Freizeit: Zehdenicker Bademeister mit vielen Ideen fürs Waldbad

Gemeinsam packen sie es an: Von der Leichtigkeit des Rettungsbrettes überzeugten sich Bert Kronenberg und Uta Kupsch. Erik Seifert (links) und Olaf Möser (rechts) sichern als Rettungsschwimmer den Badebetrieb ab.
Martin RiskenDer Lehrer für Mathematik und Gesellschaftskunde an einer Montessorischule im Landkreis Barnim ist seit Jahren bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Barnim engagiert und hat dort die Ausbildung von Rettungsschwimmern im Freizeitbad „Baff“ in Eberswalde übernommen. Außerdem hat er eine Lizenz zum Schwimmtrainer. Er hatte den Hilferuf der Stadt Zehdenick im rbb-Fernsehen gesehen, wonach die Kommune vergeblich nach einem Rettungsschwimmer zur Wiedereröffnung ihres Freibades gesucht hatte.
Da Olaf Möser mit der Tochter eines ehemaligen Zehdenicker Mathe-Lehrers seit Jahren befreundet ist, gab es auch schon vorher eine Verbundenheit mit der Region, berichtete der 58-Jährige am Mittwoch. Also opferte Olaf Möser seine Ferien, damit das Waldbad eröffnen konnte. Zunächst bis zum 31. Juli wird er den Badebetrieb absichern und so Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Alternative zu den vielen wilden Badestellen bieten, die es in der Region gibt.
Freier Eintritt für Verspätung
Als kleine Wiedergutmachung, dass der Badebetrieb verspätet gestartet ist, gibt es sogar freien Eintritt, und zwar täglich von 10 bis 19 Uhr. So verzichtet die Stadt auf die Einnahmen. Olaf Möser ist allerdings nicht der einzige Bademeister im Waldbad. Er hat seinen Schützling Erik Seifert mitgebracht, den er selbst zum Rettungsschwimmer ausgebildet hat. Denn es sei Vorschrift, dass mindestens zwei Rettungsschwimmer vor Ort sind. Das gelte bei einer Größenordnung von bis zu 500 Badegästen pro Tag, ab 1 000 Badegästen müsse die Kommune sogar vier Bademeister beschäftigen. Aber von solchen Besucherzahlen ist das Waldbad ohnehin noch weit entfernt. Am Dienstag kamen immerhin 150 Besucher, die den Sprung in das 22 Grad Celsius warme Wasser wagten.
Eigentlich waren Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) und die Beauftragte fürs Stadtmarketing, Uta Kupsch, am Mittwochmorgen ins Waldbad gekommen, um die aufblasbare Rutsche zu übergeben, die schon am Vortag installiert wurde. Dabei stellte sich heraus, dass sie nicht den Sicherheitsanforderungen entspricht. Zurzeit kann sie nur mit einem Wurfanker auf dem Seegrund fixiert werden, notwendig seien aber drei Anker, um die wuchtige Rutsche stabil auf dem Wasser zu halten. Deshalb müsse sie vorübergehend wieder gesperrt werden.
Es ist nicht die einzige Baustelle in dem Freibad. Der Pavillon mit seinen überdachten Sitzgelegenheit musste gesperrt werden, weil kaputte Bodenplatten eine Unfallgefahr darstellen. Immerhin ist das übrige Freigelände noch gut in Schuss. Damit das möglichst auch so bleibt, müssen Raucher am Eingang einen Aschenbecher für einen Euro kaufen, damit die "hochtoxischen Kippen“, so Möser, nicht im Rasen landen und spielende Kinder gefährden. Um die Pflege der Grünflächen kümmern sich zurzeit die Mitarbeiter des Bauhofes.
Olaf Möser hat dem Bürgermeister Zeichen gegeben, dass er ein kleines Konzept mit vielen Projektideen erarbeiten wird, damit auch in den kommenden Jahren der Badebetrieb aufrecht erhalten werden kann. Das Waldbad biete aufgrund seiner idyllischen Lage am Waldrand viel Potenzial auch als Treffpunkt für Jung und Alt. Senioren könnten sich hier beispielsweise zum Kaffeeklatsch treffen. Dafür müsse die Stadt aber noch einiges Geld investieren. In diesem Jahr stehen für die Betreibung lediglich 20 000 Euro im Haushalt. Und ganz umsonst arbeiten auch Olaf Möser und Erik Seifert nicht, sie bekommen eine der hohen Verantwortung entsprechende Aufwandsentschädigung. Kronenberg ist sich aber sicher, dass die Stadtverordneten im kommenden Jahr mehr Geld für das Waldbad bereitstellen werden, sollte das Konzept stimmen.
Schwimmunterricht für Anfänger
Olaf Möser führt nicht nur die Aufsicht im Waldbad, er erteilt auch Schwimmunterricht. Und das mit Erfolg. Mit Melissa Holland (10) und Felix Feyer (11) haben in dieser Woche schon zwei Kinder aus der Region ihr Schwimmabzeichen in Bronze bei ihm abgelegt.
Die Auszeichnung in Bronze gibt es für 200 Meter Brustschwimmen, für ein kurzes Tauchen und den Sprung vom Steg ins Wasser.⇥ris
