Museum Fürstenwalde: Von Ostsee nach Oder-Spree – so sollen Seefahrt-Fans angelockt werden

Der Fürstenwalder Museumsleiter Guido Strohfeld (l.) mit Hans Panten, dem Experten für Seezeichen, vor dem ausrangierten Leuchtturm, der seit 2007 in Fürstenwalde steht.
Ruth BuderFür Liebhaber von Seezeichen könnte es bald neue Anreize geben, auf Besichtigungstour zu gehen – in Fürstenwalde, an der Ostsee, aber auch in ganz Europa. Schon seit längerem gibt es Initiativen von Leuchtturm-Enthusiasten, insbesondere an der Küste.
Anfang des Jahres entschlossen sie sich, ein echtes Netzwerk zu bilden und gründeten den deutschen Verein „Leuchtturmroute e.V.“ Diesem ist auch das Museum Fürstenwalde beigetreten, dessen Leiter Guido Strohfeldt war bei der Gründung dabei: „Wir liegen zwar nicht am Meer, sind aber im Verein genau richtig. Schließlich war die Fürstenwalder Firma Pintsch weltweit führend im Seezeichen-Bau. Als Zeichen der Erinnerung steht seit 2007 ein ausrangierter Leuchtturm zur Besichtigung vor unserem Haus. Und vom Kreisel Hegelstraße grüßt eine Leuchttonne, ebenfalls ein Original.“
Interesse an Leuchtturm in Fürstenwalde relativ groß
Vom Museum aus kann Guido Strohfeldt sehen, dass das Interesse an dem „Vierendehlgrund Leuchtfeuer“, das den Schiffen bei der Ansteuerung des Hafens in Stralsund diente, relativ groß ist und immer wieder als Fotomotiv dient. Der Leuchtturm war von 1910 bis 1983 in Betrieb, wurde dann demontiert, kam 2007 nach Fürstenwalde.
Industriedenkmale dieser Art gibt es etliche in Deutschland und Europa. Damit sie nicht in Vergessenheit geraten, hat sich nun auch ein europäischer Verein gegründet, die „Europäische Route der Leuchttürme“ (European Route of Lighthouses, ERoL). Am 7. September ist die Gründungsurkunde unterzeichnet worden. Mitgliedsländer sind neben Deutschland bisher Portugal, Norwegen, Frankreich, Estland und Irland. Ziel ist es, die kulturelle Bedeutung und die Nutzungsmöglichkeiten europäischer Leuchttürme über ihre frühere oder heutige Funktion als Seezeichen und Navigationshilfe zusammenführen und in das Programm der Kulturstraßen des Europarates aufgenommen zu werden, heißt es.
Dieses Programm hat sich zur Aufgabe gestellt, kulturelles Erbe zusammenzubringen und über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Von all diesen Initiativen verspricht sich Museumsleiter Strohfeldt einen positiven Effekt: „Wir haben auch in unserem Museum viele Informationen zu diesem Thema zu bieten. Die ganze Sache könnte Touristen anziehen.“ Wichtige Zeitzeugen sind dabei die drei ehemaligen Gaselaner Hans Panten, Klaus Rattemeyer und Eberhard Jaeger, die sich um die Geschichte der Seezeichen aus Fürstenwalde verdient gemacht haben.
Hans Panten, der bis 1987 im sogenannten Blinkerbau bei Gaselan gearbeitet hat, sorgte mit für den originalen Aufbau und das Leuchten bei Nacht. Auch am Hafen in Bad Saarow steht so ein Leuchtturm, aus Einzelteilen zusammengesetzt. Darum ist es nur logisch, dass Fürstenwalde einen festen Platz im Leuchtturmpass bekommt.

So könnte der neue Leuchtturm-Pass des Fürstenwalder Museums aussehen – Blick ins kleine Büchlein.
Ruth Buder„Ein solcher Pass liegt bereits als Muster vor, ist gerade in Arbeit und wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr herauskommen“, berichtet Strohfeldt. Wer dann mit seinem Pass von Leuchtturm zu Leuchtturm reist, kann sich seine Anwesenheit „bescheinigen“ lassen und Stempel sammeln. „Tolle Idee“, findet Hans Panten. Und auch eine Wertschätzung der leidenschaftlichen ehrenamtlichen Arbeit des über 80-Jährigen.

