Gefahrenabwehr: Die Pieper gehen während der Versammlung
Der Chef des Löschzuges Nico Tessmer hatte den Laden dennoch souverän im Griff. Während ein Teil der Wehr binnen Sekunden verschwand, wurde anschließend der Jahresbericht vorgetragen und eindrucksvolle Zahlen präsentiert. 161 Mal rückten die Retter wegen eines Alarms aus, drei mal mehr als 2018. 48 Brände waren zu löschen, wobei der extremste sicher der dreitägige Einsatz im Sommer auf dem Grüpa-Hof in Klein-Mutz war.
111 technische Hilfeleistungen galt es zu bewältigen, vor allem Verkehrsunfälle. Dazu kamen zwei komplexe Übungen, bei denen die Einsatzkräfte getestet wurden.
Tragischer Flugzeugabsturz
„Wir haben 3 784 Kilometer zurückgelegt“, betont Nico Tessmer. Ein Trend habe sich im vergangenen Jahr deutlich abgezeichnet: Überörtliche Zusammenarbeit, etwa mit Templin, Liebenwalde und Löwenberg oder Gransee, nehme zu. Dass die ehrenamtlichen Brandschützer dabei an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kamen, verdeutlicht eine Zahl: Die Zehdenicker Kameraden waren 2 211 Stunden im Einsatz.
So musste ein Gefahrgut-Lkw geborgen werden, ein explodiertes Boot auf der Havel mit fünf Schwerverletzten verlangte den Rettern alles ab, ebenso der Flugzeugabsturz mit einem Todesopfer bei Badingen und der Großbrand in Klein-Mutz. Besonders gedankt wurde für eine reibungslose Kooperation des gesamten Teams Tino Manthey, Daniel Perrot und Michael Peter. „Wobei die Hälfte der Einsätze immerhin in der personalarmen Zeit zu bewältigen war“, merkte Tessmer an.
Dazu die Dienstabende samt Ausbildung: 26 gab es im vergangenen Jahr, in denen die Standortausbildung im Vordergrund stand. 25 Kameraden nahmen an der Kreisausbildung teil (2018 waren es lediglich acht). Vier Kameraden ließen sich sogar an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt fortbilden. Erstmals konnte am Stolpsee in Fürstenberg eine Ganztagsausbildung in der Wasserrettung durchgezogen werden, berichtet der Ortswehrführer.
Respekt des Bürgermeisters
Nicht unwichtig: Die Kommune stand auch 2019 zu ihrer Pflichtaufgabe, den Brandschutz zu gewährleisten. Ein neues Drehleiterfahrzeug wurde in Dienst gestellt. Dazu zahlreiche Motorsägen, Helme, Wärmebildkameras und einiges mehr. Darauf bauen können derzeit etwa 40 Kameraden in der Einsatzabteilung, wobei zu ihnen auch sechs Frauen gehören. Die Alters- und Ehrenabteilung verfügt über zehn Kameraden und eine Kameradin. Aktiv sei auch der Kameradschaftsverein, dem es zu danken gelte.
Die Öffentlichkeit profitierte von den Helfern aber auch bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsbaumverbrennen, Osterfeuer, dem Laternenzauber oder beim Winterbaden sowie dem Kindertag. Apropos Kinder: Zahlreiche Schulklassen und Kita-Kinder besuchten das Gerätehaus.
Bernd Gesch, der Jugendwart, erläuterte dann die Arbeit mit und für den Nachwuchs. 20 Jugendliche, davon fünf Mädchen, engagierten sich in der Jugendwehr. Zwei neue konnten begrüßt werden, zwei Bewerbungen gebe es. „Wir haben also eine konstante Mitgliederzahl“, so Gesch. Immerhin 45 Ausbildungsstunden seien absolviert worden. So mischten die Zehdenicker auch bei der Staffette der Hilfsbereitschaft in Gransee kräftig mit oder halfen beim Frühjahrsputz im Stadtpark. Was die jungen Leute unbedingt brauchten, seien wetterfeste Jacken, so Bernd Gesch.
Bürgermeister Bert Kronenberg und Parlamentschef Waldemar Schulz versprachen grundsätzlich, dass die Wehr weiterhin die Unterstützung der Kommune genießen werde. Sie zollten den Kameraden Respekt, ebenso den Angehörigen, die viel Zeit opferten. Geplant sei für 2020, die Satzung über die Aufwandsentschädigung für die Wehr zu überarbeiten. Auch Schutzjacken sollen angeschafft werden. Außerdem soll dank dem Landkreis in ein Tanklöschfahrzeug investiert werden.
Gerd Leege, der Stadtbrandmeister, dankte den Ehrenamtlern ebenfalls herzlich für ihre Einsatzbereitschaft. Gerd Ritter, der stellvertretende Kreisbrandmeister kündigte an, dass der Landkreis in fünf neue Löschfahrzeuge für die Nordwehren investieren wird – mit den Kommunen.
Ehrungen und Beförderungen
30 Jahre in der Feuerwehr engagiert sich Matthias Zurth, 40 Jahre bereits Frank Kliem und Peter Prozinski.
Manfred Franz wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
In die Altersabteilung wechselte Ralph Göbel.
Oberfeuerwehrmann wurde Jean Bergemann, Julia Mehr Oberfeuerwehrfrau. Stefanie Dittmann ist zur Hauptfeuerwehrfrau befördert worden, Ron Scheil zum Löschmeister.
Brandmeister ist künftig Sven Prozinski, der außerdem Gruppenführer wurde. Zum Zugführer konnte Lars Herrmann ernannt werden.⇥pilz

