Hund im Tierheim Tornow: Französische Bulldoggen Hummel und Biene suchen neues Zuhause

Maria Erler, Vorsitzende des Tierschutzvereines Oberhavel, mit den Hunden Hummel (links) und Biene, die vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden und nun zur Vermittlung freigegeben sind.
Martin RiskenNach einem Hinweis aus der Bevölkerung musste im November 2023 das Veterinäramt Oberhavel in einer kleinen Siedlung im Mühlenbecker Land tätig werden. Dort waren in einem Privathaushalt deutlich zu viele Tiere untergebracht, die zum Teil vernachlässigt wurden. Zudem war keine artgerechte Haltung der Hunde, Katzen, Hühner, Papageien und einer Taube gegeben.
Das Haus, in dem die Tiere lebten, sei von oben bis unten voll mit Kot beschmiert gewesen. Es sei von einer psychischen Störung des Halters auszugehen, wie so oft, wenn das Veterinäramt einschreiten muss, um Tiere aus prekären Situationen zu befreien, berichtete die Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel, Maria Erler.
Vier Hunde sind im Tierheim Tornow geblieben
Sie leitet seit gut einem Jahr das Tierheim Tornow. Bei der Aktion im Mühlenbecker Land wurden 14 Hunde, neun Katzen, 14 Hühner, vier Papageien und eine Taube beschlagnahmt und vorübergehend im Tierheim untergebracht. Vier der Hunde sind in Tornow geblieben und stehen jetzt nach der Freigabe durch das Veterinäramt zur Vermittlung zur Verfügung. Freigabe deshalb, weil die meisten Tierhalter mit der Beschlagnahmung nicht einverstanden seien und zunächst juristisch gegen die Entscheidung der Behörde vorgehen würden. Nun sei aber klar, dass die Tiere vernachlässigt worden seien und die Beschlagnahmung rechtens war.
Zwei jeweils mindestens acht Jahre alte französische Bulldoggen suchen jetzt ein neues Zuhause. Das Tierheim gab ihnen nach der Einlieferung neue Namen: Hummel und Biene. Die Hündin Biene ist Menschen gegenüber freundlich, lieb und aufgeschlossen, aber auch verträglich mit anderen Hunden. Auch die Hündin Hummel ist Menschen freundlich gesinnt, lieb, aber etwas zurückhaltender. Sie sei verträglich mit anderen Hunden.
Auf zehn bis zwölf Monate schätzt Maria Erler das Alter von Jambo, einem Boxer-Mix: Jambo ist ein freundlicher, neugieriger und menschenbezogener Hund. Der junge Rüde ist noch recht ungestüm und möchte das Hunde-Einmaleins noch erlernen, da ist er noch ein Anfänger. Im Tierheim wird schon fleißig geübt. Jambo sucht nach aktiven Menschen, die ihm ausreichend Beschäftigung und Bewegung bieten und ihn liebevoll, mit natürlicher Souveränität, führen. Außerdem steht Helga, ein Schnauzer-Mix, aus der jüngsten Beschlagnahmung zur Vermittlung.
Deutlich leichter war es, das Federvieh unterzubringen. Die Aras, die in großen Volieren untergebracht waren, seien abgeholt worden, die Hühner konnten an einen Tierhalter in Tornow vermittelt werden, die sehr kleine und zierliche Diamanttaube ging an einen Privathaushalt. Die Katzen sind in Tornow geblieben. Sie seien gut genährt und gepflegt. Aber sie müssen noch kastriert und geimpft werden, bevor sie vermittelt werden können.
Zwischen Weihnachten und dem 3. Januar 2024 werden im Tierheim Tornow keine Tiere vermittelt, weil verhindert werden soll, dass Hunde und Katzen als Geschenk missbraucht werden. An Silvester seien die Tiere besonderem Stress durch Feuerwerk ausgesetzt, weshalb auch über den Jahreswechsel keine Vermittlung stattfindet, erläuterte die Tierheim-Chefin. Sie ist auch Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel. Während die Vorstandstätigkeit ehrenamtlich ist, übe sie die Leitung des Tierheims hauptberuflich aus. Die 38-jährige Maria Erler ist ausgebildete Tierpflegerin, ihre Lehre absolvierte sie im Wildpark Schorfheide. Ursprünglich kommt sie aus Dresden.
Wer sich für Hund oder Katze aus dem Tierheim Tornow begeistern kann, sollte zunächst anrufen (033080 40808) oder eine E-Mail schreiben: info@tierschutzverein-ohv.de
Neues aus dem Tierheim Tornow
● Im November 2023 wurden viele Katzenmamas mit Jungtieren ins Tierheim gebracht. Das Tierheim weist darauf hin, dass es in Fürstenberg und Zehdenick eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen gibt.
● Auch 2023 haben Katzen aus der Ukraine im Tierheim Aufnahme gefunden. Einige dieser Katzen sind an FORL, einer entzündlichen Autoimmunerkrankung des Zahnfleisches und der Zähne, erkrankt. Bei der Erkrankung zerstören die körpereigenen Zellen die gesunden Zähne und Zahnwurzeln der Katze. Die Ursache ist bislang nicht geklärt.
● Alle bisherigen Behandlungen führten nur kurzzeitig zu einer Linderung. Um den Tieren dauerhaft die Schmerzen zu nehmen, müssen die betroffenen Zähne lokalisiert und entfernt werden. Drei Katzen sind im Moment betroffen. Die Behandlungskosten werden pro Tier noch einmal zirka 500 Euro betragen.
● Unter Angaben des Verwendungszwecks „FORL Katzen“ bittet das Tierheim Tornow um sachbezogene Spenden auf das Konto bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam, IBAN: DE27 1605 0000 3713 0394 01. Oder per PayPal an: info@tierschutzverein-ohv.de
● Das Tierheim-Team lädt für Sonntag, 14. Januar 2024, von 12 bis 16 Uhr zum Neujahrsempfang ein.



