Menschen zusammenbringen, Menschen dazu bringen mitzumachen und sich einzumischen: So lässt sich die Aufgabe des Quartiersmanagements umreißen, das die Stadt mit Förderung aus einem Bundesprogramm für sieben Quartiere in Fürstenwalde-Nord eingerichtet hat.
2018 hat es seine Arbeit aufgenommen. Jetzt hat die Stadt erfahren: 2023 läuft die Förderung aus, Fürstenwalde wird nicht in das Nachfolgeprogramm aufgenommen. Die jährlichen Honorar- und Sachkosten liegen bei 70.000 Euro, zwei Drittel davon waren Fördermittel. Warum Fürstenwalde künftig nicht mehr berücksichtigt wird, haben die Landesbehörden nach Aussage von Stefan Wichary, dem Ersten Beigeordneten, nicht mitgeteilt.
Allerdings könnte auch schon viel früher Schluss sein: Nach aktuellem Stand ist der städtische Finanzierungsanteil nicht im Haushaltsentwurf enthalten, wie viele andere soziale Projekte, erläutert Elke Wagner (SPD), die Vorsitzende des Sozialausschusses.

Plädoyer für Kontinuität und Verlässlichkeit

Angesichts dieser Befristung hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, die Arbeit bis dahin in denselben Händen zu lassen, in denen sie jetzt ist, nämlich bei der Caritas, vertreten durch Quartiersmanagerin Anja Stahl. Katja Hoffmann, die Integrationsbeauftragte der Stadtverwaltung, setzte sich im Sozialausschuss mit Verve für diesen Vorschlag ein, auch als Monika Fiedler (Linke) anregte, den Vertrag zunächst nur um ein Jahr zu verlängern. Es habe Schwierigkeiten gegeben, räumte Katja Hoffmann ein, jetzt aber laufe es nach einer Mutterschutz-Pause sehr gut.
Anja Stahl „kennt den Stadtteil in- und auswendig“. Es gehe um „Kontinuität und Verlässlichkeit im Quartier“. In der Zwischenzeit wolle man suchen, ob sich eine andere Finanzierung finde und dann gegebenenfalls die Leistung neu ausschreiben. Monika Fiedler lenkte ein, bat aber um einen vierteljährlichen Bericht zur Lage im Quartier. Eine Evaluation sei schon angedacht, sagte Wichary. Am Ende empfahlen alle Mitglieder des Ausschusses außer Monika Fiedler, die sich enthielt, die Arbeit bis 2023 der Caritas zu übertragen.