Trassennetz
: Ingenieurbüro lässt Straßen per Video erfassen

Grünheide lässt durch ein Ingenieurbüro sein Trassennetz dokumentieren.
Von
Anke Beißer
Grünheide
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Von viel Technik umgeben: Florian Alpen steuert das Spezialfahrzeug zum Begutachten der Straßen.

Anke Beißer

Laut Bettina von Jutrzenka, in Grünheide für den Tiefbau zuständig, geht die Verwaltung derzeit von 120 Kilometern Straße aus. Die Zahl ergebe sich aus dem 2004 erstellten Straßenverzeichnis. Ob das tatsächlich stimmt, soll jetzt die mit moderner Technik – zwei Lasern und fünf Kameras – ausgeführte Messung ergeben. "Bisher haben wir kein Kataster, alles nur in Papierform, nichts digital“, erklärt die Rathausmitarbeiterin.

Die Blattsammlung  zeige das Straßennetz in Form von Strichen und mit Zahlen versehenen Knotenpunkten. „Das ist sehr rudimentär, wir haben Nachholebedarf“, räumt Bettina von Jutrzenka ein. Eigentlich seien Kommunen angehalten, solche Übersichten alle vier Jahre zu erneuern. Jetzt geht Grünheide die Sache an. „Es gab seither auch Umbenennungen, und neue Straßen sind durch Baugebiete hinzugekommen.“

Das Ingenieurbüro schickt nun also seinen Messwagen über alle Grünheider Trassen, egal, ob befestigt oder unbefestigt. Bei der Straßeninventur werden nicht nur Länge und Breite gemessen. Auch Laternen und Regenwassereinläufe werden erfasst. „Wir haben auch dafür Angaben, aber niemand hat sie nachgezählt“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin.

Die Fahrt wird im Video festgehalten. Falls dann mal ein Hinweis kommt, dass ein Baum umgefallen ist, eine Laterne nicht funktioniert, ein Einlauf verstopft ist, kann sich im Rathaus gleich ein Bild von der Stelle gemacht werden, ohne hinfahren zu müssen. Der Film steht nicht nur dem Bauamt zur Verfügung, das Ordnungsamt hat hinsichtlich Verkehrszeichen und Straßenbäumen ebenfalls Nutzen von dem Streifen.

Wer Probleme mit dem Datenschutz befürchtet, den beruhigt das Ingenieurbüro. „Die Kameras richten sich nur auf die Straße und die Bilddaten sind ausschließlich für die autorisierte Nutzer der Verwaltung zugänglich“, heißt es in einer Information. Zudem werden Personen und Kennzeichen unkenntlich gemacht.

Wenn es nicht regnet, kann die Begutachtung spätestens zu Wochenbeginn starten. Etwa vier Tage werden veranschlagt. Der Zustand der Straßen wird aus Kostengründen nicht erfasst. „Den kenne ich“, sagt Bettina von Jutrzenka. Allein die Inventur nebst Video kostet 20 000 Euro.