Natur-Kultur: Entdeckungsreise mit Schloss und Reiter
„Viel Spaß bei der Entdeckerreise“ wünschte Amtsdirektorin Marlen Rost bei der Eröffnung am Sonntagmorgen am Herrenhaus in Heinersdorf. Im Garten waren zahlreiche Stände aufgebaut und die Samba-Kids aus Köpenick trommelten nach Herzenslust. Bei den Führungen durch das Herrenhaus erfuhren die Gäste von den Plänen für das sanierungsbedürftige „Schloss“, die rund sieben Millionen Euro kosten.
Schandfleck beseitigt
Die Brüder Dieter und Jürgen Schulze haben einen Schandfleck in der Dorfstraße in Jacobsdorf beseitigt, bis zu 150 Jahre alte Häuser samt Nebengebäuden wiederbelebt. In einem ehemaligen Kuhstall war am Sonntag ein kleines Café eingezogen. In einem anderen Gewölbe lockte eine Galerie mit Bildern von Svetlana Tiukkel. Sie hatte zudem auf der Wiese im Innenhof, wo mit den Gästen Hühner und Gans herumspazierten, noch einen Stand mit Keramiken. Den imposanten Heuboden lobten am Mittag Antje Nehls aus Petersdorf und ihre Verwandten aus Sachsen, und inspizierten den Trödelmarkt.
Einige historische Prunkstücke hat die Kirche in Petersdorf vorzuweisen, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Justyna und Jakob Sek aus Sieversdorf bestaunten die bunte Kanzel, ein Werk der Spätrenaissance. Und die Orgel, die laut Ortsvorsteher Thomas Kahl eine der wenigen erhaltenen Instrumente des schlesischen Orgelbaumeisters Henze ist. Zu hören war sie letztmalig 2010. Die Kirchgemeinde möchte sie wiederherstellen lassen, doch schon der Erhalt der Kirche selbst ist teuer.
Beeindruckt zeigte sich Ulrike Margraff aus Jacobsdorf nach einem Rundgang mit Ingenieurin Ines Schwenzer durch das Wasserwerk in Briesen. Dass von hier aus nicht nur Frankfurt, sondern auch das gesamte Umland versorgt wird, war für den Briesener Thomas Schulz neu. Jede der drei großen Pumpen drückt dafür das Wasser mit 8,9 Bar in die Leitungen. 26 000 Kubikmeter pro Stunde sind möglich. Durchschnittlich werden bis zu 16 000 Kubikmeter pro Stunde benötigt, im heißen Sommern waren es 21 000. Auf dem Hof des Werkes feierte derweil der Pferdesportverein Silberregen sein fünfjährigs Bestehen mit einer mitreißenden Voltigier-Show.
Eine Besuchergruppe nach der anderen führten Gordon Starcken und seine Kollegen vom Wasser- und Schifffahrtsamt über die Kersdorfer Schleuse, deren älteste Kammer 1891 eröffnet wurde. Lutz Habrecht aus Berlin interessierte sich für Tipps für Kanutouren in der Gegend rund um die Schleuse. Starcken, selbst begeisterter Kanufahrer, konnte auch da helfen.
Stolz auf ihrer kreative Leistung merkte man den Hobbymalerinnen im Vereinshaus in Briesen an. Die Frauen lernen bei Wolfram-Werner Kipsch. „Wir wollen hier eine dauerhafte kleine Galerie aufbauen“, erzählte er. Inga Schütz ließ an diesem Nachmittag vor aller Augen ein Werk entstehen. „Das ist unser großes Talent“, sagte Margot Haby, die auch ein paar schöne Bilder zur Ausstellung besteuerte.


