Nachdem Polizei, Feuerwehr, Taucher und DLRG die Suche nach einer hilflosen Person in der Spree in der Nacht zu Sonntag abgebrochen haben, ohne dass jemand gefunden wurde, ist weiterhin unklar, was passiert ist. "Wir haben auch keinen Hinweis bekommen, dass eine Person vermisst wird", teilte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß am Montag mit. "Ich hoffe, dass sich da niemand einen Scherz erlaubt hat", ergänzte die Sprecherin.
Mit einem Großaufgebot hatten die Hilfskräfte die Spree zwischen Spreebrücke und Mischfutterwerk abgesucht. "Das sind etwa zwei Kilometer Strecke" sagt Uwe Pietsch-Kropf, Wachabteilungsleiter der Fürstenwalder Feuerwehr. Gegen 22.30 Uhr war der Alarm am Sonnabend eingegangen. Anrufer hatten gemeldet, dass in der Uferstraße Hilfeschreie ertönen, die aus Richtung Spree kommen.
Taucher aus Grünheide, die Feuerwehren Fürstenwalde und Bad Saarow, ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und die DLRG rückten an. "Die Taucher haben ihr Boot in der Magazinstraße eingesetzt; wir waren mit unserem Schlauchboot vom Löschfahrzeug im Einsatz", schildert Pietsch-Kropf. Das neue Rettungsboot der Fürstenwalder Wehr werde erst am Freitag offiziell übergeben. Nach gut zwei Stunden endete die Suche.
Sie wurde am Sonntag und Montag auch nicht fortgesetzt. "Wenn jemand ertrunken ist, geht er unter und es dauert mehrere Tage, bis der Körper wieder an die Oberfläche kommt", erklärt Fürstenwaldes Feuerwehrchef Jörn Müller. Zudem gebe es Strömungen im Fluss, so dass ungewiss sei, wohin eine Leiche getrieben würde, ergänzt Pietsch-Kropf. Ferner sei die Wasserstraße so stark befahren, dass es schnell eine Meldung geben würde, wenn eine leblose Person auftauche.
Diese würde irgendwann im Wehr Fürstenwalde, das parallel zur Schleuse verläuft, ankommen. "Wir haben noch keine Anfrage, dass etwas gesucht werden soll", sagt Gordon Starcken, Mitarbeiter des Außenbezirks Fürstenwalde des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes. Normalerweise, wenn viel Wasser fließt, würde das Wehr dann hochgezogen. "Denn hinter einem Wehr, dort wo das Wasser runter fällt, bildet sich eine Wasserwalze, in der sich Dinge sonst immer wieder um sich selbst drehen", erklärt Starcken. Da derzeit wenig Wasser in Richtung Berlin laufe, bestehe diese Gefahr aber nicht.
Anwohner in Aufregung
Für viele Fürstenwalder war die Suchaktion am Montag noch Thema Nummer eins. Auch für Britta Kramer aus der Uferstraße. "Alle waren in heller Aufregung, auch heute auf Arbeit haben wir darüber gesprochen", sagt sie. "Wir haben Einschulung gefeiert, als plötzlich der Hubschrauber kreiste." Hilferufe hörten sie, ihr Nachbar Chetan Sain und die anderen Gäste nicht. "Mir war dieser Hubschrauber unheimlich", gesteht eine andere Anwohnerin. Sie stellte den Fernseher aus und sah aus dem Fenster. "Aber Hilfeschreie hätte ich doch gehört", wundert sie sich.
An der Magazin-, aber auch an der Uferstraße gibt es verwilderte Flächen mit alten Gebäuden, an denen sich oft Jugendliche treffen. In den Ruinen der Wollfabrik sollen nach Auskunft von Anwohnern Obdachlose leben. Zu den zahlreichen Gerüchten, die durch soziale Medien geistern, gehört auch, dass die Hilfeschreie vom dortigen Gelände kamen.