Konzert
: Gregorianik trifft Pop in St. Marien

Die Granseer Sommermusiken werden mit einem Auftritt der „Gregorian Voices“ fortgesetzt.
Von
Matthias Henke
Gransee
Jetzt in der App anhören

Begeisterten das Publikum: die "Gregorian Voices" bei ihrem Konzert in der St. Marienkirche Gransee

Matthias Henke

Vor fünf Jahren war das Vokal­oktett aus Bulgarien bereits dort zu Gast. Und wieder lockten sie zahlreiche Zuhörer an. Im Gegensatz zu manch anderen Gruppen, die mit ähnlichen Gesangskünsten aufwarten, aber sich fast ausschließlich darauf beschränken, modernen Pop mittelalterlich zu verpacken, liegt es den „Gregorian Voices“ am Herzen, das Publikum auch mit den musikalischen Wurzeln ihrer Sangeskunst vertraut zu machen, den gregorianischen Chorälen des 9. bis 12. Jahrhunderts. Und so erklang in St. Marien das „Ave maris stella“ ("Meerstern, sei gegrüßt“, ein Hymnus der im Stundengebet der katholischen Kirche zur Vesper an Marienfesten gesungen wird) genauso wie ein „Adoro te devote“ ("Demütig bete ich dich an"). Während die überwiegend lateinischen Texte die Zuhörer vor allem ob der Komposition und der stimmlichen Qualitäten der Sänger beeindrucken konnten, während die wenigsten dieser Sprache mächtig waren, gab es interessante Details aus der Historie der Gregorianik im Programmheft nachzulesen. Dies sparten sich die meisten Konzertbesucher aber auf, um sich ganz auf die Musik konzentrieren zu können. Nur hin und wieder erinnerte sie ein leises Klappern daran, dass derzeit Gerüstbauer am Turm der Kirche ihrer Arbeit nachgehen.

Welch ein stilistischer Kontrast war es zudem, als das Ensemble zu Stücken der Renaissance und des Barock wechselte. Nicht nur vom Musikstil her tat sich einiges zu jener Zeit. Gregorianische Neukomposition gingen zu jener Zeit generell zurück, wie das Publikum erfuhr, im Gottesdienst wurden die Choräle im weiteren Lauf der Jahrhunderte  aber sukzessive durch volkssprachliche Gemeindegesänge ersetzt.

In den 1990ern begannen derartige Lieder oder solche, die sich an den alten Stil anlehnten, sich dann an gänzlich überraschender Stelle wiederzufinden – in den Charts. „Ameno“ von „Era“ markierte beim Granseer Konzert denn auch das Ende des ersten, klassischen Teils bei dem sich die „Gregorian Voices“ einmal durch die Jahrhunderte gesungen hatten, bevor es im zweiten Teil dann poppiger wurde: Rod Stuarts „Sailing“, "Thank you for the Music“ von ABBA und „We are the world“ von USA for Africa wurden à la Gregorianik interpretiert.

Das weitere Programm

Die Sommermusiken in der St. Marienkirche werden am Freitag, 19. Juli, von Ike Sturm und Lauren Stillman mit geistlicher Musik und Jazz fortgesetzt. Am 26. Juli präsentiert das "Ensemble Concert Royal Köln" "Musik aus sächsischen Schlosskirchen".

Zehn Konzerte sind bis 20. Oktober insgesamt noch im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu erleben.

Der Eintritt ist meist frei. Für Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken am 13. September kostet der Eintritt aber 24 (Vvk.)/ 26 Euro (Abendkasse).

Weitere Informationen auf www.kirchengemeinde-gransee.de ⇥mhe