witterung nicht trotzen, aber einige Menschen aus Fürstenwalde schicken damit ihre Gedanken nach Magdeburg.

Trauer in Fürstenwalde: Am Großen Stern finden Bürger in Fürstenwalde einen Platz, um der Ereignisse in Magdeburg zu gedenken.

Trauer in Fürstenwalde: Am Großen Stern finden Bürger in Fürstenwalde einen Platz, um der Ereignisse in Magdeburg zu gedenken.

Susanne Hübscher

Mit Gemeinschaft und Zusammenhalt gegen die Angst

Pfarrerin Anemone Bekemeier von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Saarow-Pieskow konzentriert sich derzeit auf Heiligabend. Dennoch gedenkt sie der Opfer und ihrer Angehörigen, aber auch der Angehörigen der Täter und schließt sie in die Gebete der Gottesdienste und kommenden Veranstaltungen ein.

Bekemeier betonte die Bedeutung der Gemeinschaft und sagte, man wolle sich nicht der Angst beugen: „Angst säen wir mit Gemeinschaft“. Zusammenhalt sei entscheidend, um schwierige Zeiten zu überstehen. „Advent bedeutet nicht heile Welt und Weihnachtsmärkte, sondern genau das Gegenteil. Wir kommen in unserer Gemeinschaft zusammen, wollen zusammenstehen und damit die Welt ein bisschen heiler machen“, so Bekemeier.

Kinderfreude trotz ernster Nachrichten aus Magdeburg

„Weißt du schon, was in Magdeburg passiert ist?“, flüsterten sich am Wochenende auf dem Briesener Weihnachtsmarkt die Menschen zu, während Kinder und Erwachsene Weihnachtslieder sangen. Die Bambinis der Briesener Feuerwehr zündeten keine Kerzen, sondern warme Fackeln an. Damit umrahmten sie die Sänger auf und vor der Bühne, während der Fußballverein Blau-Weiß 90 Briesen durch den Abend führte.

Der Markt auf dem Dorfanger, der von 2000 Menschen besucht wurde, war von Kinderlachen erfüllt. Die Magdeburger Nachrichten waren nichts für Kinderohren. Dafür konnten sich die Jüngsten im Amt Odervorland mit vielen Aktionen die Zeit vertreiben und unbeschwerte Momente erleben. Als Dinosaurier, Tiger oder Spiderman bemalt, waren die Kinder hoch zu Pony, auf Heuballen oder in der Märchenhütte bei Frau Holle.

Schweigeminute auf dem Briesener Weihnachtsmarkt

Ortsvorsteher Bodo Blume begann die Eröffnung am Samstag (21.12.) mit einer Schweigeminute. 60 Sekunden lang waren die Gedanken der Anwesenden bei dem verstorbenen Musiker Taste von der Band Centric, der auf dem Dorfanger für Weihnachtsstimmung gesorgt hatte. Außerdem wurde der Opfer, Verletzten und Angehörigen in Magdeburg gedacht.

Einige Briesener hatten überlegt, ob sie nach dem Anschlag in Magdeburg auch dem Weihnachtsmarkt fernbleiben sollten. Doch der kleine, aber besinnliche Weihnachtsmarkt mit seinen verschiedenen Ausstellern und Köstlichkeiten schien durch die Atmosphäre genügend Sicherheit gespendet zu haben.