Wohnungen in Berlin
: Unternehmen aus Fürstenwalde liefert 3000 Module

Daiwa House realisiert in Berlin-Lichtenberg Wohnungen in Modulbauweise. Die Module dafür kommen aus Fürstenwalde.
Von
Christoph Mann
Fürstenwalde
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Blick auf ein Wohn-Modul (l) auf der Baustelle eines Zukunftsquartiers an der Landsberger Allee, wo nach Fertigstellung 3.000 Module 1.550 Wohnungen ergeben werden. Für die Umsetzung ist die Daiwa House Modular Europe GmbH verantwortlich. (zu dpa: «Mieten in Berlin steigen um 12,5 Prozent») +++ dpa-Bildfunk +++

Blick auf ein Wohn-Modul (l.) auf der Baustelledes Wohnquartiers an der Landsberger Allee in Berlin, wo nach Fertigstellung 3000 Module 1550 Wohnungen ergeben werden. Die Module werden in Fürstenwalde produziert.

Jörg Carstensen/ dpa
  • In Berlin-Lichtenberg entsteht ein Wohnquartier für etwa 3500 Menschen – modular gebaut.
  • Daiwa House liefert 3289 Module für 1548 Wohnungen im Auftrag der Gewobag.
  • Produktion in Fürstenwalde: vorgefertigte Raummodule mit Technik, Bädern und Küchen.
  • Vier Gebäude mit 7 bis 8 Geschossen geplant, viele Wohnungen barrierefrei und mietpreisgebunden.
  • Mieten ab 307 Euro für eine Einzimmer- und ab 786 Euro für eine Dreizimmerwohnung; Fertigstellung Anfang 2027.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Berlin-Lichtenberg entsteht mit Hilfe aus Fürstenwalde ein riesiges Wohnquartier für etwa 3500 Menschen. Daiwa House stellt im Auftrag der Gewobag  3289 Module für 1548 Wohnungen bereit. Das Projekt an der Landsberger Allee in Berlin ist, so Daiwa House, das größte modular realisierte Wohnbauprojekt Europas.

Wo sich früher in Berlin-Lichtenberg die Gärtnerei „Weiße Taube“ befand, entsteht ein innerstädtisches Quartier, mit Gewerbeflächen, einer Kita mit 92 Plätzen und Einkaufsmöglichkeiten, unter anderem einem Netto-Markt. Das Projekt zeige, stellt Daiwa House fest, dass sich auch in dicht bebauten Städten schnell, planbar und in großer Stückzahl bezahlbarer Wohnraum realisieren lasse.

Dem Standort Fürstenwalde kommt dabei besondere Bedeutung zu. Im Gewerbegebiet in der Fabrikstraße 8 befindet sich das zentrale Produktionswerk von Daiwa House Modular Europe. Dort werden die modularen Raumeinheiten industriell vorgefertigt und für den Einsatz auf den Baustellen vorbereitet.

Produktion der Wohnmodule in Fürstenwalde

Für Daiwa House ist es ein Vorteil, die Produktion in Fürstenwalde zu bündeln. So kann das Unternehmen Projekte in gleichbleibend hoher Qualität und in großer Stückzahl umsetzen. Außerdem spielt die Nähe zu Berlin eine wesentliche Rolle. Die Transportwege sind kurz und die Abläufe können effizient organisiert werden.

Das Werk von Daiwa House Modular Europe in Fürstenwalde aus dem Oktober 2025. Auf dem Werksgelände sind zahlreiche Module für das Berliner Projekt zu sehen.

Das Werk von Daiwa House Modular Europe in Fürstenwalde aus dem Oktober 2025. Auf dem Werksgelände sind zahlreiche Module für das Berliner Projekt zu sehen.

Dirk Enters / Daiwa House Modular Europe

Das Unternehmen hatte sich 2022 in Fürstenwalde angesiedelt. Dazu erwarb der niederländisch-japanische Baukonzern ein Gewerbegrundstück, das ehemals Reuther STC gehörte. Neben der Ansiedlung von Tesla gilt das damit als eine der größeren Industrieansiedlungen in der Region in jüngerer Zeit.

Einer der ersten großen Aufträge für das Werk in Fürstenwalde war der Auftrag der Gewobag, die Module für die mehr als 1500 Wohnungen in Berlin-Lichtenberg zu liefern. Am 18. Mai fand in Berlin das sogenannte Stapelfest statt, bei dem das letzte der über 3000 Module gesetzt wurde.

Die Produktion der einzelnen Wohnmodule läuft dabei standardisiert ab. Das Ganze passiert im Werk und ist wetterunabhängig. Die Rohkonstruktion besteht aus einem Stahlrahmen aus zusammengeschweißten Profilträgern. Dieser wird mit einer Bodenplatte aus Stahlbeton versehen.

Der gesamte Prozess ist geprägt von hoher Präzision, standardisierten Abläufen und kontinuierlicher Qualitätskontrolle.
Daiwa House
Wohnmodulhersteller aus Fürstenwalde

Diese Rohkonstruktion wird dann im Werk noch mit Wänden, Fenstern und Dämmung ausgebaut. Auch die komplette technische Gebäudeausrüstung wird eingebaut, in vielen Fällen sind auch Bäder, Küchen und Installationen bereits integriert.

Es entstehen vollständig ausgestattete Raummodule, die – vereinfacht gesagt – nur noch zur Baustelle gefahren werden müssen und dort übereinandergestapelt und angeschlossen werden, wie bei einem Baukasten. Daiwa House betont: „Der gesamte Prozess ist geprägt von hoher Präzision, standardisierten Abläufen und kontinuierlicher Qualitätskontrolle.“

Denn, anders als bei der herkömmlichen Bauweise, muss alles Wesentliche schon vorher feststehen und gut durchdacht sein. Nachträgliche Änderungen sind kaum möglich. Nur wenn im Werk präzise gearbeitet wird, kann auf der Baustelle alles passgenau zusammengefügt werden. Dann, so Daiwa House, entstehen Gebäude, die qualitativ vollwertig und langfristig nutzbar sind.

Gewobag verspricht 1100 Sozialwohnungen

In Lichtenberg werden vier 7- bis 8-geschossige Gebäude errichtet. Von den 1548 Wohnungen sind, laut Bauherr Gewobag 1100 mietpreis- und belegungsgebunden, also Sozialwohnungen. Die Gewobag spricht von einem Wohnungsmix mit 776 Einzimmer-Wohnungen, 472 Zweizimmer-Wohnungen, 237 Dreizimmer-Wohnungen, 27 Vierzimmer-Wohnungen und 36 Fünfzimmer-Wohnungen.

Die meisten Wohnungen sind barrierefrei. Außerdem verspricht die Gewobag, dass viele der Wohnungen für kleinere und mittlere Einkommen geeignet sind. Für diese ist ein spezieller Wohnberechtigungsschein (WBS 220)  notwendig. Die Gesamtmiete für eine Einzimmerwohnung kostet ab 307 Euro, die für eine Dreizimmerwohnung ab 786 Euro.

Besonders die schnelle Bauausführung vor Ort gilt als Vorteil beim modularen Bauen. Im Dezember 2022 begann der Bau der Wohnanlage in Berlin-Lichtenberg, Anfang 2027 soll sie fertiggestellt werden.