Das Helios Klinikum Bad Saarow bietet eine medizinische Erstuntersuchung für Menschen an, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind. Ab dem 5. April werden dienstags und donnerstags, von 9 bis 11 Uhr, Gesundheitsuntersuchungen in der Zentralen Notaufnahme durchgeführt, teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit. Das Angebot richte sich an Erwachsene und Kinder aus privaten Unterkünften und Gemeinschaftsunterkünften.
Neben der körperlichen Untersuchung, einschließlich der Blutdruck- und Pulsmessung, werden der Impfstatus überprüft und die Lunge untersucht, um eine mögliche Infektion mit Tuberkulose auszuschließen. „Sollten weitere Untersuchungen notwendig sein, werden wir diese hier im Klinikum durchführen. Wir sind auch bemüht, zeitnah eventuell noch fehlende Masern- und Corona-Impfungen anzubieten“, wird Klinikgeschäftsführerin Carmen Bier zitiert.
Wer am Sonnabend (2. April) über das Online-Buchungsportal einen Termin reservieren wollte, konnte dies jedoch frühestens für den 26. April – und auch für diesen Tag waren nur noch zwei Zeiten verfügbar. Für den 28. April waren es sechs Termine. Die Untersuchung findet dann in der Zentralen Notaufnahme (Haus P, Zufahrt über Robert-Koch-Straße) statt. „Mitzubringen sind der Pass, und, wenn vorhanden, medizinische Unterlagen“, informiert das Klinikum.
Das Gesundheitsministerium Brandenburg hatte am 23. März darüber informiert, dass Geflüchtete aus der Ukraine wohnortnah ein Angebot für eine erste Gesundheitsuntersuchung sowie eine Schutzimpfung erhalten sollen. Dazu sei mit der Landeskrankenhausgesellschaft ein Rahmenvertrag abgeschlossen worden, dem 28 Krankenhäuser beitreten wollen.

Nachweis der Masernimpfung für Schule und Kita wichtig

„Besonders bei Kindern und Jugendlichen soll dabei der allgemeine Impfstatus überprüft und bei Bedarf eine Masernimpfung angeboten werden“, heißt es in der Erklärung. Denn für den Besuch von Kita und Schule muss in Deutschland eine Masernimpfung verpflichtend nachgewiesen werden.
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung aufgenommen werden, erhalten die Untersuchung im Krankenhaus Eisenhüttenstadt. Für privat untergebrachte Flüchtlinge ist die Untersuchung freiwillig. Auf der Liste der teilnehmenden Krankenhäuser stehen neben dem Klinikum Bad Saarow auch das Oder-Spree Krankenhaus in Beeskow und die Immanuel Klinik Rüdersdorf. Bei den beiden letztgenannten findet sich auf den Internetseiten noch kein Hinweis auf das Angebot.
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