Wasserrettung: DLRG-Bootstrupp verlässt Fürstenwalde und zieht nach Grünheide um

Noch steht das Boot in Fürstenwalde: Thomas Runge, Katrin Kutzer, Norbert Bürger und Jens Krause (v.l.) in Aktion. Der Landkreis will die SEG Wassergefahren in Grünheide zusammenführen.
DLRGIn der großen Halle des Feuerwehr- und Katastrophenschutz Technik Zentrums (FKTZ) in Fürstenwalde wird es eng. Feuerwehrautos stehen dort, Fahrzeuge des Technischen Hilfswerkes (THW) und des Kreisverbandes der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Weitere Technik ist bestellt.
Um Platz zu gewinnen, soll der Bootstrupp der DLRG in Grünheide ein neues Quartier bekommen. Dort ist auch die Sondereinsatzgruppe der Taucher stationiert. Zusammen bilden sie die SEG Wassergefahren des Landkreises. „Beide sind ein Team, darum ist eine gemeinsame Unterbringung sinnvoll“, sagt Michael Buhrke, Dezernent für Innenverwaltung des Landkreises. „Grünheide entwickelt sich, wir sind zu dem Thema im Gespräch“, ergänzt er.
Geplant ist ein Neubau. Im Güterverkehrszentrum Freienbrink ist dafür längst eine Fläche reserviert. Doch dann kündigte Tesla an, seine Giga-Gactory nebenan zu errichten – ab 2021 will der Konzern dort bis zu 500 000 Autos jährlich produzieren, tausende Arbeitsplätze entstehen. „Tesla ist fast eine Kleinstadt“, sagt Buhrke. Darum könnte sich der Neubau zum „Rettungszentrum“ auswachsen. Welche Auflagen Tesla bezüglich Brandschutz und Feuerwehr erfüllen müsse, liege aber nicht in seiner Zuständigkeit, betont er. Das müsse Grünheides Bürgermeister „regeln“.
„Wenn die Erfordernisse bekannt sind, kann man prüfen, alles in einem Komplex unterzubringen“, sagt Arne Christiani. Doch dafür wäre das reservierte Grundstück zu klein, räumt der Bürgermeister ein. Viel Zeit zum Überlegen bleibt indes nicht – vor Fertigungsbeginn muss für Tesla eine Lösung stehen. Buhrke geht davon aus, dass 2021 Geld aus dem Kreishaushalt für den Neubau fließt. Aber nur als Zuschuss an die Gemeinde Grünheide.
Doch zurück zur DLRG. „Ich habe vom Landkreis noch keine offizielle Information zum Umzug“, sagt Chris Kubler, Vorsitzender des Kreisverbandes. „Wir hätten jetzt ein Gespräch gehabt, aber wegen Corona wurde es verschoben.“ Bezüglich des Standorts sei der Verband flexibel. Einige der gut 420 Mitglieder wohnen in im Bereich Fürstenwalde, andere in Erkner und Woltersdorf. Zudem bleibt der Sitz des Vereins weiterhin in Fürstenwalde. Auch die anderen satzungsgemäßen Aufgaben wie zum Beispiel die Schwimmerausbildung, der Trainingsbetrieb und der Rettungssport finden weiterhin dort statt.
Zwei Mannschaftstransportfahrzeuge und zwei Boote der DLRG stehen in der Halle an der Lise-Meitner-Straße in Fürstenwalde. „Außerdem sollen wir ein neues Rettungsboot mit Lkw als Zugfahrzeug vom Landkreis bekommen“, sagt Kubler. "Es ist schon bestellt.“
Die Fürstenwalder Feuerwehr dürfte da etwas neidisch werden. Ihr 27 Jahre altes Rettungsboot ist kaputt und seit August 2019 außer Dienst gestellt. Dass Ersatz beschafft werden muss, steht im 2015 beschlossenen Gefahrenabwehrbedarfsplan – für 2018/19 war der Kauf vorgesehen. Das passierte nicht. Gemäß Weisung des Innenministeriums muss die Stadt über ein Boot verfügen, weil sie an Bundeswasserstraße und Trebuser See liegt.
Um Kosten zu sparen, hoffte Bürgermeister Matthias Rudolph, Kooperationen mit THW oder DLRG schließen zu können. Doch das ist schwierig. Beide gehören zur Katastrophenschutzeinheit, haben andere Aufgaben, sind nicht Teil der ersten Alarmierungskette und würden wegen der langen Anfahrtswege ihrer Mitglieder zu spät kommen, um einen Ertrinkenden zu retten. Der Wegzug der DLRG kommt hinzu. Darum soll das Warten für die Fürstenwalder Feuerwehr nun bald ein Ende haben. „Die Ausschreibungsunterlagen für das Boot sind fertig“, teilte Stadtsprecherin Nadine Gebauer auf Nachfrage mit. „Es fehlt nur noch die Freigabe der Kämmerin.“
