Bilanz
: Geschäfte laufen in Zehdenick wie geschmiert

Investitionen im Bereich der Elektromobilität zahlen sich für die Zehdenicker Diehl Advanced Mobility zunehmend aus. Umsatz und Gewinn steigen.
Von
Martin Risken
Zehdenick
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Zukunft made in Zehdenick: In der Fabrik am Liebenwalder Ausbau werden Komponenten für die Elektromobilität hergestellt. Ende 2018 ging eine weitere Fertigungslinie in Betrieb.

Martin Risken

Ganz zufrieden ist die Geschäftsführung unter der Leitung von Dieter Landgraf mit den Ergebnissen aber dennoch nicht. Insgesamt seien die im Vorjahr formulierten Erwartungen bei Umsatz und Jahresergebnis nur fast erreicht worden, weil der Absatz von Flachsteckern und Zellkontaktiersystemen stockte. Gleichzeitig investierte das Unternehmen am Liebenwalder Ausbau 4,2 Millionen Euro. Unter anderem wurde eine weitere Fertigungsanlage für Zellkontaktiersysteme (ZKS) in Betrieb genommen.

Zahl der Mitarbeiter steigt

ZKS werden für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und insbesondere für die Kontaktierung von Batteriezellen benötigt. Ein Zukunftsmarkt, der den Standort Zehdenick mit seinen knapp 280 Mitarbeitern, darunter zehn Auszubildende, langfristig sichern soll. „Der Elektromotor wird definitiv die Antriebsart der Zukunft sein“, so Geschäftsführer Landgraf im Juli vergangenen Jahres anlässlich der Umfirmierung des Unternehmens.

„Wir investieren hier in neue Technologien, um diesen Fortschritt zu unterstützen und mit unseren Produkten die Trends von Morgen, und eben auch für die Brennstoffzellen-Technologie, mitzugestalten. Denn genau das sind wir am Standort Zehdenick, fortschrittlich“, lässt Landgraf keinen Zweifel aufkommen, dass die Zehenicker schon vor zehn Jahren die Weichen richtig gestellt hätten. Das Zehdenicker Unternehmen begleite den Wandel vom Verbrennungs- hin zum Elektromotor aktiv mit. In den kommenden Jahren seien Investitionen im zweistelligen Millionenbereich am Standort Zehdenick geplant.

Den Hauptabsatzmarkt für die in der Havelstadt hergestellten Produkte stellt Deutschland dar. Fast 90 Prozent der Umsätze werden im Inland erzielt, knapp zwölf Prozent im Ausland mit Schwerpunkt Europa. Ein hoher Anteil am Umsatz werde mit einem deutschen Zulieferer und einem Automobilhersteller gemacht. Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden wird vom Unternehmen selbst kritisch eingeschätzt. Es werde deshalb weiter daran gearbeitet, durch neue Projekte mit Großkunden eine breitere Streuung der Kundenstruktur zu erreichen.

Gerade im Bereich der Elektromobilität erwartet der Automobilzulieferer eine deutliche Steigerung. In den kommenden Jahren sollen die in Zehdenick entwickelten Produkte zu einer deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung führen. Schwerpunktmäßig bleibe die Firma in Wachstumsmärkten tätig. Dabei ergäben sich grundsätzlich gute Wachstumsperspektiven mit diversen Serienanläufen im Bereich der Elektromobilität, wird im Geschäftsbericht zuversichtlich eingeschätzt.

Internationale Kooperation

Die Globalisierung macht aber auch vor den Werktoren am Liebenwalder Ausbau nicht halt. Die Zehdenicker Firma sei ein Bestandteil des Geschäftsfelder der Diehl-Gruppe mit insgesamt fünf Standorten weltweit. Diese gelte es zukünftig noch stärker zu integrieren. Durch die Anpassung und übergreifende Optimierung von Geschäftsprozessen ergäben sich zusätzliche Ertragspotenziale. Besonders mit dem Werk in Frankreich gebe es noch intensivere Möglichkeiten der Kooperation, schätzt die Geschäftsführung in ihrem Bericht ein, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Der Blick in die Bilanz verrät aber auch die Abhängigkeit von Diehl-Netzwerk, denn die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen am Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 rund 12,5 Millionen Euro.

Der Standort Zehdenick gehört seit 2004 zum Familienbesitz Diehl und wurde im Jahr 2010 in die Diehl-Gruppe integriert.

Mehr als 40 Millionen Euro Umsatz

Nicht ganz so gut wie von der Geschäftsführung erhofft entwickelten sich Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2018.

Die Umsatzerlöse stiegen von 38 auf fast 40,5  Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von 539 000 auf 807 000 Euro.

Aufgrund des positiven Ergebnisses erhöhte das Zehdenicker Unternehmen das Eigenkapital und reduzierte die Verbindlichkeiten.⇥ris