Trinkwasser in Fürstenwalde
: Streit um teure Leitung endet vor Gericht

Ein Unternehmer möchte in Fürstenwalde bauen. Doch es gibt Ärger mit dem Wasserzweckverband. Am Ende muss sogar ein Gericht entscheiden.
Von
Christoph Mann
Fürstenwalde
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Wer muss die Verlegung der neuen Wasserrohre bezahlen? Investor Torsten Burow und der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde und Umland streiten sich um die Kosten,

Wer muss die Verlegung der neuen Wasserrohre bezahlen? Investor Torsten Burow und der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde und Umland streiten sich um die Kosten.

Christoph Mann
  • Investor baut Cube Campus in Fürstenwalde, doch Streit um Trinkwasserleitung eskaliert.
  • Leitung liegt 3 bis 5 Meter versetzt unter genehmigten Gebäuden – Umverlegung nötig.
  • Zweckverband räumt Fehler ein, fordert jedoch Kostenbeteiligung des Bauherrn bis 50.000 Euro.
  • Angebote schwanken: erst 23.000 Euro, später 52.000 Euro – Bauherr schaltet Anwältin ein.
  • Fall liegt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) – vorbereitende Arbeiten wurden begonnen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Fürstenwalde, in einem Gewerbegebiet an der Hegelstraße, entsteht ein sogenannter Cube Campus. Das sind Gewerbeeinheiten für Lager-, Montage-, Produktions- und Büroflächen. 36 solche Einheiten sind geplant, einige sind bereits fertig, ein paar sogar schon vermietet. Doch auf der Baustelle gibt es Schwierigkeiten. Eine Trinkwasserleitung bereitet dem Bauherrn schlaflose Nächte.

Kopf des Projektes ist Torsten Burow, der eine Immobiliengesellschaft, bestehend aus fünf Privatpersonen, vertritt. 2022 haben sie das Grundstück Am alten Sauerstoffwerk 3 erworben. Nach eigenen Angaben wandte sich das Unternehmen direkt nach dem Kauf an den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde und Umland, um die im Grundbuch eingetragene Trinkwasserleitung zu verorten.

Dabei handelt es sich um eine Trinkwasserleitung, die nach Hangelsberg führt. „Wir bekamen prompt eine Antwort vom zuständigen technischen Leiter darüber, wo sich die Leitung befindet, in einem eingezeichneten Plan. Dieser war die Grundlage unserer Gebäudeplanung und so ging es ans zuständige Bauamt“, erinnert sich Burow. Die Planung wurde dann nach anderthalb Jahren genehmigt.

Unternehmen soll an Kosten für neue Leitung in Fürstenwalde beteiligt werden

Der Bau ging los. Und Burow hatte den nächsten Kontakt mit dem Zweckverband. Er wollte wissen, wo sich sein eigener Wasseranschluss auf dem Baugrundstück befindet. „Dann begann die eigentliche Geschichte“, sagt er heute. Ein Mitarbeiter des Zweckverbandes kam 2025 auf das  Grundstück und stellte dabei fest, dass der Trinkwasseranschluss für das Grundstück noch nicht anliegt. Erkenntnis: Die Druckleitung nach Hangelsberg liegt anders als bisher gedacht, nämlich drei bis fünf Meter weiter rechts und damit unter den geplanten und genehmigten Gebäuden. Um weiterbauen zu können, muss diese Leitung verlegt werden.

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Torsten Burow schildert, wie es weiterging: Der Zweckverband gab den Fehler zu, wollte aber die Kosten für die Umverlegung der Leitung nicht alle alleine übernehmen. Weil die Bauherren auf dem Grundstück keine Suchschachtung unternommen hatten, sollten sie sich zur Hälfte an den Kosten beteiligen.

Unten Garage und Lager, oben Büro: Solche Gewerbeeinheiten hat Torsten Burow in Fürstenwalde bereits errichtet, es sollen insgesamt 36 werden.

Unten Garage und Lager, oben Büro: Solche Gewerbeeinheiten hat Torsten Burow in Fürstenwalde bereits errichtet, es sollen insgesamt 36 werden.

