Diehl in Zehdenick: Mitarbeiter bangen um Arbeitsplatz – so reagiert die Politik

Ein Personaler prüft einen Anstellungsvertrag. In Zehdenick stellt sich die Frage, wie lange die Arbeitsverträge bei Diehl noch gelten. (Symbolbild)
Klaus-Dietmar Gabbert/dpa- Der Automobilzulieferer Diehl will in Zehdenick 330 von 660 Beschäftigten entlassen.
- Ursache ist die Absatzflaute bei Elektroautos; Politik und IG Metall sind alarmiert.
- SPD Oberhavel fordert Transparenz und gemeinsame Lösungsfindung.
- Annemarie Wolff betont die Wichtigkeit von Fachkräften und will Gespräche führen.
- Kurzarbeit und alternative Modelle sollen geprüft werden, um Arbeitsplätze zu sichern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diese Nachricht sorgte im Oktober 2024 für Aufsehen: rund 330 Mitarbeitende sollen das Unternehmen Diehl in Zehdenick wegen der Absatzflaute von Elektrofahrzeugen verlassen. Die Informationen der Gewerkschaft IG Metall kommentierte ein Unternehmenssprecher ausweichend. Dennoch: Auch die Politik ist in Alarmstimmung.
Die SPD Oberhavel kündigt in einer schriftlichen Mitteilung an, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass um jeden Arbeitsplatz gekämpft wird. „Die Nachricht über die drohenden Entlassungen bei Diehl trifft die Region und vor allem die Menschen hart, die seit Jahren in dem Unternehmen engagiert arbeiten“, heißt es in dem Schreiben von Annemarie Wolff.
Arbeitsplätze bei Diehl: SPD Oberhavel fordert Fakten und Lösungen
Die stellvertretende Kreischefin der Sozialdemokraten fordert: „Jetzt müssen Fakten transparent auf den Tisch, um gemeinsam an Lösungen für die Beschäftigten zu arbeiten.“ Nach Informationen der IG Metall sollen beim Automobilzulieferer die Hälfte der derzeit 660 Beschäftigen am Standort Zehdenick entlassen werden. Das habe die Geschäftsführung kürzlich auf einer Betriebsversammlung angekündigt, teilte Anne Borchelt als Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Oranienburg mit.
Annemarie Wolff erinnert an die Herausforderungen der Zeit. „Wir wissen, dass wir insbesondere auch vor einem Mangel an Fachkräften stehen“, betont die Landtagsabgeordnete. Es gehe darum, gemeinsam Lösungen zu finden, „um die Qualifikationen der Beschäftigten zu sichern und die Chancen der Elektromobilität für unsere Region weiter auszubauen“.
Diehl in Zehdenick – Annemarie Wolff will Gespräch suchen
In mehreren Bundesländern sind Autobauer wichtige Wirtschaftsfaktoren. Die Absatzflaute bei Elektroautos belastet jedoch die Industrie. Wolff: „Ein kurzfristiger Rückgang der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen darf nicht die Zukunft der gesamten Automobilbranche und des Standorts Zehdenick infrage stellen.“ Hinter den Zahlen würden auch Menschen und Familien, die auf die Arbeitsplätze angewiesen sind, stehen.
„Wir fordern von Diehl und allen Verantwortlichen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit uns Perspektiven zu entwickeln.“ Gespräche mit der Geschäftsführung müsse es geben, mit dem Betriebsrat sowie den Gewerkschaften auch.
In diesen Runden müsse es um alternative Lösungen wie Kurzarbeit oder die Entwicklung anderer Beschäftigungsmodelle gehen. „Es braucht eine tragfähige Lösung, die Arbeitsplätze sichert, den Unternehmensstandort Zehdenick stabilisiert und den Menschen in der Region eine Perspektive bietet.“
Annemarie Wolff will das Gespräch mit der Geschäftsführung, den Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften suchen. „Es ist mir wichtig, die Situation persönlich zu bewerten und gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen zu suchen.“ Es gehe darum, Arbeitsplätze zu sichern und dem Standort eine Zukunft zu ermöglichen.
Der SPD-Kreisvorsitzende Benjamin Grimm ergänzt: „Auch das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie die Arbeitsagentur stehen zur Verfügung, um bei der Suche nach einer Lösung zu unterstützen.“


