Beschlussantrag: Moderne Technik soll Staus an Schleusen verhindern

Oft dauert das Schleusen zu lange: Im Sommer brauchen Bootsfahrer Geduld.
Martin RiskenEr verband diese Frage und Anregung mit der Vorlage eines Beschlussantrages, wonach Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) beauftragt wird, die Möglichkeit der Entwicklung einer solchen Software für Bootsfahrer abzuklären. Überdies sollte die Kommune die aktuelle Anzahl der Schleusungen im Stadtgebiet beim Wasser– und Schifffahrtsamt des Bundes in Eberswalde ermitteln, und diese Erkenntnis mit den Stadtverordneten teilen. Ratsam wäre ferner, wenn die Stadt mit den Boots–charter–Firmen Kontakt aufnimmt, um „die Möglichkeit der Abstimmung der Starttermine der Charterboote zu thematisieren“. Denn nach Möglichkeit sollten die Zeiten, wenn Boote in See stechen, über die gesamte Woche verteilt werden, so Aymanns.
Unterm Strich gehe es darum, den Verkehr auf den hiesigen Gewässern zu entzerren, erläuterte der Stadtverordnete. Nicht, dass eines Tages Urlauber der Region fern blieben, weil sie es satt haben, mit ihren Booten stundenlang an den Schleusen im Stau zu stehen.
Für merkwürdig halte er außerdem, dass nach seinem Eindruck seit einiger Zeit die Anzahl der Schleusungen nicht mehr veröffentlicht wird, merkte Aymanns an. Dem widersprach der CDU–Stadtverordnete Olaf Bechert. Die Anzahl der Schleusungen würde regelmäßig von den Touristikern in deren Verein beraten. „Die Schleusungen werden erfasst und die Statistiken darüber legen wir auch vor“, betonte Bechert. Allerdings seien einige Bootscharter–Firmen auch nicht Mitglied im Tourismusverein. Überdies gebe es Apps für Bootsfahrer mit hinreichenden Infos, merkte Olaf Bechert an. Staumelder gebe es freilich noch nicht.
Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) verhehlte nicht seine Skepsis, zumal eine Verständigung der Charterunternehmen untereinander allein Sache der Unternehmen sei. Erschwerend komme hinzu: „Die reden nicht miteinander!“, so die Einschätzung des Bürgermeisters.
Stadtverordnete anderer Fraktionen plädierten dafür, das Wasser– und Schifffahrtsamt in die Pflicht zu nehmen, wenn es um die Lenkung des Verkehrs auf der Oberen Havelwasserstraße geht. Denkbar wäre, dass der Bund eine App entwickelt, so dass Bootsfahrer, so wie es Autofahrer tun, an die Behörde oder sich untereinander Staus melden können.
Dirk Stolpe, Stadtverordneter des Regionalen Bürgerbündnisses, beklagte, dass die Schleusen im Stadtgebiet allesamt halbautomatisch gehandhabt würden, so dass Schleusenwärter entbehrlich sind. „So ein Schleusenwärter, der tatsächlich vor Ort den Verkehr beobachtet, wäre doch der ideale Staumelder“, erklärte Stolpe, wofür er Zustimmung erntete. Der Beschlussvorschlag wurde bei der anschließenden Abstimmung vom Parlament mit knapper Mehrheit angenommen.