Abstimmung: Tauchen für den Naturschutz in Gransee im Finale des Natura-2000-Awards

Interesse aus der Politik: 2016 konnten die Naturschutztaucher den damaligen Landtagsabgeordneten Michael Jungclaus (Bündnis 90/Grüne, Mitte) begrüßen, der mit ihnen den Stechlinsee erkundete.
Martin RiskenBereits im Jahr 2016 war dies den Naturschutztauchern gelungen. Im Brüsseler Sitz der EU-Kommission fieberten sie bei der Preisverleihung mit, gingen seinerzeit allerdings leer aus. Ob dieses Mal die Bekanntgabe der Gewinner wieder als Präsenzveranstaltung organisiert wird, ist angesichts der Corona-Krise zwar fraglich, allerdings ist der Abschluss des Wettbewerbs erst für den Herbst vorgesehen. Bis zum 15. September kann zunächst jeder auf der Seite natura2000award-application.eu/finalists abstimmen.
Naturschützer und Sporttaucher
Seit 2008 setzen sich Sporttaucher und Naturschützer im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gemeinsam ehrenamtlich für den Schutz ihrer Tauchgewässer ein. Die Idee der Zusammenarbeit wurde im EU-Life-Projekt Stechlin geboren. Nachdem die Bemühungen 2013 mit dem Deutschen Naturschutzpreis geehrt wurden, war es im Frühjahr 2014 möglich, das Projekt bundesweit auf professioneller Ebene umzusetzen.
Im Rahmen des Projekts sollte die Idee des Naturschutztauchens zunächst in der Mecklenburgischen Seenplatte realisiert werden. Die Anfragen kamen aber aus ganz Deutschland und so erweiterte sich das Projektgebiet auf ganz Deutschland. Auf der Wassersportmesse Boot 2016 unterzeichneten im Rahmen der Bundesausbildertagung vor 800 Teilnehmern Prof. Franz Brümmer, Präsident des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST), und Helmut Opitz, Mitglied des Ehrenpräsidiums des Nabu-Bundesverbandes, eine Kooperationsvereinbarung zur Einführung eines gemeinsamen Spezialkurses „Tauchen für den Naturschutz“.
Vier Mitbewerber
In der Kategorie „Reconciling interests“ (zu deutsch: Interessen ausgleichen, d. Red.), in welcher das Naturschutztauchen nominiert ist, buhlen ferner vier weitere Projekte um Stimmen. Einmal geht es um den Schutz alter Bäume in Bulgarien, einmal um die Revitalisierung einer Polderlandschaft in Belgien. Auch ein Partnerschaftsprojekt der Regionalregierung der Extremadura in Spanien mit Landbesitzern zum Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume hat es in die engere Wahl geschafft.
Komplettiert wird das Feld in der Kategorie von einem grenzüberschreitenden Vorhaben zum Schutz der Karstlandschaft entlang der Donau. Federführend hier ist der Slowenische Walddienst (Zavod za Gozdove Slovenije), der das Ganze in Zusammenarbeit mit elf Organisationen aus neun Ländern (Slowenien, Kroatien, Österreich, Deutschland, Ungarn, Rumänien, Montenegro, Serbien und Bosnien-Herzegowina) managt. Noch liegt das Nabu-Projekt allerdings abgeschlagen auf dem letzten Platz. Stand Montagnachmittag hatte es 33 Stimmen bekommen. Die vier Mitbewerber rangierten alle bereits im dreistelligen Bereich.
Insgesamt sind bei diesem Publikumspreis 27 Projekte in fünf unterschiedlichen Kategorien nominiert.
Die Auszeichnung
Der Natura-Award wurde 2014 ins Leben gerufen, um vorbildliches Management in Natura-2000-Schutzgebieten auszuzeichnen und um darauf aufmerksam zu machen, dass Umweltschutz auch volkswirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.
Gleichermaßen sollte das Natura 2000-Programm bekannter gemacht werden.
Federführend bei der Etablierung des Preises war die Europäische Kommission. ⇥red