Museum in Fürstenwalde: Welche Highlights werden 2024 geboten?

Maritime Technik im Museum von Fürstenwalde: Museumsdirektor Guido Strohfeldt will auch 2024 die Geschichte der Leuchtfeuer in den Fokus rücken
Christoph MannLeuchttürme, Ofenkacheln und Stadtmauer — nur einige Themen, die Guido Strohfeldt im Jahr 2024 im Stadtmuseum von Fürstenwale behandeln möchte. Der Museumsdirektor hat gerade zusammen mit Wolf D. Hartmann das Buch „Wie die Hohenzollern in die Mark Brandenburg kamen. Der Vertrag von Fürstenwalde 1373“ herausgebracht, das im Dezember im frisch sanierten Jagdschloss von Fürstenwalde vorgestellt wurde. Jetzt erzählt er, was im Museum im Jahr 2024 geplant ist.
Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen
Für alle, die sich für die Geschichte von Fürstenwalde interessieren, ist das Stadtmuseum am Domplatz die allererste Adresse. Die Dauerausstellung beleuchtet die Geschehnisse in der Domstadt von der Urgeschichte bis in die Gegenwart.

Die akteuelle Sonderausstellung im Museumin Fürstenwalde beleuchtet die Ereignisse während der Gründerzeit in der Stadt.
Christoph MannDarüber hinaus werden regelmäßige Sonderausstellungen geboten. Derzeit ist das eine Ausstellung über Fürstenwalde in der Gründerzeit, die Zeit von 1871 bis zum Ersten Weltkrieg, zu sehen. Wie in ganz Deutschland sorgte in dieser Zeit der industrielle Fortschritt auch in Fürstenwalde für einschneidende Veränderungen.
Museum Fürstenwalde: Geschichte auf Ofenkacheln
Im Jahr 2024 sind bereits weitere Sonderausstellungen geplant, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Landesmuseum Brandenburg. „Reformation und Behaglichkeit“ heißt die Exposition, die die Zeitgeschichte des 16. Jahrhunderts anhand von Ofenkacheln erzählt. In dieser Zeit wurden die Kacheln mit dekorativen Reliefbildern versehen, die den Zeitgeist spiegeln. Nicht selten kamen so neben der behaglichen Wärme auch Motive der Reformation in die heimischen Wohnstuben. „Spannend ist es“, erläutert Strohfeldt, „die Motive aus den verschiedenen Regionen zu vergleichen“.

Ofenkacheln erzählen Geschichte: 2024 ist im Museum eine Sonderausstellung dazu in Fürstenwalde zu sehen.
Christoph MannDie Ausstellung hat ihren Fokus auf ganz Brandenburg, wird aber durch Exponate aus der Fürstenwalder Sammlung ergänzt. Denn in Fürstenwalde wurden solche Ofenkacheln auch hergestellt. Es entwickelte sich sogar eine Ofenkachelindustrie in der Stadt. Davon zeugt heute noch das Taubenhaus, gebaut ganz aus Fürstenwalder Ofenkacheln, das vor dem Museum zusammen mit dem Leuchtturm zu sehen ist.
Maritime Technik aus Fürstenwalde
Auch das Engagement im Bereich der Seezeichen will das Museum in Zukunft noch verstärken, erläutert Guido Strohfeldt. So sei Fürstenwalde in Jahr 2023 in den Verein Europäische Leuchtturmroute eingetreten, der sich für eine Aufnahme einer Leuchtturmroute in das Programm der Kulturstraßen des Europarates einsetzt.
Fürstenwalde ist dabei, um an die Produktion der maritimen Wegweiser in den Pintschwerken und später bei Gaselan zu erinnern. 2023 kam ein weiteres Objekt wieder zurück nach Fürstenwalde, eine Flachwasserboje aus der Ostsee bei Stralsund, die 1963 bei Gaselan gebaut wurde.
Im Museum ist eine Tafel ausgestellt, die eine Auswahl von Leuchttürmen auflistet, die mit Technik aus Fürstenwalde ausgestattet sind. Darunter der Warnemünder Leuchtturm, der Leuchtturm Roter Sand nordöstlich der Insel Wangerooge und das Leuchtfeuer auf dem Gellen, dem südlichen Ende der Insel Hiddensee. Auch in Tansania, einer ehemaligen deutschen Kolonie, steht ein Leuchtturm, ausgestattet mit Technik aus Fürstenwalde, weiß Guido Strohfeldt.
Höhepunkte 2024 im Museum Fürstenwalde
Weiterer Höhepunkt für 2024 wird ein Vortrag über die mittelalterliche Stadtbefestigung Fürstenwaldes sein, von der als markantestes Bauwerk noch der Bullenturm erhalten ist.
Auch eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Baumexperten der Stadt, Thomas Schmidt, ist geplant. Sie soll den Fürstenwaldern Wissenswertes und so noch nicht Erzähltes über die vielen sehr unterschiedlichen Bäume im Stadtgebiet vermitteln. Fest im Kalender steht bereits die Lange Nacht der Museen, die 2024 am 24. Mai zum Museums–Hopping rund um Fürstenwalde animieren soll. Die teilnehmenden Einrichtungen und mögliche Busrouten stehen zurzeit noch nicht genau fest, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben, sagt Strohfeldt.



