Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um Projekte in den Ortsteilen und der Kernstadt haben Mitglieder des Hauptausschusses Fürstenberg kürzlich Sinn und Zweck von Anschaffungen hinterfragt, die für den städtischen Bauhof gedacht sind.
Andreas Intress (die Linke) wunderte sich, weshalb denn die Abteilung der Stadtverwaltung gleich zwei nagelneue Fahrzeuge benötigt, Kostenpunkt immerhin rund 260.000 Euro? „Immerhin ist schon voriges Jahr ein neues Auto angeschafft worden.“ Dies sei ein Missverständnis, erklärte Dr. Ralf Lunkenheimer, der Leiter des städtischen Bauhofs. Vergangenes Jahr habe man lediglich zu Testzwecken ein neues Fahrzeug ausprobiert. Für wenige Tage durfte die Kommune das Auto unentgeltlich nutzen. Nun geht es nach seinen Worten vor allem darum, ein Auto zu erwerben, das äußerst flexibel einsetzbar ist. Das Fahrzeug könne nicht allein die Straßen reinigen oder den Winterdienst verrichten. Es sei einsetzbar für das Laubaufsaugen, kann als Hochdruckreiniger benutzt werden und für die Unkrautbekämpfung würde die sogenannte Kehrmaschine „Citymaster“ ebenfalls genutzt werden können. Damit wäre die Kommune auch umweltfreundlich unterwegs, denn so könnte die thermische Unkrautbekämpfung angewendet werden.

Umweltfreundliche Arbeit möglich

Dem entspricht auch eine Beschreibung, die der Hersteller des Citymasters liefert: „Denn Herbizide zerstören nachweislich die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere und stehen im Ruf, die Gesundheit der Menschen zu gefährden.“ Die multifunktionalen Geräteträger und Transporter würden Lösungen für eine effiziente und nachhaltige Flächenpflege bieten – ganz ohne Herbizide. Der Einsatz alternativer Verfahren zur Pflege von Flächen ist, so erläutert der BUND in seinem Ratgeber „Pestizidfreie Kommunen – blütenreich und ohne Gift“, ein wichtiger Baustein, um den Chemieeinsatz zu vermeiden. Der BUND empfiehlt sowohl mechanische als auch thermische Verfahren, um Wildkräuter zu bekämpfen. Mit den Multicar-Geräteträgern und Maschinen der Citymaster-Baureihe ließen sich diese Verfahren aufeinander abstimmen.

Fürstenberg

Außerdem sei der Multicar, den der Bauhof bislang nutzt schon elf Jahre alt, erklärte Dr. Ralf Lunkenheimer. Reparaturen häuften sich, absehbar sei, dass sich eine Neuanschaffung notwendig mache. Freilich gab er die jährlichen Unterhaltungskosten für das Auto mit lediglich 9.000 Euro an.

Fahrzeug für den Vorarbeiter

Insgesamt rechnet die Kommune mit rund 30.000 Euro für die laufende Unterhaltung der Autos des Bauhofs in diesem Jahr. Andreas Kleßny (AfD) zeigte sich aber ebenfalls skeptisch: „Kann man denn nicht den Multicar ebenso so ausrüsten wie die geplante Kehrmaschine, um so die Investition zu sparen?“ fragte er. Dies verneinte der Leiter des Bauhofs.
Neben diesen vergleichsweise großen Investitionen plant der Bauhof aber nur kleine Anschaffungen für seine aufwendige Arbeit – übrigens auch in den Ortsteilen. So sollen unter anderem Rasenmäher und Freischneider gekauft werden, insgesamt sind dafür rund 5.000 Euro vorgesehen. Und der Vorarbeiter bekommt einen kleinen Transporter, der mit 30.000 Euro zu Buche schlägt. Für das Entsorgen des massenweise anfallenden Grünschnitts plant der Bauhof rund 20.000 Euro ein – vorbehaltlich einer endgültigen Entscheidung des Parlaments.