Tierpark in Fürstenwalde
: Ziegenlämmchen im Heimattiergarten – weiterer Nachwuchs in Arbeit

Ein Ziegenlämmchen war eines der ersten Neugeborenen im Frühling 2024 im Heimattiergarten Fürstenwalde. In den nächsten Monaten wird weiterer Nachwuchs erwartet, allerdings herrscht auch bei einigen Tieren tote Hose.
Von
Angela Boll
Fürstenwalde
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Bei den afrikanischen Zwergziegen im Fürstenwalder Heimattiergarten hat der Nachwuchs schon das Regiment im Gehege übernommen.

Angela Boll

Frühlingserwachen im Heimattiergarten Fürstenwalde: Sonnenstrahlen kitzeln die Schnauze des Ziegenlämmchens. Wie vom Blitz getroffen hüpft es in die Höhe und fegt übers Gelände. Geballte Energie im weißbraunen Ziegenpelz.

Winterträgheit ade, die Artgenossen müssen mithalten, denn die nächste Mini-Ziege steht auch schon bereit. Gerade mal 24 Stunden alt und noch etwas taumelig auf den Klauen, versucht das Zicklein dem wilden Geschubse des Älteren standzuhalten. Zack. Nicht geklappt. Der Start ins Leben kann so hart sein.

Wildes Treiben bei den Ziegenlämmchen: Die Kleinen sind schon wenige Stunden nach der Geburt auf den Beinen, einige stecken voller Energie, andere müssen sich noch orientieren.

Angela Boll

Nicht überall im Heimattiergarten bringt der Nachwuchs so viel Schwung mit wie bei den afrikanischen Zwergziegen. Im selben Gehege, allerdings ein paar Meter weiter im Stall, liegt zusammengerollt ein kleines Bündel im Stroh, aus dem mal ein ausgewachsenes Kamerunschaf werden soll. Als ebenso scheu erweist sich das einige Tage ältere Böcklein, das nicht von Schafmamas Seite weicht.

Der Nachwuchs ist letztlich nicht planbar

„Für uns ist der Frühling eine besondere Zeit“, bestätigt Claudia Poeschke, stellvertretende Leiterin des Heimattiergartens: „Es kommen mehr Besucher, die Tiere verlassen die Ställe, Nachwuchs wird geboren, es herrscht wieder Leben im Park.“ Und bei etwa 300 Tieren passiert da einiges.

Wann und wo was passiert, das wissen Tierpfleger und Tiergartenleitung allerdings auch nicht immer ganz genau. Gerade bei der Nachwuchsplanung bleibt es oft bis zum Schluss spannend. Die einen könnten ständig, bei den anderen klappt es nie. „Wir nehmen nur insofern Einfluss, dass wir festlegen, wann wir Männchen und Weibchen zusammenbringen. Alles andere bleibt auch für uns eine Überraschung.“ Das Schneeeulenpaar lebt beispielsweise schon jahrelang gemeinsam, aber kükenlos in Fürstenwalde, wobei der afrikanische Zwergziegenbock mit seinem kastrierten Kollegen und einem Kamerunschafkumpel derzeit zum Männer-WG-Leben verdonnert ist. Denn mit ihm ist immer zu rechnen.

Im Adlerhorst soll es bald filmreifen Nachwuchs geben. Eine Kamera hat im Blick, was sich weit oben tut. Menschen müssen in der Brutzeit das Gehege meiden, jetzt wollen die Seeadler nicht gestört werden. Lediglich über die Bilder der Kameras wissen die Tierpfleger, dass drei Eier vorbildlich im Horst platziert sind. Völlig im Unklaren sind sich die Betreuer über die familiäre Lage im Ottergehege. Dort gibt es ein Männchen und sowohl ein älteres als auch ein jüngeres Weibchen. „Wir hoffen, dass es bei dem Jüngeren gefunkt hat“, berichtet Poeschke, „aber sie haben sich dabei nicht über die Schulter schauen lassen.“

Heimattiergarten Fürstenwalde

Im Heimattiergarten Fürstenwalde in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 10b leben mehr als 300 Tiere.

