Frau Senger, ist es erlaubt, ein verstorbenes Haustier im eigenen Garten zu beerdigen?

Einzelne Haustiere wie Katze, Hund, Wellensittich oder Meerschweinchen können unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen auf dem eigenen Grundstück begraben werden. Möglich ist das allerdings nur, wenn von der Grabstelle keine Gefahren für Mensch, Tier und andere Güter ausgehen, insbesondere Wasser und Boden sind hier gemeint.

Welche konkreten Einschränkungen gibt es?

Liegt das Grundstück im Trinkwasserschutzgebiet, ist eine Bestattung dort nicht möglich. Wenn das Tier eine meldepflichtige Krankheit hatte, kommt das Vergraben auf dem eigenen Grundstück auch nicht in Betracht. Für seuchenkranke oder seuchenverdächtige Tiere gelten gesonderte Vorschriften. Wer unsicher im Umgang mit einem verstorbenen Tier ist, sollte das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt kontaktieren oder sich rechtzeitig durch den Tierarzt beraten lassen, der das Tier behandelt hat.

Petra Senger, Amtstierärztin Landkreis Oder-Spree
Petra Senger, Amtstierärztin Landkreis Oder-Spree
© Foto: Jörn Tornow

Richtwert für Bestattung von Hunden: 80 Zentimeter tief

Wie tief muss das Tier eingegraben werden?

Die Tiefe der Grabstelle richtet sich nach der Größe des Tierkörpers, im Zweifelsfall lieber etwas tiefer graben. Ein guter Richtwert - auch für etwas größere Tiere wie einen Hund - sind 80 Zentimeter. Aus dieser Tiefe graben auch ein Fuchs oder andere Raubtiere keinen Tierkörper mehr aus. Die Tierkörper sind entweder ohne Umhüllung oder nur in einer Umhüllung zu vergraben, die den Verwesungsprozess der Körper nicht beeinträchtigt. Insbesondere sind Kunststoffe oder Dosen nicht zu verwenden. Zu Nachbargrundstücken sollte ein angemessener Abstand eingehalten werden.

Ist es erlaubt, einen Tierkadaver im Wald zu beerdigen?

Im öffentlichen Raum, auf Feldern, im Wald oder auf Wiesen dürfen Haustiere nicht begraben werden. Regelkonforme Alternativen sind Tierfriedhöfe oder die Einäscherung in speziellen Tierkrematorien.

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