Auch für die Gemeinde Jacobsdorf war 2020 kein leichtes Jahr. Bettina Winkler sprach mit Bürgermeister Peter Stumm über Baby-Bäumchen, Corona und Bauvorhaben.

Herr Stumm, wie war das vergangene Jahr?

Jammervoll. In unserer Gemeinde gab es im März den ersten Coronafall im Amt Odervorland. Das hat uns alle sehr betroffen. Damals war die Pandemie in Deutschland noch am Anfang und keiner konnte sich vorstellen, was für Auswirkungen auf uns zu kommen. Zum Glück ist die erkrankte Frau wieder genesen. Aber bis heute hat uns die Pandemie im Griff. In der Gemeinde mit ihren vier Ortsteilen Jacobsdorf, Petersdorf, Sieversdorf und Pillgram gibt es etliche Corona-Infizierte.

Trotz allem wurden auch Vorhaben realisiert.

Ja. Auf dem Petersdorfer Sportplatz wurde für rund 10.000 Euro ein Brunnen gebohrt, um kostengünstiger die Rasenfläche zu beregnen. Außerdem haben wir für 20.000 Euro gemeindeeigene Wohnungen in Pillgram und Jacobsdorf saniert. In dem Bereich wollen wir auch weitermachen. Die Mieter sollen sich schließlich wohl fühlen. Kurz vor Jahresende hat auch der Ausbau des Radweges zwischen Jacobsdorf und Pillgram begonnen. Damit ist ein Wunsch vieler Bürger in Erfüllung gegangen. Die Windmüller haben Ersatzpflanzungen in Jacobsdorf vorgenommen.

Konnte die Gemeinde wieder neue Erdenbürger begrüßen?

Ja und über den Zuwachs freue ich mich besonders. Bis November wurden 15 Jungen und Mädchen geboren. Jedes Kind bekommt auf Kosten der Gemeinde einen Apfelbaum geschenkt. Diese Tradition wird fortgesetzt.

Welche Vorhaben sind für 2021 geplant?

Priorität hat die Schaffung von zusätzlichen Bauflächen. Ich wünsche mir, dass dabei alle Ortsteile berücksichtigt werden. Dann haben die Gemeindevertreter beschlossen, in Pillgram den Fußboden der Turnhalle zu sanieren, die Kita zu erweitern und Gehwege auszubauen. Zudem sollen die Dorfteiche aus Mitteln des Naturschutzfonds saniert werden. Außerdem freue ich mich auf die versprochene Bepflanzung der Verkehrsinseln.

Was wünschen Sie sich für die Gemeinde?

Dass die Entwicklung kontinuierlich so weiter geht. Schön wäre wieder eine Einkaufsmöglichkeit in Jacobsdorf. Auch ein neuer Zahnarzt wäre gut. Der bisherige hört aus Altersgründen demnächst auf.

Sie waren von 1989 bis 1992 Bürgermeister von Jacobsdorf und sind damit in die Kommunalpolitik eingestiegen. Dann haben Sie als Amtsdirektor 24 Jahre lang die Geschicke von Odervorland geleitet. Jetzt sind Sie seit 18 Monaten Bürgermeister der Gemeinde Jacobsdorf. Was haben beide Positionen gemeinsam?

Wichtig ist, dass man sich mit Haut und Haaren für die Menschen einsetzt. Für mich als Amtsdirektor war es nicht von Nachteil, dass ich mich vorher als Bürgermeister auf kommunaler Ebene mit Höhen und Tiefen des ländlichen Lebens beschäftigen musste. Eine gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Amtsverwaltung und Bürgermeister ist Voraussetzung, um Probleme konstruktiv anzugehen. Derzeit sehe ich da Probleme. In der Amtsverwaltung haben elf erfahrene Mitarbeiter, darunter auch Personalratsmitglieder, gekündigt. Damit ist beim Amtspersonal viel Erfahrung und Identifizierung mit den Dörfern verloren gegangen. Die Neueinstellungen müssen sich erst einarbeiten, was Zeit braucht.

Sehen Sie dennoch optimistisch in die Zukunft?

Grundsätzlich, ja. Es geht immer vorwärts. Ich freue mich, dass sich die neue Gemeindevertretung zusammen gerauft hat. Es sind angenehme, kreative und konstruktive Mitstreiter. Die vier Ortsvorsteher engagieren sich ebenfalls und denken nicht nur für ihren Ort, sondern auch für die Gemeinde.