Tag des Bieres: Hoch die Gläser
Mit 250 Plätzen ist der Biergarten von Andreas Göbel in Bad Saarow einer der größten in der Region. An sonnigen Tagen und Donnerstagabend zur Livemusik ist kaum ein Plätzchen zu finden. „Der Bierkonsum ist in diesem Sommer wegen der Hitze super“, sagt Mitarbeiter Robert Eschenbach. Die durstigen Gäste haben die Qual der Wahl – vier Biersorten vom Fass sind im Angebot. Es werde auch gern Radler, ein Mix aus Pils mit Zitronenlimonade, oder Potsdamer, aus Pils und roter Fassbrause, bestellt.
Statistisch gesehen trinkt jeder Deutsche 100 Liter Bier im Jahr. Oder, wie es in Fachkreisen heißt: ein Hektoliter. Das sind zehn volle handelsübliche Haushaltseimer. Ein beliebter Umschlagort für deutsches Bier sind die Oktoberfeste. Auch in Japan, Kanada, Brasilien oder den USA wird zünftig mit deutschem Bier gefeiert und angestoßen. Im Fürstenwalder Rathauskeller befindet sich das Biermuseum.
Gleich nebenan setzt Brauer Oliver Wittkopf an zwei Tagen in der Woche frischen Biersud an. „Wir sind keine öffentliche Gaststätte mit Ausschank, Besucher können aber unsere Biere verkosten“, sagt der 45-jährige Fürstenwalder. Neun bis zehn Stunden dauert es, bis im Sudwerk 500 Liter Pils, Krüger-Kersten oder Roggenbier hergestellt sind, die dann in jeweils 1000 Liter große Gär- und Lagertanks fließen. Gastronomen in Fürstenwalde, Bad Saarow, Woltersdorf und Baruth werden dann mit dem Rathausbräu beliefert, sagt Wittkopf.
Woltersdorf hat indes seine eigene Brauerei: Die Schleusenwirtschaft. Und die will künftig sogar noch etwas mehr Bier produzieren – das Gasthaus hat gerade gut 200 000 Euro in eine neue Brauanlage investiert.
So weit zurück wie in Fürstenwalde reicht die Brautradition in Woltersdorf aber lange nicht. Bereits 1451 ist das erste Bier aus der Stadt urkundlich erwähnt. Als letzte Brauerei gab Ludwig Mords Familienbetrieb 1936 in Fürstenwalde die Herstellung von Bier auf – verdrängt wurde er von Großbrauereien wie Schultheiss, Kindl und Patzenhofer. 1990 eröffnete am historischen Standort das heutige Getränkehauses Mord in der Mühlenstraße. Zeugnisse aus der Getränkeproduktion sind dort heute im privaten Biermuseum von Sigrid und Michael Bosse zu bewundern. Führungen nach Anmeldung: 03361 2346.