Christoph Mann

Das erste Angebot eines Tiefbauunternehmens kam, die Immobiliengesellschaft sollte 23.000 Euro bezahlen. „Wir waren verzweifelt und kurz davor, dies einfach zu bestätigen, nur um unseren Frieden zu haben.“ Doch es blieb nicht dabei. Wenige Tage später kam ein zweites, deutlich höheres Angebot, darin ging es schon um 52.000 Euro.

Torsten Burow vermutet, dass eine „viel bessere 500er-Druckleitung“ verlegt werden soll, „weil dies immer so vom Zweckverband gebaut wird“. Er beschließt, sich eine Anwältin zu nehmen. Er befürchtet, dass seine Firma für den Fehler des Zweckverbandes mitbezahlen muss. Der Fall landet nach mehreren Gesprächen, in denen versucht wurde, eine einvernehmliche Lösung zu finden, vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Tiefbaufirma schachtet Graben für neues Rohr aus

Der Zweckverband erklärt auf Anfrage mit Verweis auf das Gerichtsverfahren, dass er sich zu Kundenbeziehungen und laufenden Verfahren nicht näher äußern könne. „Die bereits stattgefundenen und sicher auch folgenden Gespräche mit dem Projektträger sind weiterhin Gegenstand einer lösungsorientierten Vorgehensweise.“ Die Ergebnisse bleiben abzuwarten.

„Seitdem liegt die Leitung neben der Landesstraße in der Grünfläche im Dreck.“
Torsten Burow
Geschäftsführer Cube-Campus

Zur Dimension der betroffenen Trinkwasserleitung stellt der Verband klar, dass er „von Anfang an von einer Umverlegung in der bestehenden Nennweite DN 400 ausgegangen ist. Eine Änderung auf eine DN-500-Leitung war und ist nicht vorgesehen.“ Die unterschiedlichen Angaben könnten durch die Unterscheidung von Nennweite und Außendurchmesser entstanden sein.

Dann kam noch einmal Bewegung in die Angelegenheit, so Burow. Eine vom Zweckverband bestellte Baumaschine begann im März 2026 mit Schachtarbeiten. 70 Meter wurden ausgegraben, um die neue Leitung zu verlegen. Aber so schnell die Arbeiten begonnen hatten, so schnell waren sie auch wieder vorbei, die Tiefbaufirma machte plötzlich alles wieder zu. „Seitdem liegt die Leitung neben der Landesstraße in der Grünfläche im Dreck“, so Burow.

Zweckverband muss Trinkwasserversorgung sichern

Dazu erklärt der Zweckverband, es habe sich um vorbereitende Maßnahmen für die Umverlegung gehandelt. „Diese Arbeiten wurden vorausschauend und frühzeitig durchgeführt, um die Trinkwasserversorgung auch im Falle einer unvorhergesehenen Störung jederzeit sicherstellen zu können.“ Weiter heißt es, dass die Arbeiten auf Kosten des Zweckverbandes durchgeführt wurden und mit dem Projektträger abgesprochen waren.

„Erforderliches Rohrmaterial wurde ebenfalls gesichert, da eine lösungsorientierte Herangehensweise signalisiert worden war. Damit sollten insbesondere längere Lieferzeiten vermieden und eine spätere Umsetzung ohne vermeidbare Verzögerungen ermöglicht werden“, so der Zweckverband, für den die Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung und die Vermeidung zusätzlicher Kosten im Vordergrund stehen.

Torsten Burow sagt, er habe nichts falsch gemacht. Trotzdem verlangt der Zweckverband bis zu 50.000 Euro. Den Schaden, den er bereits durch diverse Mehrkosten habe, beziffert er auf 60.000 bis 70.000 Euro. „Niemand kommt weiter und der Zweckverband wirft die neue Leitung provokativ einfach neben unser Grundstück in den Dreck und verlangt aber weiterhin, dass wir uns in diesen Größenordnungen an der Umverlegung einer öffentlichen Wasserleitung beteiligen“, macht er seinem Ärger Luft.