MKS in Brandenburg: Bauern in Oberhavel bekommen Hilfe per Rettungspakt

Nothilfefonds für MKS-Kontaktbetriebe freigegeben: Die Kreistagsvorsitzende Birgit Tornow-Wendland (CDU) unterzeichnet am Freitag (31. Januar) das Papier, das betroffene Landwirte vor dem Ruin bewahren soll.
Tobias Thieme/Landkreis Oberhavel- MKS-Ausbruch in Brandenburg: Kontaktsperre für Höfe in Oberhavel.
- Landkreis bietet Nothilfefonds von 250.000 Euro an.
- Zehntausende Liter Milch, Fleisch und Wurst mussten vernichtet werden.
- Rettungspaket soll Höfe vor Konkurs retten; Kreistag stimmt im März ab.
- Betroffene können Soforthilfe per E-Mail beantragen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der finanzielle Schaden der strengen Hygienevorschriften zur Eindämmung der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg traf mehrere Höfe in Oberhavel hart. Um die Landwirte vor dem finanziellen Ruin zu retten, hat der Landkreis einen Nothilfefonds aufgelegt.
Zehntausende Liter Milch, Fleisch und Wurst mussten seit dem 12. Januar in Oberhavel vernichtet werden. Tiere durften nicht aus dem Betrieb transportiert werden. Grund: Ein Transporter mit den an Maul- und Klauenseuche (MKS) verendeten Wasserbüffeln aus Hönow hatte auf vier Höfen vier Tage zuvor tote Tiere aufgeladen. Die Höfe gelten damit als Kontaktbetriebe und unterliegen strengen Hygieneauflagen.
Kreistag muss der Entscheidung noch zustimmen
Um die Existenz der Betroffenen zu retten, hat der Landkreis kurzfristig ein Rettungspaket aufgelegt. 250.000 Euro stellt Oberhavel aus dem Kreishaushalt bereit. Die betroffenen Landwirte können die Gelder kurzfristig abrufen, sagte Kreistagsvorsitzende Birgit Tornow-Wendland (CDU).
Sie unterzeichnete die Richtlinie für die Ausreichung der Gelder, die am Freitag (31. Januar) veröffentlicht wurde. In einer Eilentscheidung hatte sie den Fonds mit Landrat Alexander Tönnies (SPD) aufgelegt. Dabei sei es um ein „aktives und pragmatisches Handeln“ gegangen, betonte die CDU-Politikerin.
Der Kreistag muss in seiner Sitzung im März 2025 dem Rettungspaket seine Zustimmung erteilen, der die Landwirte vor hohen finanziellen Verlusten bewahren soll. „Ich gehe davon aus, dass die Kreistagsabgeordneten unserer Eilentscheidung zustimmen werden“, zeigte sich Tornow-Wendland optimistisch.
Besonders hart betroffen von der Kontaktsperre sind der Hof Bodien in Bergsdorf und die Agrar GmbH Kraatz. Sie müssen vor allem große Mengen Milch vernichten, weil diese von der Molkerei nicht mehr abgeholt wird. Wann die bestehende Kontaktsperre aufgehoben wird, war am Freitag (31. Januar) noch unklar.
Eine dritte Untersuchung der Rinder fand am Mittwoch (29. Januar) statt. Zwei zuvor durchgeführte Beprobungen der Tiere waren negativ. Betroffen sind neben den beiden Milchviehbetrieben auch der auf die Herstellung von Fleisch und Wurst spezialisierte Bauernhof Koch in Großmutz sowie ein kleinerer Tierhalter.
Rettungspaket soll Vielfalt der regionalen Angebote erhalten
„Wir wollen unsere landwirtschaftlichen Betriebe retten. Uns ist wichtig, dass die Höfe nicht schließen müssen. Das Land kann kurzfristig keine Hilfe leisten. Deshalb sehen wir uns als Landkreis in der Pflicht, einzuspringen, bevor es zu spät ist", verteidigte Landrat Tönnies die Eilentscheidung.
Betroffene können sich ab sofort unter der E-Mail-Adresse landwirtschaft@oberhavel.de in der Kreisverwaltung melden. Der Antrag auf Soforthilfe umfasse anderthalb Seiten, so Birgit Tornow-Wendland.
Tönnies betonte die Notwendigkeit der Kontaktsperre: „Das Ausbreiten dieser für Tiere meist tödlichen Viruserkrankung zu verhindern, ist wichtig für die Tierhaltung in unserem Land. Doch die als Kontaktbetriebe gesperrten Höfe sind unverschuldet in existenzielle Not geraten.“ Mit dem Rettungspaket wolle der Landkreis auch die Vielfalt der regionalen Angebote für alle Menschen in Oberhavel erhalten, so der Landrat weiter.


