Erdgasbohrungen
: Stadtverordnete informieren sich beim Runden Tisch

Vorrangig der Meinungsbildung der Stadtverordneten sollte das Gespräch am Runden Tisch zum Thema Erdgasförderung dienen.
Von
Martin Risken
Zehdenick
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Verteidigte sein Erdgasprojekt im Feld Zehdenick-Nord: Lars Nydahl Jørgensen (rechts) betonte die Vorteile für die Region.

Martin Risken

Nicht alle Fraktionen machten bei der Runde im Speisesaal der Linden-Grundschule deutlich, wie sie zu dem Thema stehen, schließlich sollte das Gespräch mit Experten, Befürwortern und Gegnern der Erdgasförderung in erster Linie der Meinungsbildung der Abgeordneten dienen. Vertreter der Firma Jasper Resources machten deutlich, dass die mit der Erdgasförderung verbundenen Risiken durchaus beherrschbar seien. Man wehrte sich gegen die von der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren“ verbreiteten Unterstellung und Desinformationen der Öffentlichkeit über die angeblichen Gefahren der Erdgasförderung. Das Beispiel der Argumentation, in Groningen in den Niederlanden werde wegen zahlreicher Erdbeben die Erdgasförderung eingestellt, stimme so nicht, behauptete Philip Drijkoningen, der sich als Berater der Firma Jasper Resources vorstellte. In den vergangenen Jahren habe es in Holland lediglich vier Erdbeben gegeben, die auf die Erdgasförderung zurückzuführen seien. Und diese seien relativ schwach gewesen. Es sei einfach nicht wahr, dass die Erdgasförderung in den Niederlanden deshalb gestoppt werde. Noch bis zum Jahr 2050 werde in den Niederlanden Erdgas gefördert. "Es gibt eine Menge Missverständnisse“, widersprach auch Jasper-Repräsentant Lars Nydahl Jørgensen den Vertretern der BI. Sein Unternehmen halte sich an geltende Gesetze, was die Einholung der erforderlichen Genehmigungen und der späteren Erdgasförderung anbelangt. Man sei an größtmöglicher Transparenz interessiert. Doch BI-Sprecher Ralph Riesenberg blieb dabei: „Technische Pannen sind nicht auszuschließen.“ In Zweifel zogen die Vertreter der BI auch die von Jasper angepriesenen Vorteile für die Region. Das Unternehmen zahle vor Ort die Gewerbesteuer und schaffe Arbeitsplätze im zweistelligen Bereich, machte Jørgensen deutlich. Und Dr. Thomas Höding vom Landesbergamt ergänzte, dass das Land Brandenburg zehn Prozent Förderabgabe kassiere. Was die Region davon abbekomme, könne er aber nicht sagen.

Aufsuchlizenz

■ Die fünfjährige Lizenz zum Aufsuchen von Kohlenwasserstoffen durch die Firma Jasper Resources läuft zum 9. November 2020 aus. Bei Verstößen kann diese durch das Landesbergamt widerrufen werden.

■ Andererseits kann die Lizenz für weitere fünf Jahre verlängert werden.

■ Es gilt als wahrscheinlich, dass sich das 368 Quadratkilometer große Lizenzgebiet verkleinern wird, sollte Jasper mit der Förderung beginnen, was bislang aber noch nicht sicher ist. ⇥(ris)