Neujahrsempfang 2025
: Wie Fürstenwalde zur Erlebnis-Stadt für Touristen werden soll

Bürgermeister Matthias Rudolph malt sich auf dem Neujahrsempfang die Zukunft der Stadt aus. Wovon er träumt und was 2025 wahr werden soll.
Von
Angela Boll
Fürstenwalde
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Ein Herz für Fürstenwalde: Elisabeth Alter ist beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Matthias Rudolph (re.) für ihr Engagement geehrt worden. Mit dabei: Christian Altmann, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.

Ein Herz für Fürstenwalde: Elisabeth Alter ist beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Matthias Rudolph (re.) für ihr Engagement geehrt worden. Mit dabei: Christian Altmann, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung (li.).

Angela Boll
  • Bürgermeister Rudolph skizziert beim Neujahrsempfang 2025 die Zukunft Fürstenwaldes als Touristenstadt.
  • Geplante Projekte umfassen neue Bürgerbüros, Fußgängerzonen und 900 Wohneinheiten.
  • Rudolph ruft lokale Händler zu Mut und Risikobereitschaft auf.
  • Eine neue App soll Handel und Bürger vernetzen.
  • Elisabeth Alter wird für ihr langjähriges Engagement geehrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fackeln auf dem Marktplatz, roter Teppich am Rathauscenter und ein strahlender Bürgermeister am Eingang des zukünftigen Bürgerbüros. Das Entrée zum Neujahrsempfang lässt keinen Zweifel, hier wird an diesem Abend nichts kleingeredet. Boeuf Stroganoff, Vitello Tonato, Schiffchen von Cantaloupe eingetaucht in Rotlicht, das lenkt die Gäste beim Eintreten von der künftigen Baustelle ab. In wenigen Wochen beginnt hier im Erdgeschoss des Rathaus-Centers der Umbau zum Bürgerbüro.

Händeschütteln, Stößchen und noch ein frohes Neues... Beim Einlaufen der geladenen Stadtgesellschaft wird gegrüßt und gelächelt. Zaghaft gestaltet sich das aufeinander Zugehen, denn das penetrante Rotlicht umnebelt nicht nur die Schiffchen von Cantaloupe, sondern auch die ebenfalls rot beschrifteten Namensschilder, die dadurch ihrer Sinnhaftigkeit beraubt werden.

Sei's drum. Bald fließt das Fürstenwalder Bier, die Berührungsängste verfliegen und der Bürgermeister tritt ans Mikrofon. Von Christian Altmann, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung auf die Bühne gebeten, holt das Stadtoberhaupt zur Neujahrsansprache aus. In diesem Jahr hat Matthias Rudolph Leute aus dem Handel geladen. In jedem Jahr steht der Neujahrsempfang unter einem neuen Motto, jährlich wechseln daher auch die Gäste, zu denen der Bürgermeister spricht.

Der Goldene Rabe 2025

Der Goldene Rabe geht in diesem Jahr an Bernd Norkeweit vom Fürstenwalder Tourismusverein. Bürgermeister Matthias Rudolph hatte ihn selbst vorgeschlagen, die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

Der Macher von Fürstenwalde: Bernd Norkeweit hat den Goldenen Raben 2025 bekommen.

Der Macher von Fürstenwalde: Auf dem Neujahrsempfang wurde Bernd Norkeweit der Goldene Rabe überreicht.

Angela Boll

Bernd Norkeweit war Stadtfotograf, er organisiert das jährliche Erntefest und ist der Ideen-Geber unter den Fürstenwalder Braufreunden. Im Tourismusverein sucht er aktuell Wege, um Fürstenwalde bis 2030 neu aufzustellen und attraktiver zu machen.

Bürgermeister wünscht sich Mut und Risikobereitschaft im Handel

Gleich dagegen bleibt bei jedem Neujahrsempfang, dass zurückgeblickt wird und das in Regel mit überwiegender Zufriedenheit. So viel Gutes, so viel Fortschritt, Entwicklung und Zukunft, dass man sich bald fragt, wie wohl der Übergang zum Handel in Fürstenwalde gelingen will.

Matthias Rudolph macht das so: Er hebt seinen „bedeutenden Meilenstein“, wie er die Spreevorstadt bezeichnet, hervor, beschreibt das Vorhaben, spricht von 900 Wohneinheiten in Innenstadtnähe und Platz für 3500 Menschen, von der Grundschule und der Kita, die dort geplant sind und serviert den anwesenden Handeltreibenden damit feierlich ihre To-do-Liste: „Das ist Ihre neue Perspektive und damit kommen wir zum Kern des Abends“.

Einen größeren Handel-Knaller kann der Bürgermeister vorerst nicht bieten, längst kennt er die Diskussionen um die "tote Innenstadt", weiß natürlich - so sagt er -  dass sich die Fürstenwalder „mehr schöne Geschäfte“ wünschen. Daher fordert er Mut von den Handeltreibenden, Risikobereitschaft, deshalb biete er ihnen am heutigen Abend die Möglichkeit der Vernetzung.

Neujahrsempfang in Rot: Bundestagsabgeordneter Mathias Papendiek, Kreistagsabgeordneter Christian Dippe und Kreistagsvorsitzender Rolf Hilke.

Neujahrsempfang in Rot: Bundestagsabgeordneter Mathias Papendiek, Kreistagsabgeordneter Christian Dippe und Kreistagsvorsitzender Rolf Hilke.

Angela Boll

Mit den neuen Bürgerbüros, die bis Herbst 2025 fertig sein sollen, sieht er, so sagt Rudolph, einen ersten Weg dahin, die Innenstadt zu beleben. Der Bereich rund um das Rathaus zwischen Reinheimer Straße und Brücke und Eisenbahnstraße - Rudolph spricht von "Kernstadt" - sieht er großes Potenzial, malt sich das gebiet als komplette Fußgängerzone aus.

Hier könnte man den Handel konzentrieren, Menschen in die Stadt holen, Cafés, Musik, kulturelle Highlights - „die Synergien liegen auf der Hand“, findet der Bürgermeister. Und er ist sich sicher, „wenn wir damit Touristen im Seenland ansprechen, werden wir etwas Ansprechendes aufbauen können“.

Jeden Monat Blumen als Wertschätzung für Elisabeth Alter

Unterstützung für mutige Neuansiedler oder treue Ladenbetreiber soll nun eine neue App bieten, die Rudolph schon mal ankündigt, obwohl sie erst in drei bis vier Wochen startklar ist. Die Fürstenwalde-App wird, so verspricht er, alle wichtigen Informationen an einem Ort vereinen. Über Push-up-Nachrichten werde der Nutzer über Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten.

Eine, die seit Jahrzehnten ohne Social Media in der Stadt vernetzt ist, wird beim Neujahrsempfang mit Blumen überhäuft: Elisabeth Alter. Die ehemalige Landtagsabgeordnete erhält ab jetzt monatlich einen bunten Strauß als Würdigung ihres herausragenden Engagements, als Wertschätzung ihrer wichtigen Impulse für die Spreestadt. Bleibt nur noch der Wunsch, dass auch der Handel in Fürstenwalde von Monat zu Monat aufblühen wird.