Als Zuschauer beim 8. Internationalen Filmfestival Bad Saarow hatte sich am Sonntag auch eine Gruppe Storkower zusammengefunden, „ein tolles Team, multikulti, bei dem alles gut von der Hand geht“, freut sich Franziska Reichelt von der Caritas. Sie hat mit Claudia Knothe von den Johannitern im Friedensdorf Storkow eine „kleine Nähfabrik“ organisiert. Täglich stellen dort zwei bis sechs Somalier, Syrier und Deutsche, oft als Familien, unter Anleitung durch die Schneider Rodeen Kaaouk und Mohamad Kheir Daoud Coronamasken her. „Viele Storkower helfen uns auch von zu Hause aus“, berichtet Claudia Knothe, „und unterstützt werden wir durch den Förderverein Eltern-Kind-Zentrum Storkow“.

Auszeichnung für Ehrenamtler in Storkow

Mohamad Kheir Daoud, dessen Ehefrau Davut Makbule auch mitnäht, wurde erst am Freitag unter den Ehrenamtlern Storkows ausgezeichnet. „Vom ersten Tag des Projekts hat er seine Hilfe und Unterstützung angeboten und täglich mehrere Stunden an der Nähmaschine gearbeitet. Im Schnitt stellt er täglich 25 Masken her, gibt den anderen freiwilligen Helfern Tipps und Tricks zum Nähen und konnte zusätzlich seine Sprachkenntnisse verbessern“, heißt es in der Begründung.

Bei Dreharbeiten Projekt im Film festgehalten

Von April bis Mai waren unter den fleißigen Nähern die Filmemacher Anna Faroqhi und Haim Peretz, um einen Kurzfilm mit dem Titel „Masken für alle“ über dieses Projekt zu drehen. „Es herrschte unter allen Beteiligten eine wunderbare Atmospäre des Voneinanderlernens, des Lehrens und des fröhlichen Beisammenseins“, hatten beide beobachten können. Unter anderem sind in dem Film Franziska Reichelt, Ilona Briesenick, Roda Osman Ali, Mahmad Kheir Dauod und Schüler der Europaschule zu sehen, welche Stoff für die Masken bemalen.
Die Vorführung beim Festival in Bad Saarow war eine Premiere. Mohamad Kheir Daoud findet den Film sehr gut, „wie im normalen Leben“. Franziska Reichelt lacht: „Er kam jeden Tag freudestrahlend zur Arbeit, und es waren eben einfach nur ein paar Kameras dabei.“