Hund bei Fürstenwalde
: Luna jahrelang im Käfig – jetzt beginnt ein neues Kapitel

Für Hund Luna aus Jänickendorf bei Fürstenwalde beginnt ein neues Kapitel. Nachdem sie zuvor viele Jahre in einem Käfig gelebt hatte, geht es mit neuem Herrchen bald auf Reisen.
Von
Susanne Hübscher
Jänickendorf
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Luna und Reinhard Naumann können die erste gemeinsame Reise an die Müritz kaum erwarten. Es werden viele Reisen mit dem Camper in Europa folgen.

Susanne Hübscher

Aus Daisy wurde Luna – aus einem ganz besonderen Grund. Die Hündin soll ihr altes Leben hinter sich lassen. „Es war ein schreckliches Leben – eines Hundes unwürdig“, erzählt Hundebesitzer Reinhard Naumann aus Jänickendorf. Wie ihm im Tierheim berichtet wurde, war Daisy aus einem verdreckten Käfig gerettet worden, in dem sie wohl über lange Zeit hinweg eingesperrt war.

Vor wenigen Wochen hat ihr Leben als Luna begonnen. Voller Liebe, Zuwendung und ausreichend Bewegung – bald sollen auch aufregende Reisen folgen. „Vorher kannte sie nur ihren kleinen Käfig, bekam wenig Pflege“, hat der Rentner erfahren. Er freut sich darauf, der kleinen Hundedame die Welt zu zeigen. „Du wirst ein schönes Leben haben“, sagt er immer wieder und streichelt ihr liebevoll über den Kopf. Er es kaum erwarten, die neunjährige Fellnase aus dem Tierheim mit nach Hause zu nehmen.

„Alles gehört ihr“

Dreimal am Tag gehen die beiden jetzt mindestens eine Stunde spazieren. Luna hat 113 Quadratmeter im Haus und Garten für sich und kann tun und lassen, was sie will. „Alles gehört ihr“, verspricht Naumann euphorisch. „Sie hat eine Couch und ein Sofa für sich allein“, fügt er hinzu. Eine Stufe im Schlafzimmer soll dem kleinen Hund helfen, abends den großen Weg zu seinem Herrchen zu schaffen.

14 Tage Probezeit überstanden

Im Tierheim Fürstenwalde werden Tiere, die ein neues Herrchen oder Frauchen gefunden haben, für 14 Tage zum „Probewohnen“ in die neue Familie gegeben. In dieser Zeit wird getestet, ob das neue Familienmitglied zu ihnen passt. „Sollte das nicht funktionieren, können die Tiere anstandslos wieder zurückgebracht werden“, berichtet eine Mitarbeiterin im Tierheim. „Luna geben wir nie wieder zurück“, bekräftigt Naumann seine Entscheidung.

Von Käfig zu Garten. Jetzt kann Luna ihr Leben in vollen Zügen genießen. Vorher war sie eingesperrt - jetzt ist sie frei. Dank der Naumanns.

Susanne Hübscher

Ringo, Paula, Luna

Die frisch frisierte Hündin ist der dritte Zuwachs bei Familie Naumann. Der erste Hund, Ringo, ein Foxterrier vom Züchter, war der Wunsch des Sohnes und wurde stolze 16 Jahre alt. Paula, eine schwarz-weiß gefleckte Mischlingshündin, lebte mit ihren Welpen in Rumänien auf der Straße, bis sie über den Tierschutz nach Jänickendorf kam und in dem kleinen brandenburgischen Dorf bei den Naumanns ein schönes Leben hatte. Im März musste sie eingeschläfert werden. „Wir nehmen keine Hunde vom Züchter mehr – nur noch vom Tierheim oder Tierschutz. Wir wollen den ältesten Hunden ein paar restliche schöne Jahre geben“, erklärt das Ehepaar.

Es habe immer etwas gefehlt, ohne Hund. Deshalb schauten die Naumanns „einfach mal im Tierheim“, wie sie sagen. Bei Luna waren sie sich sofort: „Das isse“. Schüchtern schlich sie an der Türkante vorbei und eroberte sofort Naumanns Herz. Nach drei Besuchen stand fest: „Luna kommt nach Hause“.

Erst fit werden, dann reisen

Nach schwierigen neun Jahren steht die Gesundheit der Hundedame für das Rentnerehepaar an oberster Stelle. „Sie hat überall Geschwüre an ihren Milchleisten. Das kann von ihrer hohen Geburtenrate kommen“, weiß Naumann. Deshalb stehe bald eine Operation an, die Luna erstmal gut überstehen muss.

Reinhard Naumann schmust überall gern mit der neunjährigen Luna. Er hat für sie extra einen Tritt ans Bett gestellt. Sie könne aber auch auf der Couch oder auf dem Sessel schlafen.

Susanne Hübscher

Wenn der Hund, die Naumanns und ihr Wohnmobil wieder fit sind, geht die erste Tour an die Müritz. Danach sollen Trips nach Ahlbeck und an die Weser folgen. „Wir fahren gern an die Ostsee“, sagt der Hundeliebhaber, der vor seiner Rente auf dem Bau gearbeitet hat. „Im Sommer bis in den Herbst hinein sind wir mit dem Wohnmobil unterwegs und werden Luna natürlich mitnehmen.“

Der kleine Schatten der Naumanns ist inzwischen stolze Besitzerin eines Fahrradkörbchens, eines VIP-Sitzplatzes im Camper und eines Halsbandes mit Namen und Telefonnummer. „Bald lernt sie die Welt kennen, die ihr bisher verwehrt war“, sagt Naumann freudestrahlend.