Jubiläum: Willkommensinitiative feiert mit Musik und Büfett
Im Saal wimmelte es förmlich von Menschen aus Syrien, Pakistan, dem Iran, Afghanistan und verschiedenen Ländern Afrikas. Aus ihren Heimatländern mussten sie fliehen, weil der Krieg ihre Existenzen zerstört hatte. Viele mussten Schlimmes erleben. Mit ihren Kindern und Familien leben die Flüchtlinge jetzt in Gransee.
Begrüßt wurden die Anwesenden, darunter auch viele Mitglieder der Willkommensinitiative, von Klaus Pölitz. Er ist genauso wie Ines Richter von Anfang an dabei. Wie der rüstige und engagierte Rentner berichtete, leben zurzeit etwa 200 Flüchtlinge in Gransee – 150 davon in Wohnungen und etwa 50 noch in der Gemeinschaftsunterkunft.
Die Initiative hatte sich bereits gegründet, bevor damals zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland und somit auch nach Gransee kamen. „Wir wollten nicht unvorbereitet sein, als es galt, den Flüchtlingen zu helfen, sich bei uns zu integrieren“, erklärt Pölitz. Heute gehören der Gruppe etwa 30 Männer und Frauen aus Gransee und anderen Orten des Amtes an.
Unterstützung erfahren die Mitglieder der Initiative vor allem durch die Stadt und das Amt. „Die Stadt hat eine Flüchtlingsbeauftragte, an die wir uns und die Asylbewerber sich wenden können, wenn es etwas zu klären gibt“, berichtet Klaus Pölitz. Nicht zuletzt gehört auch die Nutzung des Begegnungshauses dazu, in dem sich die Flüchtlinge und Mitglieder der Initiative treffen können.
Wie Pölitz erklärt, funktioniert das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Flüchtlingen gut. Viele nehmen am Deutschunterricht teil, und die schulpflichtigen Kinder gehören zu den fleißigen Schülern ihrer Klassen. Allerdings sei mit der Unterbringungen in Wohnungen der Kontakt mit ihnen nun schwieriger geworden, als in Zeiten, als sie noch im Heim lebten, erklärt Pölitz. „Aber die Eigenständigkeit hat auch Vorteile.“
Höhepunkt des Festes am Freitag war ein internationales Büfett. Zum Gelingen hatten vor allem die Flüchtlinge beigetragen, die dafür Speisen und Spezialitäten aus ihren Heimatländern vorbereitet hatten.
Viel Beachtung fand auch eine Ausstellung mit Fotos von Festen und Zusammenkünften in den vergangenen fünf Jahren. Aber auch eine Wandzeitung mit über hundert Beiträgen aus den Zeitungen über das Zusammenleben der Flüchtlinge und der Willkommensinitiative sorgte für Aufmerksamkeit.
Doch es wurde am Freitag nicht nur festlich gespeist und an vergangene Events und die Anfänge der Zusammenarbeit erinnert: Es hatte auch eine besondere Band ihren Auftritt, in der deutsche und syrische Musiker gemeinsam spielen. Christoph Gaertner, Lehrer an der Kreismusikschule Oranienburg, hatte vor anderthalb Jahren ein Integrationsprojekt gestartet, das inzwischen für Furore sorgt. Neben dem Musiklehrer am Bass sowie Sören und Paulus, zwei Jugendliche aus Oranienburg, die Gitarre und Schlagzeug spielen, gehörten der Band mit Mohammad, Adnan und Alaa drei Syrer an. Mit Rap und Hip-Hop-Titeln sorgten die sechs am Freitag für den musikalischen Rahmen des Jubiläumsfestes.
Wissenswertes
■ Die Mitglieder der Initiative "Willkommen in Gransee" haben die Aufgaben unter sich aufgeteilt. So gibt es die Arbeitsgruppen Praktische Hilfe, Sprachen und Spenden und Fördermittel.
■ Zu den regelmäßig angebotenen Aktivitäten zählen das Krabbel- und Spielcafé, eine Fahrradwerkstatt und der bunte Abend, der in der Regel im Monatsrhythmus stattfindet.
■ Weitere Informationen zur Initiative auf www.willkommen-gransee.de⇥(mhe)

