Hund in Fürstenwalde: Nach viel Trauer findet Atlanta endlich ein neues Zuhause

Hündin Atlanta verabschiedet sich von ihrer Tierheim-Mama Christine Matzke und findet bei ihrem neuen Besitzer und Familienvater aus Strausberg ein neues Zuhause.
Susanne Hübscher„Atlanta hat ein liebevolles Zuhause verdient“, findet Christine Matzke, Tierheimleiterin in Fürstenwalde. „Sie ist bei uns im Tierheim unterfordert, braucht dringend mehr Beschäftigung, liebt Gesellschaft oder gern auch einen Hund um sich herum“, beschreibt sie Atlanta noch vor einigen Monaten.
Vor fünf Monaten lernte die Redaktion die junge Rottweiler-Dame kennen, stellt sie und ihre Geschichte im März vor – ein neues Zuhause wurde gesucht. Das Ergebnis war ernüchternd – Interessierte meldeten sich nicht im Tierheim. Vor zwei Monaten, im Mai, waren zwei weitere Berichte deutlich erfolgreicher. Menschen aus ganz Deutschland meldeten sich im Tierheim in Fürstenwalde in der Berkenbrücker Chaussee und wollten Atlanta kennenlernen.
„Das Telefon habe nicht mehr stillgestanden“, berichtet eine Tierpflegerin aus dem Tierheim. „Von den Interessierten ist definitiv jemand für Atlanta dabei“, fügt sie Ende Mai hinzu. Und so war es auch. „Eine Familie stach aus den rund 16 Direktbewerbern heraus. Man hat das im Gefühl, dass es passt", freut sich Christina Matzke. Die Wohnsituation habe gestimmt, die Vorerfahrung, der Willen den Rottweiler ausgiebig zu beschäftigen und das Bewusstsein zur Rasse war gegeben.
Hündin Atlanta findet in Strausberg ein neues Zuhause
"Ich habe den Zeitungsartikel über Atlanta gelesen. Den habe ich dann meiner Frau gezeigt und nochmal eine Woche darüber geschlafen. Danach riefen wir uns im Tierheim an", erklärt Yves, der Familienvater aus Strausberg. Er berichtet, dass er zwei bis drei Mal in der Woche im Tierheim war. Mal mit seinen Kindern, mal ohne. „Das Kennenlernen und die zwei Probetage bei der Familie verliefen sehr gut“, so Matzke. „Heute sind wir hier, um Atlanta nach Hause zu holen. Meine Frau und Tochter warten schon sehnsüchtig zu Hause“, freut sich der neue Hundevater, der im öffentlichen Dienst tätig ist, am Mittwochnachmittag (24. Juli).

Rottweilerdame Atlanta wird aus dem Tierheim in Fürstenwalde abgeholt.
Susanne HübscherFamilie freut sich auf Hündin Atlanta
"Bis 2008 habe ich Rottweiler gehabt, danach bis 2017 einen Labrador", erzählt der Hundehalter. Sein elfjähriger Sohn sitzt überglücklich neben ihm und erzählt freudig von „seinem Schmusehund“, der sich an die Beine seiner Familie drückt und sich über Streicheleinheiten freut.
„Wir sind zu Hause abwechselnd im Homeoffice, haben viel Zeit und ein Haus mit viel Land, auf dem sich Atlanta austoben kann“, erklärt Yves, der bereits zwei Rottweiler besessen hat. Yves erklärt, dass sie Atlanta erst jetzt abholen wollten, weil die Rasseliste in Brandenburg seit dem 1. Juli abgeschafft ist. Das habe viel bürokratischen Aufwand erspart.
Eine Stoff-Atlanta als Dankeschön
Seit Mittwoch ist Atlanta das jüngste Mitglied in der Strausberger Familie. Zum Abschied und als Dankeschön gab es für das Tierheim eine kleine Stoff-Atlanta, eine von der Familientochter selbst gehäkelte Rottweiler-Dame, und eine selbstgeschriebene Karte mit Sand aus Lanzarote. Der Familiensohn spendete, als Dank, auch sein Taschengeld ans Tierheim.
Der erste Besitzer, ein älterer Herr, liebte die kleine Fellnase, verwöhnte und gehätschelte sie. Doch je größer und agiler sie wurde, desto schwieriger wurde es, für den Senior, sich um sie zu kümmern – Atlanta landete das erste Mal im Tierheim. Im vergangenen Jahr interessiert sich eine junge Familie für den Hund, doch aufgrund des hohen Tatendrangs, der Agilität und der Herausforderungen wurde Atlanta im Februar wieder ins Tierheim gebracht. Zu viele Herausforderungen, die die Familie nicht stemmen konnte.

