Großbrand im Oktober
: Fürstenwalder noch immer geschockt - sechs Wohnungen leer

In der Grünstraße läuft die Sanierung der Wohnungen. Im Oktober wütete dort ein Feuer, bei dem eine Frau starb.
Von
Manja Wilde
Fürstenwalde
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Die Brandwohnung in Fürstenwalde gleicht einem Rohbau: Ulrich Scharmer schließt provisorisch einen Heizkörper an, damit in der Wohnung obendrüber wieder Wärme ankommt.

Manja Wilde

Er steht im Treppenhaus, vor seiner Wohnung in der Grünstraße. Leichter Brandgeruch hängt dort noch immer in der Luft. „Ich rieche das gar nicht mehr“, sagt Schulz. An jene Nacht im Oktober, als die Flammen zu beiden Seiten des Gebäudes aus den Fenstern schlugen, muss er dennoch oft denken. „Dabei ist ja auch die gute Frau gestorben“, sagt Schulz und deutet in die oberen Stockwerke.

Mehr als 300 000 Euro Schaden

Während er und ein Nachbar wenig später wieder in ihre Wohnungen konnten, stehen die restlichen sechs Einheiten des Aufgangs noch immer leer. „Es geht zu langsam vorwärts“, findet Schulz. „Im Moment herrscht ein bisschen Stillstand“, sagt auch Susanne Wolff, die bei der Fürstenwalder Wohnungswirtschaft GmbH (Wowi), der das Haus gehört, den Bereich Vermietung leitet. Da aber lediglich ein weiterer Mieter zurückkehren wolle, herrsche von dieser Seite aus weniger Druck.

Auf mehr als 300 000 Euro belaufe sich der Gesamtschaden des Feuers nach bisherigen Erkenntnissen, sagt Susanne Wolff. Allerdings fehlten noch Angaben zur Statik, weil das entsprechende Gutachten ausstehe. Zur Brandursache liegen ihr keine Informationen vor.

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist das Feuer im Bereich Couch/Sitzecke ausgebrochen“, sagt Staatsanwalt Ingo Kechichian von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Es liege kein Hinweis vor, dass elektrische Geräte zum Brand geführt haben. Auch eine Einwirkung Dritter werde ausgeschlossen, nennt er weitere Erkenntnisse. Die 82-jährige Bewohnerin habe in der Nacht noch einen Nachbarn informiert, dass es brennt und sei dann wieder in ihrer Wohnung verschwunden. Feuerwehrleute hatten die leblose Frau dort gefunden. Ein Notarzt versuchte sie auf dem Weg ins Krankenhaus zu reanimieren. Wenig später starb sie im Klinikum, hatte die Polizei damals mitgeteilt.

Auf Grund des Todes hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt, sagt Kechichian. Die Bewohnerin habe als „Beschuldigte“ gegolten, das Feuer ausgelöst zu haben. Dass das Verfahren eingestellt wurde, bedeute nicht automatisch, dass die Ermittlungen abgeschlossen seien, ergänzte er. Ob sie weiterlaufen, etwa um ein Gutachten für die Versicherung zu erstellen, konnte Kechichian am Freitag nicht sagen.

Die Brandwohnung selbst gleicht einem Rohbau. An den wenigen Stellen, wo der Putz noch nicht entfernt ist, ist es schwarz. Ulrich Scharmer von der Firma Heizung und Sanitär Woltersdorf hat am Donnerstag einen Baustellen-Heizkörper provisorisch angeschlossen. „Damit die Wohnung drüber wieder Wärme bekommt“, erklärt er. Die Hitze des Feuers hatte alle Leitungen „weggeschmort“.

„Putz, Trockenbau, Sanitär, Elektro, Bodenbelag und Türen müssen gemacht werden“, sagt Armin Kaiser von der Lutz Weimann Dienstleistungen GmbH, die die Sanierung des Aufgangs übernommen hat. Bis Mitte des Jahres solle alles fertig sein, kündigt er an. Die weniger geschädigten Wohnungen würden aber früher übergeben.

Mittlerweile sind in dem Gebäude auch Rauchmelder eingebaut. Im Oktober, als das Feuer ausbrach, hatte deren Einbau kurz bevorgestanden, sagt Susanne Wolf. Jetzt seien die kleinen Lebensretter in allen Wowi-Wohnungen installiert. „Es gibt nur noch eine relativ kurze Liste mit Nachzüglern“, ergänzt sie. Bis zu Ende des Jahres sei Zeit, diese abzuarbeiten.