Der 24-jährige Lukas Schulze, der aus dem Nachbarort Neu Golm stammt, hielt sich mit einer Gruppe von Freunden auf einem unbebauten Grundstück im Rotkehlchenweg auf. Es gehört Sebastian Thiemann. „Ich habe es den Jungs für ihr Feuerwerk zur Verfügung gestellt, als sie mich gefragt haben. Hier ist ja Platz“, erzählt er am Mittag des Neujahrstags, sichtlich gezeichnet von den Ereignissen der Nacht.
Das Feuerwerk, das eine Freundesgruppe seit Jahren gemeinsam veranstalte, sei äußerst umsichtig geplant und ausgeführt worden, betonen er und sein Vater Ralf immer wieder. Die Feuerwehr Scharmützelsee bestätigte, dass es sich bei dem Verstorbenen um Lukas Schulze, ein Mitglied der Ortswehr Neu Golm handelte. Er sei nüchtern gewesen. Doch gegen 0.30 Uhr habe der junge Mann den einen fatalen Fehler gemacht: Er ging nachsehen, warum eine Zündladung nicht hochging – und bekam sie voll ab.

Nur der Zünder war selbstgebaut

„Es war keine selbstgebaute Pyrotechnik“, sagt Ralf Thiemann und weist auf die Reste des Feuerwerks, das auf zwei Paletten auf dem Boden steht: erkennbar gekaufte Ware. Lediglich der Zünder sei selbst gebaut gewesen – und das, um mehr Sicherheit zu haben.
Ralf Thiemann versuchte es mit Herzdruckmassage, sein Sohn wählte die 112. Es habe nicht lange gedauert, bis ein Notarzt eintraf. Ob sie den Verunglückten noch mit Herzschlag übergeben haben, können Vater und Sohn gar nicht sagen. Für Sebastian Thiemann war schon im Schein des Handy-Lichts auf dem ansonsten völlig dunklen Grundstück klar, dass es sich um eine äußerst schwerwiegende Verletzung handeln musste.

Eltern des Verstorbenen anwesend

Sehr lobend äußern sich Ralf und Sebastian Thiemann über die Arbeit der Polizei-Einsatzleiterin. „Da ist auch eine Seelsorgerin gekommen, und es wurde dafür gesorgt, dass noch eine zweite kommt.“ Diese haben sich besonders um die Eltern des Verstorbenen gekümmert, welche ebenfalls zum Zeitpunkt des Unfalls anwesend waren und das Geschehen mitansehen mussten.