Der Park ist im März täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Ab April hat der Park von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet für Kinder bis 13 Jahre 3 Euro, für Erwachsene 6 Euro. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene mit maximal vier Kindern gibt es für 17,50 Euro.

Am 1. Mai feiert der Tierpark ein großes Fest mit vielen Ständen und einer Hüpfburg.

Ziemlich fix unterwegs waren schon die mongolischen Zwergrennmäuse, insgesamt sechs wilde Kerlchen wurden in den vergangenen 14 Tagen geboren. Fast alle pennen. Nur eine Zwergrennmaus jagt fürs Pressefoto durch den Kastenkäfig und bremst für eine angemessene Nagerpose ab.

Nur wenige Tiere im Tierpark haben Namen

Namen haben nur wenige Tiere im Fürstenwalder Tiergarten, Mila und Kato zum Beispiel. Das stolze Luchspaar im hinteren Teil des Waldparks lebt seit 2022 zusammen, aber ob sie sich auch lieben? Mila juckt es jedenfalls keinen Meter, dass ihr Kuder, wie der männliche Luchs genannt wird, fahrig am Käfigrand entlang tigert. Offenbar kein Bock im Luchs-Gehege? „Warten wir es ab“, sagt Fachfrau und Luchsliebhaberin Poeschke, „sie sind noch jung und haben Zeit.“

Eine der jüngsten mongolischen Rennmäuse im Käfig. Während sich die anderen im Stroh eingegraben haben, posiert diese Rennmaus fürs Pressefoto.

Angela Boll

Ähnlich entspannt darf es der neue Rentierhirsch angehen, der erst im vergangenen Jahr nach Fürstenwalde gezogen ist. Poeschke hat für den Jungspund, der zur Familienvergrößerung noch gar nicht in der Lage ist, allerdings schon langfristig vorgeplant. Ihre Idee: „Er darf im Oktober 2025 loslegen, dann freuen wir uns 2026 auf Rentier-Nachwuchs.“ Schön wäre auch, wenn die Flaute bei Steinbock Egon endlich ein Ende hätte. Der stark Gehörnte hätte Kraft für mehrere Frauen, aber es finden sich keine Steingeißen in den Tierparks Deutschlands. Hat auch sein Gutes, mögen sich die Parkbesucher denken, wenn sie Egon in der Frühlingssonne beim Dösen beobachten. Liebeshungrig sieht er auf den ersten Blick nämlich nicht aus.

Zurück zum Federvieh: Hoffnung ruht noch auf dem Uhunest, dort könnten in diesen Tagen kleine Küken schlüpfen, die Schwung in die größte Greifvogel- und Eulenhaltung Brandenburgs bringen. 46 Eulen und Greifvögel aus 16 verschiedenen Arten flattern durch Heimattiergarten. Und demnächst dann möglicherweise drei Fleckenuhus mehr.

Schweinisches Liebesspiel wieder erlaubt

Etwas dauern wird es bei den Wildschweinen. Die sind in diesem Jahr spät dran. Grund dafür ist die Pufferzone, die aufgrund der afrikanischen Schweinepest angeordnet war. Deshalb durfte bis vor kurzem der Keiler seine Sauen nicht besuchen. Aber jetzt ist das Liebesspiel wieder erlaubt, sogar erwünscht. Wenns klappt, könnten in vier Monaten Frischlinge herumwuseln. Na denn: Ran an die Buletten!

Übrigens stehen die Parkbesucher auch auf eine gewisse Frühlingswilde: Publikumsmagnet sind neben den allzeit verspielten Zwergottern in jedem Frühling die lebhaften Zwergziegen. Und so viel darf verraten werden: Auf die zwei, die schon geboren wurden, werden in den kommenden Wochen noch einige folgen.

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