Wohnungswirtschaft: Wartelisten für kleine Wohnungen

Symbolbild: Wohnen
pixabayAuf der Internetseite der Wowi standen am Dienstag lediglich zwei Angebote für Zwei-Raum-Wohnungen in Fürstenwalde. Mit ihren mehr als 50 Quadratmetern seien diese aber nicht mehr für Hartz-IV-Empfänger geeignet, sagt Susanne Wolff.
Auch auf anderen Plattformen ist das Angebot für sehr kleine und sehr große Einheiten mager. Bei Immobilienscout24 gab es am Dienstag nur vier Einraum- und eine Fünfraum-Wohnung, dafür aber immerhin 19 mit zwei Zimmern. Bei Ebay-Kleinanzeigen waren es zwei Einraum-Wohnungen und gar keine mit vier oder fünf Räumen.
Leerstand auf Rekordtief
„Unser Markt wird durch Berlin mitbestimmt, das betrifft Wohnungen und Gewerbe“, sagt Wowi-Geschäftsführer Thomas Buhl. Während Fürstenwalde vor gar nicht allzu langer Zeit noch etwa 100 Einwohner pro Jahr verlor, steigt deren Zahl seit 2013 wieder an. Das füllt auch die Wowi-Wohnungen. Ende 2018 standen nur 8,01 Prozent davon leer. "Das ist für uns der beste Leerstand, den wir jemals hatten“, sagt Buhl.
Allerdings könnten nicht alle Einheiten sofort wieder vergeben werden. Ziehe ein Mieter aus, müsse in 60 bis 80 Prozent der Fälle erst mal ein Sanierungstrupp anrücken. Kosten: Rund 14 000 Euro. Und weil sich so ein Auftrag für eine Einheit nicht lohne, werde er immer im 10er-Pack vergeben. „Wir machen das nur, wenn es Interessenten gibt, nicht auf Vorrat“, sagt Buhl. Pro Jahr lasse die Wowi auf diese Weise 40 Wohnungen sanieren.
3 Millionen Euro für Sanierung
Hinzukommen große Sanierungsprojekte, in die jährlich 3 bis 3,2 Millionen Euro fließen. Gerade sind Bauarbeiter in Artur-Becker-Ring 4 bis 12 und Hölderlinstraße 35 bis 38 angerückt. An der ersten Adresse geht es um zwei Blöcke mit insgesamt 90 Wohnungen. Darunter 20 mit zwei Räumen. Von diesen sind alle belegt beziehungsweise reserviert, sagt Susanne Wolff. In der Hölderlinstraße gibt es in dem 32-WE-Block lediglich vier Zwei-Raum-Wohnungen.
Teilen wird zu teuer
„Die alten DDR-Wohnungen sind sehr klein, sie zu teilen, macht keinen Sinn“, sagt Buhl. Zudem müsste eine zweite Küche und Toilette eingebaut werden, was die Kosten so weit nach oben treiben würde, dass sich im Stadtteil Nord keine Mieter mehr fänden. „Zwei Drittel der Ostrentner der Jahrgänge 1943 bis 1961 bekommen weniger als 1000 Euro Rente“, verdeutlicht er. Im Schnitt hätten diese Paare 1500 Euro. Darum dürfe eine Wohnung maximal 550 Euro Euro warm kosten.
Also bleiben kleine Wohnungen knapp. Wer eine möchte, wird durchleuchtet. "Wir hatten eine Zeit, da kamen die ganzen Jungs mit Schufa-Einträgen aus Berlin“, erklärt Buhl. Doch wer brisante Angaben verschweige oder wegen „nicht mietkonformen Verhaltens“ geräumt wurde, hat auch bei der Wowi keine Chance. Um zahlungskräftiges Klientel aus der Hauptstadt wirbt das Unternehmen aber. Zum Beispiel mittels Sponsoring für Sportvereine. „Wir unterstützen den FSV Union, die Eisbären Berlin und die Stonewalker mit ihren Highlandgames“, nennt Buhl Beispiele.
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