Ob Sanierung von Straße des Friedens und Mühlenstraße, Neubau der Kita, Erneuerung der Fußgängerunterführung und ganz aktuell der geplante Umbau der Alten Post zu Wohnszwecken – am Bahnhof Gransee sowie im nordwestlich daran anschließenden Stadtviertel tat und tut sich eine Menge. Auf Kraatzer Seite wurden auch viele Parkflächen geschaffen, aber der alte, in kommunaler Hand befindliche Güterschuppen mit einer immerhin 145 Quadratmeter umfassenden großen Halle sowie weiteren Räumen steht schon lange leer, demzufolge auch das direkte Umfeld nur eine Brachfläche ist.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen,

Da ließ eine Idee aufhorchen, die der Kunstverein KF4 vergangenes Jahr im März im Stadtentwicklungsausschuss vorstellte. Der Verein wollte den Schuppen für seine Zwecke nutzen. Regelmäßige Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Konzert et cetera schwebten den Verantwortlichen vor. Man könne mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, hieß es damals: das kulturelle Leben der Stadt werde bereichert, ein stadtbildprägendes Gebäude erhalten und das Bahnhofsumfeld aufgewertet.
Mit der zuvor genutzten alten Brennerei auf Gut Zernikow – in der Feldstraße 4 befindlich und damit Namensgeberin für den Verein, waren die Kunstfreunde nie so richtig warm geworden. Doch etwas zu abgelegen, um mit einer breiten Öffentlichkeit den Austausch suchen zu können, liege dieser Ort, hieß es.
Zwar waren die vorgestellten Ideen in der Stadtpolitik auf wohlwollendes Interesse gestoßen. Doch wurde im selben Atemzug auf das Klosterensemble verwiesen, das die Stadt ebenfalls zu einem Ort für Kultur und Bildung entwickeln will. Immerhin, man wollte im Gespräch bleiben.

Hohe Hürden für eine Nutzung

Und nun? Da hat der Verein KF4 mittlerweile wieder Abstand von seinen Plänen genommen, wie der Vorsitzende Wolfgang Grassl auf Nachfrage dieser Zeitung sagte. „Wir haben weitere Voruntersuchungen zum Gebäude gemacht. Letztlich stellte das Vorhaben sich dann doch als sehr schwierig heraus.“ Das Gebäude sei stark belastet, etwa mit Holzschutzmitteln, so dass man nicht gesehen habe, wie es in einem vernünftigen wirtschaftlichen Rahmen für den Verein nutzbar gemacht werden könnte. Das sei aber ein bundesweites Problem, viele ähnliche Gebäude teilten das gleiche Schicksal, so Grassl weiter.
Das für Ausstellungen nötige Raumklima gewährleisten zu können, habe sich ebenfalls als hohe Hürde herausgestellt. „Ein Fahrradparkhaus daraus zu machen, ginge vielleicht eher. Da hätte man nicht so hohe Anforderungen.“

Vereinsaktivitäten eingestellt

Generell habe der Verein seine Tätigkeiten eingestellt, unabhängig von dem zur Disposition stehenden Gebäude, so der Vorsitzende weiter. Man habe noch über eine vorübergehende Nutzung der alten Post nachgedacht, eine Ausstellung darin geplant. Gespräche mit der seinerzeit noch dafür verantwortlichen Wohnungsgesellschaft Gewo seien geführt worden. „Doch dann kam Corona und das Ganze wurde von uns aus abgesagt.“
Eine Wiederaufnahme des Projektes sei mittlerweile leider nicht mehr möglich, da das Objekt, wie berichtet, verkauft wurde. Der neue Eigentümer, die Firma Terraplan, die auch das Schloss Fürstenberg entwickeln will, plant einen Umbau des Gebäudes wie des Grundstücks. Wohnungen und Reihenhäuser sollen an der Ecke Koliner Straße/Bahnhofstraße nun entstehen.
Mit dem Umbau des Klosters würden sich natürlich Möglichkeiten eröffnen. Das Angebot, Gespräche zu führen, um nach Fertigstellung dort aktiv werden zu können, habe er durchaus vernommen. Aber bis dahin werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen, glaubt Grassl.
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