Yvonne Mertens unternimmt dennoch mit ihren Kindern Julien (7) und Jasmyna (4) einen Spaziergang zur Langewahler Osterquelle. Die beiden anderen Kinder hat sie vorsorglich wegen des Infektionsschutzgesetzes zuhause gelassen. "Osterwasser holen ist bei uns Tradition. Leider muss das dieses Jahr ausfallen", bedauert die Langewahlerin. Dort wo sich in normalen Zeiten zu Ostern bis zu 60 Leute beim Picknick und Eier-Trudeln vergnügen, ist es ungewohnt still. Ein Paar sitzt noch im angemessenen Abstand auf der Bank und lauscht dem Plätschern der Quelle, die nach Osten ausgerichtet ist und somit den Namen Osterquelle verdient. Das weiß Ortschronist Gert Hentze zu erzählen. "Seit Generationen wird hier Osterwasser geholt, das nach alter Sage Kräfte für Schönheit und Kühnheit in sich birgt", so der Ortschronist. "Der Hin- und Rückweg muss schweigend zurückgelegt werden, dann gehen Wünsche in Erfüllung." Das habe sie leider nie geschafft, erzählt Yvonne Mertens. Einmal hat Gert Hentze sogar beobachtet, wie Mitglieder der Katholischen Kirche am Morgen des Ostersonntags Weihwasser aus der Quelle geholt haben. "Der alljährliche Arbeitseinsatz, bei dem Ortsbeirat, Angler, Feuerwehr und Heimatverein zum Saisonstart das Gelände rund um die Quelle reinigen, musste auch abgesagt werden", berichtet  Ronny Langas vom Langewahler Heimatverein.
Wenig los ist auch bei dem beliebten Ausflugsziel Kranichsberg in Woltersdorf. Die Liebesquelle sprudelt seit Jahren nicht mehr. Sie ist versiegt. Die als Ersatz extra installierte öffentliche Trinkwasser-Entnahmestelle wurde noch nicht angestellt. Der Aussichtsturm ist auf behördliche Anweisung geschlossen. "Das ist schade. Letztes Ostern waren rund tausend Besucher da", sagt Gisela Schuldt, Vorsitzende des Woltersdorfer Verschönerungsvereins.