Kirche
: Horst Pietralla feiert Diamantene Priesterweihe

Seit 2004 lebt er in Biesenthal, hat aber immer noch gute Kontakte in die katholische Kirchengemeinde in Fürstenwalde.
Von
Andreas Wetzel
Biesenthal
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Glückwünsche für den Jubilar: Pfarrer Horst Pietralla (sitzend) hat am Donnerstag in Biesenthal sein 60-jähriges Priesterjubiläum gefeiert. Neben einer Abordnung aus Fürstenwalde gratulierten Prälat Roland Steinke (l.) und Weihbischof Wolfgang Weider.

MOZ.de

Den Kontakt zur Pfarrei St. Johannes Baptist hat Horst Pietralla auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2004 nie verloren. Auch am Donnerstag war eine Abordnung Fürstenwalder Gemeindemitglieder nach Biesenthal gekommen. Nach der Messfeier in der barocken Kirche St. Marien überbrachten sie ihm ihre Glückwünsche. Der Jubilar freute sich sichtlich — sein Wegzug nach Biesenthal hatte der gegenseitigen Wertschätzung aus der gemeinsamen Zeit in Fürstenwalde keinen Abbruch getan.

Aufregende Wendejahre

Mehr als 20 Jahre hatten Aktive wie Werner Hill, seinerzeit Vorsitzender  des Pfarrgemeinderats, der heutige Kirchenvorstand Wolfgang Hoffmann und die Leiterin des Caritas–Helferinnenkreises, Renate Funke, mit Pfarrer Pietralla sowohl die Probleme der Kirche zu DDR–Zeiten als auch die aufregenden Wende– und Nachwendejahre erlebt.

Bei der eigenen Bistumsleitung, aber auch bei den Verantwortlichen im Potsdamer Bildungsministerium hat Horst Pietralla Anfang der 90er–Jahre immer wieder buchstäblich auf der Matte gestanden. Sein Ziel: eine katholische Schule in der tiefen Diaspora Brandenburgs zu gründen. Bekanntermaßen hat er das 1991 geschafft. Das Schulzentrum im Fürstenwalder Norden deckt heute alle Abschlüsse von Primar– und Sekundarstufe ab und genießt nicht nur bei kirchennahen Familien einen guten Ruf, Protestanten eingeschlossen, sondern auch bei Ungetauften.

Das Lebenswerk Pietrallas hat die Kirche mit dem Titel Ehrendomherr gewürdigt, von staatlicher Seite wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Bei seiner Jubiläumsfeier gratulierte ihm nicht nur Wolfgang Weider, Weihbischof im Ruhestand, sondern auch Prälat Roland Steinke. Letztere war Anfang der 90er–Jahre als  Generalvikar im Erzbistum ganz eng in die Schulgründung eingebunden.

Geboren wurde Horst Pietralla in Angermünde; als der Abiturient Anfang der 50er–Jahre seinen Wunsch kundtat, katholischer Priester werden zu wollen, war seine evangelische Mutter nicht wirklich begeistert, wie er selbst erzählt. Später habe sie seinen Entschluss jedoch voll und ganz mitgetragen. Nach Sprachkurs, Studium in Erfurt und Priesterseminar in Neuzelle wurde er dann am 19. Dezember 1959 von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht.

Zweite Heimat an der Spree

Nach verschiedenen Stationen wird die Fürstenwalder Gemeinde so etwas wie seine zweite  Heimat. 23 Jahre — bis 2004 — war er dort tätig. Einer der Vikare, die in diesen Jahren in St. Johannes Baptist eingesetzt waren, hielt am Donnerstag in Biesenthal die Predigt: Pfarrer Armin Kögler berichtete, dass Horst Pietralla seine ersten Jahre nach der  Priesterweihe mitgeprägt und dass ihn insbesondere seine Entschlossenheit beeindruckt habe.

Der Jubilar hat seine Aktivitäten inzwischen aus Gesundheitsgründen reduzieren müssen. Auch in Biesenthal war er noch viele Jahre als Seelsorger tätig, und hat unter anderem die Renovierung der barocken Filialkirche der Bernauer Pfarrgemeinde Herz Jesu vorangetrieben.