Spektakel
: In Heinersdorf präsentierten sich die Künstler mit der Kettensäge

Zum ersten Mal hat das Unternehmen Country-Holz zum Kettensägen-Spektakel eingeladen. Um die 300 Besucher kamen.
Von
Annette Herold
Heinersdorf (Steinhöfel)
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  • Das wird eine Eulen-Skulptur: Hochkonzentriert arbeitet Christian Mücke am Sonnabend beim Speed-Carving am Eichenholz. Er hatte die Idee zu dem Kettensägen-Spektakel in Heinersdorf, zu dem 300 Besucher kamen.

    Das wird eine Eulen-Skulptur: Hochkonzentriert arbeitet Christian Mücke am Sonnabend beim Speed-Carving am Eichenholz. Er hatte die Idee zu dem Kettensägen-Spektakel in Heinersdorf, zu dem 300 Besucher kamen.

    Annette Herold
  • Versteigerung: Egbert Franke preist die kurz vorher geschaffenen Skulpturen an. Vorn steht die Eule von Christian Mücke.

    Versteigerung: Egbert Franke preist die kurz vorher geschaffenen Skulpturen an. Vorn steht die Eule von Christian Mücke.

    Annette Herold
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Der 33-jährige gelernte Tischler hat den Anstoß für das Ereignis auf dem Gelände der Alten Schäferei gegeben. Durch einen Zufall wurde vor sieben Jahren seine Leidenschaft für die Kettensägenschnitzerei geweckt. „Ich habe gegoogelt, wie sich eine stumpfe Kette schärfen lässt“, erinnert er sich. Dann sei er bei Informationen zum Schnitzen hängen geblieben. Christian Mücke probierte sich aus, knüpfte Kontakte in der Szene. Im vergangenen Jahr nun hat er bei Country-Holz-Inhaber Egbert Franke angeheuert, den alle Eggi nennen. Da ging es eigentlich darum, das Dach des alten Schafstalls zu decken, den Franke für sein Unternehmen nutzen will. Beide Männer stellten fest, wie gut und kreativ sie zusammenarbeiten können. „Da greift eins ins andere“, schwärmt Christian Mücke. Dafür nimmt der Familienvater seinen Arbeitsweg von Eberswalde, eine Stunde hin und eine Stunde zurück, gern in Kauf.

Kettensägen-Spektakel belebt den Hof

Jedenfalls haben sich Chef und Angestellter überlegt, mit Kettensägenschnitzerei Leben auf den Hof zu bringen. Lange blieb unklar, ob das im Corona-Jahr möglich sein würde. „Vor vier Wochen stand es dann fest“, erzählt Egbert Franke. Für die Mitarbeiter hieß es dann Gas geben. Mit der Unterstützung vieler Freunde, durch die Heinersdorfer Feuerwehr und auch durch die Firma Motorgeräte Welke, für die Franke und seine Mitarbeiter sehr dankbar sind, wurde die Veranstaltung schließlich möglich.

Dass sie dann auf so großes Interesse, freut die Organisatoren um so mehr. Fünf Kettensägenschnitzer sind eigens angereist, unter anderem von der Mosel und aus der Nähe von Köln, um Interessierten in Heinersdorf ihr Können zu präsentieren. Christian Mücke komplettierte die Künstler-Riege.

Vor allem Tierskulpturen waren da zu bestaunen, und die entstanden auch beim sogenannten Speed-Carving, das an beiden Tagen auf dem Veranstaltungsplan stand. Das Wettschnitzen ist auch Teil von Meisterschaften, doch in Heinersdorf ging es nicht um einen Platz auf dem Siegertreppchen, sondern um den Saß an der Sache. Eine Dreiviertelstunde Zeit blieb den Künstlern, aus Eiche ein Kunstwerk zu schaffen. Am Sonnabend entstanden so Eulen, ein Greifvogel und eine Bank mit Eule. Diese und die fünf am Sonntag beim Speed-Carving entstandenen Skulpturen wurden anschließend versteigert und fanden sämtlich neue Besitzer.

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Egbert Franke, der in Heinersdorf Landwirtschaft gelernt und vor seiner Übernahme der Schäferei unter anderem als Schlosser und Fahrlehrer gearbeitet hat, erwies sich dabei als unterhaltsamer Auktionator. Für ihn es auch eine Geste des Respekts vor all den Menschen, die im Vorwerk Schäferei betrieben haben, das Gehöft wieder zu nutzen, das so lange dem Verfall preisgegeben schien. „Hier sind Generationen junger Menschen ausgebildet worden“, sagt Franke. „Hier ist soviel gearbeitet worden, das muss doch bleiben.“ Und weil mal eins, mal das andere mehr gefragt ist, bietet Country-Holz unter anderem mit Schnitzkunst, Baumpflegearbeiten, Sägeservice und Gartengerätereparaturen verschiedene Dienstleistungen an.

Der Alte Fritz soll bleiben

Während die Skulpturen für die beiden Auktionen schon nicht mehr auf dem Hof sind, sollen zwei neue Kunstwerke künftig das Vorwerk Heinersdorf schmücken: Preußenkönig Friedrich II. aus Eiche und als Reminiszens an die Alte Schäferei ein Altdeutscher Schäferhund. Der Alte Fritz muss erst noch werden. Ihn fertigzustellen, blieb dem Christian Mücke als Mitorganisator bei der gut besuchten Veranstaltung beim besten Willen nicht genug Zeit.