Hund im Tierheim Fürstenwalde: Rätsel um verlassene Hunde – Besitzer dringend gesucht

Diese Fundhunde sind ein Rätsel. Maureen Pichowsky vom Tierheim in Fürstenwalde weiß nicht, ob sie ausgesetzt wurden oder weggelaufen sind.
Joachim EggersSie sind ungestüm und verspielt und springen jeden menschlichen Besucher mit neugierigen Blicken an. Vier Hunde, drei Hündinnen und ein Rüde, sind seit Montag (29. Juli) im Tierheim Fürstenwalde an der Berkenbrücker Chaussee. Wenn die zutraulichen Vier eine Weile herumgetollen und sich an den Besuch gewöhnt haben, hören sie auch auf zu bellen und legen sich mal auf den Boden.
Es sind schöne, gepflegte, auch gut ernährte Tiere. Ihr Alter schätzt Tierheim-Mitarbeiterin Maureen Pichowsky auf ein bis drei Jahre. Sie waren nicht gechippt, trugen auch kein Halsband. Es dürfte sich um eine Rottweiler-Schäferhund-Mischung handeln, vermutet Maureen Pichowsky.
Doch ihre Herkunft gibt ein Rätsel auf. Das Friedländer Ordnungsamt vermutet, dass die Hunde entlaufen sind. Eine andere Möglichkeit, die Mitarbeiter Steffen Krüger durchaus in Betracht zieht: Die Hunde könnten auch ausgesetzt worden sein, von jemandem, der ihrer schlicht überdrüssig wurde. Jetzt hoffen Stadtverwaltung und Tierheim, dass sich bald ein Besitzer meldet.
An jenem Vormittag klingelte am Morgen in der Stadtverwaltung das Telefon bei Krüger: Kurz vor Lindow, einem der Ortsteile von Friedland, würden vier Hunde frei herumlaufen, hieß es. „Ich bin rausgefahren und habe keine Hunde gesehen“, berichtet Krüger. Er drehte noch zwei Runden durch die Umgebung, da kam ein Anruf, dass die Hunde sich mittlerweile auf einem weitläufigen Grundstück im Friedländer Ausbau befänden.

Pause: Einer der vier Fundhunde im Tierheim Fürstenwalde hat sich hingelegt.
Joachim EggersVier Hunde von Friedland nach Fürstenwalde gebracht
Dort gelang es dem Eigentümer letztlich, die Hunde mit einer Art Schafszaun in einem bestimmten Bereich zu behalten. Krüger merkte, dass die Vierbeiner zutraulich waren. Er ist zugleich Stadtbrandmeister von Friedland. Eine Hundebox hatte er im Auto, zwei weitere waren bei der Feuerwehr, Krüger holte sich Hilfe von seinen Kameraden. Am Ende wurden die vier Vierbeiner in drei Hundeboxen im Gerätewagen Logistik der Friedländer Wehr zur Berkenbrücker Chaussee nach Fürstenwalde gebracht. Wie andere Gemeinden auch hat Friedland eine vertragliche Vereinbarung mit dem Heim zur Aufnahme von Fundtieren.
Dort verbringen die namenlosen Vier, die gute Zähne haben, ihre Tage in einem Gehege für sich. Sie haben weder Flöhe, Zecken, noch Wanzen. „Nichts Auffälliges“, sagt Maureen Pichowsky. Eine Kollegin im Tierheim hat es geschafft, den Vieren Halsbänder anzulegen. An der Leine gehen — damit ist es indes bisher nicht weit her, sagt die Mitarbeiterin. Was wieder auf das Rätsel der Herkunft zurückführt. „Wer weiß, was die kennengelernt haben“, sagt Pichowsky.
Mit jedem Tag, an dem sich kein Besitzer meldet, schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein solcher Anruf kommt, sagt Tierheim-Chefin Christine Matzke aus Erfahrung. „Es fällt doch auf, wenn Hunde weg sind“, sagt sie. Und so viele Tierheime gibt es in der Region ja nicht.
Womöglich ist der Besitzer der Hunde gerade im Urlaub
Ein Szenario, das sie indes für denkbar hält, geht so: Der eigentliche Halter ist gerade im Urlaub und hat die Betreuung einem Dritten überlassen, der sich eben nicht so kümmert wie ein Eigentümer oder sich nicht traut, um Hilfe zu bitten. Wenn sich ein Halter noch melden würde, müsste er natürlich für die Kosten der Unterbringung aufkommen. Im Moment treffen diese Kosten die Stadt Friedland, die sich in der vorläufigen Haushaltsführung befindet, ohne Kämmerer dasteht.
Die Faustregel an der Berkenbrücker Chaussee lautet: Nach zwei Wochen gehen die Tiere in die Vermittlung, sind zu haben. Bei dem Friedländer Quartett handelt es sich um ziemlich prächtige Kandidaten. Sie sind groß, aber nicht zu groß, und Maureen Pichowsky schätzt auch, dass sie nicht viel größer werden. Vermittelt würden die Hunde auch einzeln, weil mehr als zwei sowieso nicht genommen werden, wie Christine Matzke aus Erfahrung sagt. Zwar gilt rein rechtlich, dass ein Eigentümer sechs Monate lang einen Anspruch auf Rückgabe der Tiere hat. Das sagt sie auch jedem Interessenten bei der Vermittlung. „Aber so etwas habe ich in den vielen Jahren nur zwei- oder dreimal erlebt.“



