Leichtathletik
: Der Wurf ihres Lebens: „Ich war überfüllt von Freude“

Die langjährige Löwenbergerin Lara Sophie Glasow holt Bronze bei der Deutschen Meisterschaft im Diskuswerfen.
Von
Stefan Zwahr
Grieben
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Lara Sophie Glasow (rechts) während der Norddeutschen Meisterschaften vor drei Jahren.

privat

Zum zweiten Platz fehlten nur 71 Zentimeter, zum Sieg 1,66 Meter. Nehmen Sie Glückwünsche für die Bronzemedaille an?

Lara Sophie Glasow: Definitiv. Für mich war es ein super Wettkampf. Alles gut so.  Weite und Platzierung waren das Beste, was ich bei einer Deutschen Meisterschaft jemals erreicht habe.

War dieser Erfolg zu erwarten?

Die Gefühle waren gemischt, da ich durch Knieprobleme mal wieder eine lange Pause einlegen musste. Aber die Trainingseinheiten waren gut. Da kamen Ergebnisse in  dem Bereich. Darum war klar, dass solche Weiten fallen könnten.

Nach dem vierten von sechs Versuchen waren 41,49 Meter in der Wertung und Sie waren Fünfte. Kommt da Nervosität auf?

Es ging ja schon mit dem Vorkampf los, wo auch schon großes Zittern war, um überhaupt in den Endkampf zu kommen. Der 41–Meter–Wurf war dann eine Basis. Zwischen den Würfen hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Trainer. Er sagte, ich hätte nichts zu verlieren und solle ruhig bleiben. Das, hat funktioniert.

Ihr sechster Versuch war dann ungültig. Haben Sie da einen Alles–oder–Nichts–Wurf rausgehauen?

Ich kam überhaupt nicht mehr klar und konnte eigentlich gar nichts mehr machen. Ich war einfach überfüllt von Freude.

Es war bereits ihre vierte Teilnahme an nationalen Titelkämpfen. Gingen Sie dementsprechend entspannt an die Sache ran?

Da ist nun schon so etwas wie Routine bei. Ich war entspannter als bei der ersten DM. Aber die Aufregung ist schon noch groß.

Als Dritte der U–20–Meisterschaft scheinen Sie für den Erwachsenenbereich gerüstet zu sein. Ist es so einfach?

Ich liege drei Meter unter der Norm für die U20–WM. Das ist noch mal ein großer Schritt, aber eine sehr gute Grundlage für Erwachsenenbereich.

In diesem Jahr stehen die Abiturprüfungen an. Wie ist diese wichtige Phase mit dem Spitzensport zu vereinbaren?

Ich muss mir die Zeit noch besser einteilen. Die Absprache ist, dass ich im Training einspare, wenn ich mehr für die Schule machen muss. Das verträgt sich gut. Und die Trainingslager sind so gelegt, dass sie nicht in die Klausur– oder Prüfungsphase fallen.

Wie geht es in sportlicher Hinsicht weiter?

Die WM in Kenia wäre eine schöne Sache. Dann steht im Sommer auch die Deutsche Freiluft–Meisterschaft an. Da will ich bestmöglich abschneiden. Das Treppchen wäre gut. Vielleicht geht es auch noch weiter nach oben.

Im Juniorenbereich haben Sie auch im Kugelstoßen große Erfolge gefeiert. Gibt es auch in dieser Disziplin Ambitionen?

Die Kugel habe ich nach der Sommersaison zur Seite gelegt. Mein neuer Trainer meinte, dass es nicht viel Sinn macht, weil die Chancen nicht gut stehen. Darum soll ich mich auf eine Sache konzentrieren.

Fällt ein solcher Schritt leicht?

Es ist schon so, dass ich mit dem Kugelstoßen angefangen habe. Sobald ich aber den Diskus in der Hand hatte, war da ein besseres Gefühl. Es hat sofort viel mehr Spaß gemacht. Und bei kleineren Wettbewerben wie Landesmeisterschaften oder den Löwenspielen kann ich ja auch mal die Kugel rausholen.